Bis zu 70 Zentimeter große Kolkraben sollen auf einer Schafweide bei Türkheim rund 40 Mutterschafe und Lämmer getötet haben. Drei der eigentlich geschützten Rabenvögel dürfen deshalb ganz offiziell abgeschossen werden, das Unterallgäuer Landratsamt hat es genehmigt.
Stand: 04.08.2011
Kolkraben sind schon beeindruckende Vögel, manchmal größer als ein Mäusebussard, die schwarzen Vögel erreichen Körperlängen bis zu knapp 70 Zentimetern und Spannweiten bis zu 1,30 Meter. Obwohl der größte Rabenvögel Europas eher ein Einzelgänger ist, gibt es bei Türkheim derzeit eine ganze Sippe; und die macht dem Bio-Schäfer Franz Rehle zunehmend Probleme. Denn der beobachtet seit Herbst letzten Jahres, dass schwarze Vögel auf seinen Weiden nordwestlich von Türkheim immer wieder Schafe angehen.
Schäfer findet immer wieder verstümmelte Tiere
Bildunterschrift:
Auch dieses Lämmchen wurde von den Raben angegriffen
40 Junglämmer und fünf Mutterschafe sollen die Rabenvögel auf seiner Weide getötet haben. Das seien fast zehn Prozent seiner Tiere - den Schaden empfindet Rehle bereits als existenzgefährdend. Angeblich hacken die großen Rabenvögel neugeborenen Lämmern und schwachen Muttertieren die Augen aus, reißen lebenden Schafen zudem mit ihren Schnäbeln Eingeweide aus dem Hinterteil. Die Regierung von Schwaben hat als zuständige Naturschutzbehörde nach einer Besichtigung der betroffenen Schafweide dem Abschuss von drei geschützten Kolkraben zugestimmt - als so genannte Vergrämungsaktion. Der Schäfer soll dadurch Zeit gewinnen, um seine Haltungsform umzustellen, Unterstände zu bauen oder einen Hütehund anzuschaffen.[...]
Türkheim: Kolkraben attackieren Lämmer | Schwaben | Bayern 1 | BR



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