Rabenkrähen, die Schafe verletzen, und Dohlen, die sich am Weizen gütlich tun – in jüngster Zeit scheinen die Probleme mit Rabenvögeln zuzunehmen.

Josef Scheja in Sankt Augustin nahe Siegburg im Rhein-Sieg-Kreis hat schon viel erlebt, aber dass Rabenkrähen sich an ausgewachsene Schafe heranwagen und diesen sogar Verletzungen zufügen, war für den Landwirt neu. Insgesamt hält Scheja neben Milchvieh rund 200 Mutterschafe. Und diese waren Ende Juni im Visier der Vögel. Die Rabenkrähen flogen immer wieder auf den Rücken der Schafe und pickten auf diesen herum. In seiner Not wendete sich Scheja an das Veterinäramt in Siegburg, das sich der Sache annahm. Amtsveterinär Dr. Klaus Mann stellte fest, dass insgesamt rund 25 Tiere mit Hautverletzungen betroffen waren.

Im Folgenden wurde Kontakt mit Dr. Jürgen Eylert von der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung in Bonn aufgenommen. Auch dieser schaute sich vor Ort die verletzten Tiere an. Angesichts der Schwere der Schäden stellte Scheja einen Antrag auf Aufhebung der Schonzeit für Rabenkrähen bei der Unteren Jagdbehörde des Rhein-Sieg-Kreises, der an die Obere Jagdbehörde weitergeleitet und von dieser bewilligt wurde: Seit dem 11. Juli und damit drei Wochen vor Beginn der eigentlichen Jagdzeit auf Rabenkrähen in NRW am 1. August dürfen in dem betroffenen Jagdrevier „Corvus corone“, so der wissenschaftliche Name dieser Vogelart, bejagt werden.

Bereits gut 50 Rabenkrähen sind daraufhin erlegt worden. Die Situation vor Ort habe sich deutlich entschärft, teilte Scheja auf Nachfrage des Wochenblattes mit.

Dohlen schädigen Weizen

Mit einer anderen, allerdings nicht dem Jagdrecht unterliegenden Art aus der Familie der Rabenvögel hatte es Heinz Lütke-Harmann aus Albersloh im Kreis Warendorf jüngst zu tun: den Dohlen. Ein großer Schwarm hatte einen 5 ha-Weizenschlag als Nahrungsquelle entdeckt und tat sich seit Ende Juni drei Wochen darin gütlich.

Der Landwirt nahm Kontakt mit dem zuständigen Jagdaufseher, Jan-Philip Ohrndorf, sowie dem Ortslandwirt auf. Letzerer empfahl ihm nach Rücksprache mit der Landwirtschaftskammer NRW, direkt bei der Unteren Jagdbehörde des Kreises anzurufen. Dort wiederum wurde Lütke Harmann empfohlen, der zuständige Jagdaufseher solle direkt mit der Oberen Jagdbehörde Kontakt aufnehmen. Diesem wurde dort aber jegliche Hoffnung genommen.[...]

Ärger um schwarze Vögel - Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe