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Freude mit der Krähenjagd hält sich in Grenzen

Dies ist eine Diskussion über 'Freude mit der Krähenjagd hält sich in Grenzen' im Aktuelle Nachrichten Forum. Teil der Allgemeine Wildvogelarten & Sonstiges Kategorie; Aus Sicht von Biologen führt gerade das Abschießen von Brutpaaren zur Bestandsvermehrung, da bestehende Reviere dadurch frei werden und diese ...

  1. #11
    Moderator Avatar von bluebabyzoe
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    Aus Sicht von Biologen führt gerade das Abschießen von Brutpaaren zur Bestandsvermehrung, da bestehende Reviere dadurch frei werden und diese Reviere werden neu besetzt, dabei dann aber halbiert oder sogar geviertelt !

    Problematisch sind wohl die umherstreifenden Jungkrähen, die haben noch Zeit zum Spielen. Diese großen Jungkrähenschwärme stammen aber in der Regel aus dem Stadtbereich, und gerade in den ländlichen Stadtrandlagen treten diese Probleme vermehrt auf. Diese Tiere abzuschießen bringt aber auch nix, weil sie sind dann weg und üben so keinen Regulierungsdruck auf Brutpaare im städtischen Bereich mehr aus. Die können dann in aller Ruhe ihre nächste Brut aufziehen, Futter ist genug da. Wenn man Krähen regulieren wollte, dann indem man ihnen das Futter entzieht. Das wird schwierig !

    (Winter)Gäste erschießen ist unnett !!!! Noch in den 60igern gab´s riesige durchziehende Schwärme Nebelkrähen, 20 000 und mehr. Ja, wo sind die denn geblieben und warum konnte der Mensch vor 50 Jahren mit soviel Krähenviehern in Nord/Ost überhaupt überlebenen !

    LG Sunny
    Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“ Antoine de Saint-Exupery

  2. #12
    nebelung
    Gast
    Zitat Zitat von bluebabyzoe Beitrag anzeigen
    Aus Sicht von Biologen führt gerade das Abschießen von Brutpaaren zur Bestandsvermehrung, da bestehende Reviere dadurch frei werden und diese Reviere werden neu besetzt, dabei dann aber halbiert oder sogar geviertelt !
    Da hast du doch sicher auch eine Quellenangabe für mich?

  3. #13
    Elke.N
    Gast
    Da spricht doch eigentlich schon die menschliche Logik für sich. Ansonsten siehe "" Tante Googel "", da sind wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse zu finden.

  4. #14
    Moderator Avatar von Gaby
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    Tausende Singvögel werden jedes Jahr in Frankreich, Spanien und Italien gefangen, gebraten und gegessen. Die meisten Deutschen erfüllt dies mit Abscheu, weshalb die Proteste und Aktionen der Tier- und Naturschützer gegen diese Vogelmorde weitestgehend unterstützt werden. Aber auch bei uns in Deutschland werden jährlich viele hundertausend Singvögel getötet. Hier landen sie aber nicht im Kochtopf sondern auf dem Müll. Gemeint sind die Rabenvögel wie Elstern, Eichelhäher und Krähen, die trotz ihrer rauen Stimme zu den Singvögeln gehören. So hat auch die Eichsfelder Jägerschaft im vergangenen Jahr 862 Elstern und Krähen geschossen, wie sie selbst am 22.03.10 in dieser Zeitung verkündete. Dieser sinnlose, als Hege- oder Regulierungsmaßnahme verklärte Vogelmord wird vom Naturschutzbund vehement kritisiert und aus ethischen und ökologischen Gründen abgelehnt. Es gibt keinen vernünftigen Grund, Rabenvögel zu bejagen!
    Der zunehmenden Kritik an der Art und Weise der Jagdausübung begegnen viele Jäger in der Öffentlichkeit mit der Begründung, dass das Bejagen bestimmter Arten der Aufrechterhaltung des biologischen Gleichgewichtes diene. Mit dieser Behauptung begründen sie ihr Jagdrecht, ja sogar die Notwendigkeit zur Tötung von Beutegreifern und Rabenvögeln. Die Argumente für den Abschuss der Rabenvögel, nämlich dass diese andere Singvögel und Niederwild gefährden würden sowie Schäden in der Landwirtschaft hervorriefen, sind aber nach allen seriösen wissenschaftlichen Untersuchungen nicht haltbar und mehrfach widerlegt worden.
    Die von vielen Menschen festgestellte und von vielen Jägern gern als Bedrohung hoch stilisierte angebliche „Elster- und Krähenplage” gibt es in Wirklichkeit nicht. Die scheinbare Zunahme der Bestände beruht auf Fehlbeobachtungen. Denn Elstern und Krähen verlagern zunehmend ihre Brutreviere in die Ortschaften, weshalb sie mehr in das Bewusstsein der Menschen rücken. Denn hier finden diese Vögel ausreichend Nahrung im menschlichen Abfall und sind weit sicherer vor ihren natürlichen Feinden wie Habicht und Sperber. In der vom Menschen intensiv genutzten Kulturlandschaft, in welcher Bäume und Sträucher fehlen, sind für sie dagegen die Lebensbedingungen weit ungünstiger, weshalb sie dort seltener werden. Die Untersuchungen zeigen, dass trotz vermehrter Rabenvögel in den Städten, andere Singvögel in ihren Beständen nicht abnehmen. Zwar erbeuten Elstern und Krähen hin- und wieder auch Jungvögel und Vogeleier, aber diese nehmen nur 0,1 bis 0,2 % des Nahrungsspektrums ein. Das ist ein Verlust, den Singvogelpopulationen nachweislich problemlos tolerieren können. Die Hauptnahrung der Elstern und Krähen besteht zu 80 bis 90% aus oberirdisch lebenden Gliedertieren wie Insekten und Regenwürmern sowie Schnecken, wie wissenschaftlich durch Analysen der Mageninhalte festgestellt wurde. Somit sind diese Rabenvögel aus menschlicher Sicht eher als „Nützlinge” denn als „Schädlinge” anzusehen, obwohl eine solche Unterscheidung nicht mehr zeitgemäß ist.
    Keiner braucht Angst zu haben, dass die Elstern und Krähen in den menschlichen Siedlungen überhand nehmen, denn die Bestandsdichte wird durch das Nahrungs- und das Nistplatzangebot auf ein bestimmtes Maß beschränkt. Dazu trägt auch die Revierkonkurrenz innerhalb der Arten als auch zwischen Krähen und Elstern bei, was eine zu hohe Dichte verhindert. Somit können wir den Beständen der Rabenvögel mit Gelassenheit begegnen und uns durch Beobachtungen an ihrer hohen Intelligenz erfreuen.
    Der Einsatz der Jäger ist in Sachen Rabenvögel überflüssig. Denn Pulver und Blei sind nicht geeignet, ein biologisches Gleichgewicht zu erhalten oder herzustellen. Im Gegenteil, die Jagd ist ein gewaltsamer Eingriff in dieses Gleichgewicht.
    Diplom-Biologe Arne Willenberg
    Vorsitzender des NABU Obereichsfeld RV)
    09.04.10
    "If men had wings and bore black feathers, few of them would be clever enough to be crows" Rev. Henry Beecher 1810

  5. #15
    Moderator Avatar von bluebabyzoe
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    Zitat Zitat von nebelung Beitrag anzeigen
    Da hast du doch sicher auch eine Quellenangabe für mich?
    Der wohl bekannsteste Verfechter dieser Thesen, ist wohl der Prof. Reichholf, der aber im allgemeinen kein Freund der Jagd ist !

    Es gibt etliche Biologen, die Mageninhalte untersucht haben, Feldstudien durchgeführt haben............ selbst wissenschaftliche Nachweise bringen den Krähen ,Elstern und Eichelhähern nix........... kein Freispruch trotz Unschuld ! Die Lobby der Jäger und Landwirte ist einfach zu hoch !
    Jäger sollten sich in ihrer Freizeit lieber mit der wirklichen Hege , im Sinne des Natur-und Umweltschutzes, beschäftigen, statt sinnlos irgendwelche Tiere zu töten, die man nicht essen kann !

    LG Sunny
    Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“ Antoine de Saint-Exupery

  6. #16
    nebelung
    Gast
    Zitat Zitat von bluebabyzoe Beitrag anzeigen
    Jäger sollten sich in ihrer Freizeit lieber mit der wirklichen Hege , im Sinne des Natur-und Umweltschutzes, beschäftigen, statt sinnlos irgendwelche Tiere zu töten, die man nicht essen kann !
    Schon einmal daran gedacht, dass Regulierung des Prädationsdruckes genau das ist, "wirkliche Hege"?

  7. #17
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    Schon einmal daran gedacht, dass Regulierung des Prädationsdruckes genau das ist, "wirkliche Hege"?
    Jäger sind Prädatoren und dementsprechend zu regulieren. Bei den Wölfen ist das nicht mit Gesetzen gelungen (es gab schon Strafverfahren), warum also sollte man vermuten, es würde mit den Rabenvögeln gelingen, so man sie denn überhaupt als Prädatoren bezeichnen kann.
    Die Rabenkrähe im Jagdgesetz ist ein völlig hoffnungsloser Fall, was die Intention angeht. Es ist einfach so, dass sie nicht zu regulieren ist; es sei denn, man bearbeitet Corvus corone mit Giftködern oder Schrotkanonen ins Blaue hinein.
    Und das in Städten, denn diese Heimat haben sie längst gefunden. Es ist aussichtslos.
    ---
    Dieses Forum hat einen sehr scharfen Codex, was den Umgang mit Corviden angeht. Das geht soweit, dass sich hier schon zahlreiche Personen, die um Hilfe nachfragten, über einen -ich übersetze das mal- "rüden Ton" beschwert haben. Die Hilfe betrifft die Ernährung von Pflegefällen, deren Unterbringung, med. Behandlung, Vergesellschaftung und Auswilderung sowie die explizite Warnung vor vorschneller Inhaftierung von Jungvögeln. Auf juristische Dinge wird hier regelmässig hingewiesen.
    Mit anderen Worten: vielen Dank für die Ausschnitte aus den Gesetzbüchern, noch mehr Hilfestellung wird hier sicher nicht benötigt.

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