Der Vogel des Jahres 2012, die Dohle, war früher im hiesigen Kreisgebiet häufig zu beobachten. Der gesellige Rabenvogel ist heute nur noch selten in der Region anzutreffen.


Landkreis. Die Dohle sei eigentlich ein Bewohner der Steppengebiete, war von Dr. Frank Fritzlar zu erfahren. In der Kulturlandschaft brüte sie jedoch meistens an Türmen. Dieses Verhalten habe ihr den Spitznamen "Pastors schwarze Taube" eingebracht. Manchmal nutze sie verlassene Schwarzspechthöhlen im Laubwald zum Brüten, wusste der bei der Landesanstalt für Umwelt und Geologie in Jena tätige Zoologe. Viele Kirchtürme, in denen sie früher gebrütet habe, seien jedoch verschlossen worden. Die Dohle habe dort zuviel Nistmaterial eingetragen und für Schmutz gesorgt, sei von vielen Pfarrern zu hören gewesen. Heute habe in vielen Kirchgemeinden ein Umdenken stattgefunden. Man wolle zum Erhalt der Schöpfung beitragen und biete für viele Arten Nistmöglichkeiten an. Auch die Dohle könne durch das Anbringen geeigneter Nistkästen an angestammte Plätze zurück gelockt werden. Voraussetzung sei ein ausreichendes Nahrungsangebot in artenreichen Wiesen, auf Äckern, in Grünanlagen und an Dorfrändern der Umgebung. Dort könne die Dohle noch Insekten und Würmer finden, die zu ihrer Leibspeise zählen.[...]

Viele Dohlen verlassen den Nationalpark Hainich - thueringer-allgemeine.de