Als ich vorgesternzum Einkaufen wollte und die Tür öffnete, saß ein kleiner, etwa Amselgroßer Vogel genau auf meiner Treppenstufen. Vor ihm stand ein Unterteller mit Wasser.
Auch, als ich ziemlich nah an dem Tier vorbeiging, hat es keine Anstalten gemacht, zu fliehen.
Als ich vom Einkaufen zurückkam, saß der Vogel immer noch da. Da unsere Straße nicht bepflanzt ist, dort viele Katzen und Hunde wohnen fand ich den Aufenthaltsort für das Tierchen nicht so gelungen. Ich holte also eine Katzentransportkiste, fing den VOgel ein ( Was er ohne Widerstand mit sich geschehen ließ ) und beschloss, ihn am nächsten Morgen zum Tierarzt zu bringen und nachzusehen, ob er verletzt ist.
Das Wasser hatte ihm übrigens eine Nachbarin hingestellt.
Angebotenes Futter ( In Wasser eingeweichtes Brot ) hat er nicht angerührt.
Am nächsten Tag bei der Tierärztin war ich sehr überrascht, als ich den Vogel aus der Kiste nahm und sie meinte: "Oh, das ist aber noch ein Winzling."
Sie sah sich denimmerhin Amselgroßen "Winzling" an und meinte, dass es sich um eine junge Dohle handeln würde, die noch etwa zwei Monate brauche, bis sie "fertig" sei.
Verletzt sei sie nicht wirklich, allerdings in einem sehr schlechten Ernährungszustand und das Federkleid sei auchin keinem sehr guten Zustand.
Ausgerüstet mit vielen großen Ratschlägen und dem Vogel im Gepäck fuhr ich wieder nach Hause.
Unterwegs besorgte ich Mehlwürmer, Zoophobas und Beofutter.
Zu Hause quartierte ich zunächst mein Chinchilla, das ohnehin wegen seiner Erkrankungen nur noch am Käfigboden lebt, in einen anderen Käfig um.
Der alte Käfig wurde gründlich gereinigt, mit Vogelsandmatten ausgelegt und mit einem Stein bestückt ( damit das Tier sich beim Koten nicht das Federkleid verschmiert.)
So weit die Theorie.
In der Praxis benutzt der Vogel den Stein nicht, und Fressen will er auch nicht selbst.
Von der Tierärztin habe ich mir zeigen lassen, wie das Tier "Zwangsgefüttert" wird. Erstaunlicherweise klappte das nach einigen Anläufen recht gut.
Vier Mal haben wir den kleinen Kerl gestern mit Beofutter und etwa 6 Mehlwürmern gefüttert.
An die Zoophobas habe ich mich nicht rangetraut, die sehen so riesig aus.
Außerdem habe ich ein sehr hilfreiches Telefonat mit Herrn Wolf, dem Umweltschutzbeauftragten der Stadt Grevenbroich geführt, der mir weitere gute Tipps gegeben hat.
Heute hüpft der "Kleine" schon recht munter durch seinen Käfig, versucht, nach der Hand zu hacken und ich glaube, er hat tatsächlich selbständig gefressen, gestern Abend hatte ich noch ein kleines Stück gekochtes Eigelb auf den Stein gelegt, das ist jetzt weg.
Ich habe leider keine Auffangstation in meiner Nähe gefunden, die in Mönchengladbach nimmt nur Greifvögel.
Vielleicht gibt es ja hie rim Forum jemanden, der einen Tipp für mich hat, wo ich den Vogel artgerecht unterbringen kann. Auch weitere Tipps zum Umgang mit dem Tier nehme ich gerne entgegen, da ich mit Vogelhaltung überhaupt keine Erfahrung habe und der Meinung bin, Vögel gehören nicht in Käfige sondern dahin, wo sie frei leben und fliegen können...



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