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  • 1 Beitrag von Hexe Elstereule
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Wer kann mir mit guten Ratschlägen helfen?

Dies ist eine Diskussion über 'Wer kann mir mit guten Ratschlägen helfen?' im Andere Rabenvögel Forum. Teil der Rabenvögel Kategorie; Ich heiße Carmen, komme aus Viersen und benötige dringend gute Ratschläge. Vor ca.10 Wochen fanden meine Eltern auf dem Friedhof ...

  1. #1
    Neuer Benutzer
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    Wer kann mir mit guten Ratschlägen helfen?

    Ich heiße Carmen, komme aus Viersen und benötige dringend gute Ratschläge.
    Vor ca.10 Wochen fanden meine Eltern auf dem Friedhof eine junge Dohle die auf dem Rücken lag.<br>Sie war nach wenigen Tagen wieder fit. Da ich ständig Tiere aufpäppel und das recht bekannt ist (leider), die Probleme kennt sich jeder, wurde mir Tage später eine weitere Dohle gebracht, vom Alter her sind beide gleich alt, es waren wohl Ästlinge. Diese zweite Dohle hatte einen Beinbruch, eine Beinlähmung und eine Beckenbruch, der erst später diagnostiziert worden ist.

    Die beiden Dohlen verstehen sich prächtig, nun zum Problem. Die eine Dohle könnte ausgewildert werden, die andere leider nicht mehr, weil sie weder fliegen noch gehen kann. Sie frisst selbstständig, kann aber leider nur stehen, ihre Beine stehen sogar manchmal überkreuzt und der kleine Körper steht dementsprechend schief, was sehr traurig ist, aber sie will leben und wird von der gesunden Dohle auch beschützt und beschmust.

    Was würdet ihr machen? Lass ich die gesunde Dohle raus, ist die behinderte alleine und ich weiß auch nicht wie sie ohne einander klar kommen. Es ist zum verzweifeln. Derzeit habe ich eine schlimm nierenkranken Kater, wo jeden Tag der letzte Tag sein könnte. 5 weitere Katzen, einen Hund und 83 Tauben, alle wurden krank gefunden über die Jahre und leben in einer Voliere.Ich hoffe auf gute Ideen. Vielleicht sucht jemand für seine behinderte Dohle noch einen Partner.

    Gruß Carmen

  2. #2
    Moderator Avatar von Hexe Elstereule
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    Hallo Carmen!
    Gut, dass Du Dich der Vögel angenommen hast, andere gehen einfach vorbei.
    Du möchtest einen Rat, allerdings wird dir der Rat nicht gefallen. Versuche zunächst mal, die menschliche Gefühlsseite aus und die Objektivität einzuschalten, denn mit menschlichen Gefühlen ist dem behinderten Vogel nicht gut geraten.
    Die gesunde Dohle kannst, mußt Du auswildern. Auch wenn sie den behinderten Vogel beschmust, irgendwann ist es mit dieser Partnerschaft zuende, spätestens mit der Geschlechtsreife. Ein gesundes Tier wird es schwer haben mit einem derart stark behinderten Partner. Gib sie frei, damit sie ein artgerechtes und normales Leben führen kann!
    Nun zu dem behinderten Tier: was Du nicht weißt, was aber mit großer Wahrscheinlichkeit eintreten wird:
    Vögel, die dazu verdammt sind, ihr Leben auf dem Bauch liegend oder stehend zu verbringen, haben keine lange Lebensdauer. Das Sterben dauert jedoch viel zu lange...nämlich bis ihr Körper versagt.
    Ein Vogel muß sich bewegen können, um das ganze Atemsystem zu belüften. Das Atemsystem besteht neben den Lungen aus Luftsäcken und hohlen Knochen. Das alles ist sehr anfällig gegenüber Infektionen, wenn das System nicht durchlüftet wird und das geschieht nur bei Bewegung, im Sitzen atmet der Vogel flach. Oft eröffnen dann Pilzinfektionen den Reigen, gefolgt von bakteriellen Infektionen etc.
    Dann zu den Frakturen: wenn der Vogel weder laufen noch fliegen kann, ist das schon ein elendiges Leben. Nur weil er frißt,geht es ihm lange nicht gut. Durch die ganze Körperfehlstellung wird er zeitlebens Schmerzen haben. Früher oder später werden sich noch andere Probleme zeigen: Gelenkentzündungen, wunde Stellen, andere orthopädische Probleme, die schmerzhaft sind. Die Körperpflege wird unter der Bewegungslosigkeit leiden, dann das Gefieder.
    In unserer Station haben wir solche Krüppelchen beobachtet und sind zu dem Schluß gekommen, dass eine Euthanasie gnädiger ist. Oft sind diese Krüppelchen gerade besonders liebenswert, aber durch unsere menschliche "Gefühlsduselei" sind sie zu einem furchtbaren Leid verurteilt, dass wir nicht ermessen können.
    Bei uns werden mittlerweile solche Vögel eingeschläfert, die nicht laufen, klettern und nicht fliegen können. Diese Behinderung nimmt dem Vogel alle seine natürlichen Bewegungsmöglichkeiten und somit ist keine annähernd artgerechte Haltung möglich. Wenn ein Vogel nicht mehr fliegen kann, muß er wenigstens gut laufen und, je nach Art klettern können. Alles andere ist Tierquälerei! Wir können keine schwerbehinderten Wildvögel so halten, dass sie eine akzeptable Lebensqualität haben. Vögel sind keine Menschen, die man in einen Rollstuhl packen und Intensivpflege nutzen kann.
    Selbst manchen Haustieren wird gerne aus allzu menschlichen Gesichtspunkten das Sterben verweigert. Ich hatte mich darüber schon mit einigen Tierärzten unterhalten, die immer wieder voller Entsetzen miterleben, was die Halter den schwerstkranken oder behinderten Haustieren noch alles zumuten. Die Tiere müssen den Kelch bis zur bitteren Neige ausleeren, weil ihr Besitzen sie nicht gehen lassen will.
    Zeige Gnade bei dem behinderten Dohlchen, etwas anderes kann ich Dir leider nicht raten.
    LG
    Angie
    Elstermama sagt Danke für diesen Beitrag.

  3. #3
    Moderator Avatar von Gaby
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    So schwer es mir auch fällt, muß ich Angie zustimmen.

    Auch ich höre oder lese sowas nicht gerne,hab aber auch schon die Erfahrung machen müssen,und Angie ,wie auch ich und alle anderen hier,tun sich damit schwer und geben so schnell kein Tier auf,aber manchmal ist es der einzige Weg um ein qualvolles Dahinsiechen zu vermeiden.

    LG Gaby
    "If men had wings and bore black feathers, few of them would be clever enough to be crows" Rev. Henry Beecher 1810

  4. #4
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    Danke

    Hallo Angie,

    danke für die lieben Worte ohne Vorwürfe. Ich habe es vermutet, dass diese Antwort kommt. Die Vorstellung ist schrecklich, aber auch ich finde dieses Leben nicht schön für die behinderte Dohle, auch wenn es die Entscheidung nicht leichter macht.

    Nochmal zu der gesunden Dohle, ich lebe am Rande der Stadt am Feld, ganz in der Nähe ist ein Dohlenschwarm, einmal täglich kommen sie sogar bis zu meinem Haus.
    Soll ich die gesunde Dohle mit einer kleinen Voliere einfach in den Garten stellen und sehen was passiert?
    Auf dem Feld gibt es auch 2 Sperber. Den Tag der Auswilderung finde ich immer extrem anstrengend, weil man nicht weiß, wie sich alles entwickelt.

    Finde ich hier im Forum auch einen Eintrag zur Fütterung?

    Ich will sehen, dass ich einen guten Tag finde, um diese Entscheidungen treffen zu können, derzeit steht mir noch eine OP bevor, von daher bin ich derzeit auch nicht so ganz auf der Höhe.
    Wenn dann kommt ja bekanntlich alles zusammen.

    LG und Danke
    Carmen

  5. #5
    Moderator Avatar von Hexe Elstereule
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    Vorwürfe sind fehl am Platz, ich stehe oft genug selbst vor solch einer Entscheidung und muss mich manchmal sehr bemühen, die Objektivität nicht fallen zu lassen. Wir sind Menschen, wir haben nun mal starke Emotionen. Mitleid ist im Tierreich ein Fremdwort, das gibt es nur beim Menschen. Lass Deine Entscheidung in Ruhe angehen, Du wirst einen Tag für Dich und das Tier finden.
    Das gesunde Dohlchen lass frei, wenn alle anderen auch da sind. Laß das Dohlchen Kontakt mit seinen Artgenossen schließen, dann weiß es, wo es hingehört. Im Schwarm sind sie auch sicherer vor dem Greifen.
    Im ernährungsthread mußt Du Dich mal durchlesen, ich glaube, da steht auch was über Dohlen. Wenn nicht, dann frag einfach:-))
    Ansonsten Gute Besserung!
    LG
    Angie

  6. #6
    Supermoderatorin Avatar von Elstermama
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    Gute Besserung für Dich Carmen.

    Ansonsten bin ich der Meinung von Angie und Gaby, so leid es einem tut, doch denkt man weiter.
    Eine gesunde Dohle einzusperren, die freiheitstauglich und klar im Kopf ist, geht gar nicht. Was wäre, wenn die Zwei geschlechtsreif werden? Der kranke Vogel würde spätestens beim Versuch Eier zu legen sterben ...

    Es wird Dir nicht leicht fallen, doch laß das kranke Dohlchen bitte erlösen.
    LG Andrea

  7. #7
    Moderator Avatar von bluebabyzoe
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    Zitat Zitat von Carmen Beitrag anzeigen
    Nochmal zu der gesunden Dohle, ich lebe am Rande der Stadt am Feld, ganz in der Nähe ist ein Dohlenschwarm, einmal täglich kommen sie sogar bis zu meinem Haus.
    Soll ich die gesunde Dohle mit einer kleinen Voliere einfach in den Garten stellen und sehen was passiert?
    Auf dem Feld gibt es auch 2 Sperber. Den Tag der Auswilderung finde ich immer extrem anstrengend, weil man nicht weiß, wie sich alles entwickelt.
    Dohlen korrekt auszuwildern dauert Wochen.
    Selbst wenn sie sich an Wildbestände anschließen sind sie nicht von heute auf morgen wild und in der Lage sich ausreichend zu ernähren. Das dauert Wochen ! Bis Mitte /Ende August sind junge Dohlen immer noch teilweise abhängig von ihren Eltern.
    Dohlen sind natürlich Gewohnheitstiere und wenn die Dohlen täglich an deinem Haus Rast machen und sich wahrscheinlich irgendwo Nahrung in Form von Taubenfutter erhoffen, findet deine Dohle auch nach Hause( vorrausgesetzt ihr Herz-Kreislaufsysthem hält die langen Flugstrecken durch und sie erkennt ihr zu Hause als zu Hause ) !
    Wie hast du die Dohlen denn bisher gehalten ? Kleine Voliere in den Garten stellen hört sich irgendwie merkwürdig an ! Waren die denn nie draussen ?

    Ein Vogel der nicht laufen kann, kann auch nicht fliegen, er muß ja irgendwie abheben und vorallem landen können. Natürlich könnte man den Vogel nochmal einem vogelkundigen TA vorstellen, evtl. sogar operieren lassen, aber ganz klar das sind hohe Kosten, meist ohne Garantie auf Genesung, vielleicht sogar unnötige Quälerei .........solche Gelder (wenn man sie denn hat), sollte man eigentlich besser in den Dohlenschutz stecken !

    Einschläfern ok, das ist hart, aber irgendwie hatte ihr Leben ja einen Sinn, die andere Dohle hat eine Chance bekommen, sie ist nicht alleine aufgewachsen und hatte wenigstens soziale Kontakte ! Jedes Leben hat irgendwie einen Sinn.
    LG Sunny
    Elstermama sagt Danke für diesen Beitrag.
    Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“ Antoine de Saint-Exupery

  8. #8
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    Die Dohlen sind bislang draussen in einer Voliere gewesen, ca. 12 qm² und 3 m hoch. Die kleine Voliere wollte ich nur anbieten, damit sie einen Futterplatz hat bei der Auswilderung.
    Die behinderte Dohle war mehrmals beim Tierarzt auch bei einer Vogelkundigen Ärztin, alles andere bringt bei einem Vogel eh nichts, das weiß ich von den Tauben.
    Die Meinungen gehen auseinander, bei der letzten Vorstellung, hieß es, bei einem geeigneten Platz, würde nichts dagegen sprechen, die behindete Dohle leben zu lassen.

    Bei einem anderen hieß es, einschläfern.

    Es ist ein Kreuz, von den Tauben, ob Wildtauben oder Stadt und Brieftauben, keinne ich das Problem, trotzdem habe ich etliche Tauben die behindert sind und sich ihres Lebens freuen.

    Ein immer wieder schweres Thema.

    LG
    Carmen

  9. #9
    Moderator Avatar von bluebabyzoe
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    In der "Natur" gibts natürlich auch behinderte Vögel, die müssen auch mit ihren Behinderungen zurechtkommen. Ich kenne auch behinderte Dohlen, die über Jahre überleben, sogar brüten und Junge aufziehen. Aber klar, es hängt vom Grad der Behinderung ab, inwieweit sie überlebensfähig sind und natürlich vom Lebensraum.

    Meinungen gehen immer auseinander, das ist ja klar. Menschen sind sehr unterschiedlich gestrickt .
    Ich habe dies Jahr auch eine behinderte Dohle aufgezogen, letztes Jahr hätte ich das glaube ich nicht getan ! Entscheidungen hängen ja auch von dem aktuellen persönlichen psychischen Zustand ab. Wenn ein Vogel nicht laufen und fliegen kann, dann ist für mich irgendwo die Grenze erreicht. Aber wenn man so ein Tier aufnimmt, dann weiß man nie, wie es sich entwickelt. Man muß also Entscheidungen für das Tier treffen, d.h. Verantwortung übernehmen.

    LG Sunny
    Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“ Antoine de Saint-Exupery

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