Hallo Saskia,
könntest Du mir die Quellen deiner Aussage mitteilen?
Gruß Klaus.
Dies ist eine Diskussion über 'Unser Dorfkolki' im Der Kolkrabe Forum. Teil der Rabenvögel Kategorie; Hallo Saskia, könntest Du mir die Quellen deiner Aussage mitteilen? Gruß Klaus....
Hallo Saskia,
könntest Du mir die Quellen deiner Aussage mitteilen?
Gruß Klaus.
Sehr viele persönliche Beobachtungen von vielen sehr zuverlässigen Leuten u.a. von einer Freundin von mir, die Landwirtin in OH ist und die jahrelang eine kleine Schafherde nebenbei gehalten hat. Ich selbst habe schon mehrere Attackenopfer (Lämmer) in Augenschein genommen.
In welchem körperlichen Zustand sich neugeborene Lämmer in den ersten Lebenstunden befinden, kann man in jedem Fachbuch über tierärtzliche Geburtshilfe nachlesen und natürlich auch in jedem Handbuch für Berufsschäfer.
Jeder Tierarzt, der in Hannover studiert hat, durfte mehrere Schafsgeburten persönlich miterleben und weiß das aus eigener Erfahrung - auch, wenn er sich später der Behandlung von anderen Tieren zuwendet.
In persönlichen Gesprächen mit Mitarbeitern unserer Naturschutzbehörde, durfte ich ebenfalls erfahren, dass denen die Problematik alles andere als unbekannt ist. Solange der Bund oder das Land nicht bereit ist, zu entschädigen, dürfen die das aber natürlich nicht laut sagen.
Ich glaube in Bundesländern, wo das Auftauchen eines einzelnen Kolkraben noch eine richtige Sensation ist, kann man sich nur schwer vorstellen, was da abgeht, wenn sich so 20-30 gefiederte schwarze Junggesellen auf eine Mutter in der Geburt stürzen.
Ich bin selbstverständlich absolut dagegen, den Kolkis irgend etwas anzutun, ich möchte einfach nur, dass angemessen entschädigt wird, damit alle zu ihren Recht kommen.
LG Saskia
Branos
Zitat:
Wolfgang Epple Rabenvögel
Schäden, unter die Lupe genommen
Seite 26,27,28
Persönliche Beobachtungen habe ich nicht machen können. Aber eigene Gedanken dazu.Die sehr viel stärkeren Kolkraben mit ihrem klobigen Schnabel sind im Gegensatz zur Aaskrähe eher in der Lage, junge Weidetiere druch Schnabelhierbe zu verletzen oder zu töten.Aber auch hier haben eingehende Studien und Überprüfungen vermeidlicher Schreckensmeldungen dargelegt, daß bis auf wenige Ausnahmen nur geschwächte und kranke Tiere getötet werden.
Vom Großem Heuberg auf der Schwäbischen Alb in Württemberg wurden 1992 und 1993 von insgesamt 12 Schäfern, die dort etwa 5.000 bis 6.000 Schafe haben, innerhalb von nur zwei Jahren 327 "durch Rabenvögel" getötete und 418 "durch Rabenvögel" verletzte Lämmer gemeldet. Diese Nachrichten - durch eine sensationshungrige Tagespresse noch aufgebauscht - veranlaßten das baden-württembergische Umweltministerium zum Auftrag eine Studie, die V. Hennig seit 1994 durchführte.
Erstes Ergebnis war: 1994 gab es in diesem Gebiet unter kontrollierten Bedingungen lediglich 39 "Auswirkungen" von Kolkraben auf Schafe, wobei auch leichte Pickspuren an toten Schafen mitgerechnet wurden. Dies ist umso überraschender, als die als Übeltäter in Frage kommenden Rabenvögel dieselbe war wie in den Vorjahren:..... durchschnittlich 120 Rabenkrähen und 30 bis 35 Kolkraben jeweils aus der Nichbrütersozietät...
Zu den wirklich nachgewiesenen 39 Schadensfällen durch Kolkraben im Jahr 1994 gehören die folgenden Fakten: Neun Lämmer wurden noch lebend von Kolkraben angepickt, die anderen waren vorher schon tot. Ein einziges Lamm hätte vom Gewichts- und Gesundheitszustand her vermutlich Überlebenschancen gehabt, wäre es nicht von Kolkraben attackiert worden. Die anderen waren stark geschächt, untergewichig, krank, bewegungeingeschränkt und damit ohnehin nicht lebensfähig.
Bei Interessenskonflikten zwischen "Mensch und Natur" hab ich die Erfahrung gemacht, dass die Natur sehr oft der Verlierer war. Oft hätte man durch angepasste Rahmenbedingungen viel Negatives vermeiden können - der Aufwand wurde nicht geleistet.
Die billige bzw. kostenlose Nutzung der Natur ohne Rücksicht auf die in ihr lebenden Geschöpfe ist der Standard. Es kann auch anders gehen.
Die Kolkraben bei euch sind doch auch nicht von heute auf morgen aufgetaucht. Warum hat man dann nicht darauf reagiert? Entweder entscherft oder trägt man die Gefahr. Wenn's schief geht, zu schimpfen und díe Schuld des eigenen Versagens bei den Rabenvögeln zu suchen und die Allgemeinheit zur Kasse zu bitten ist doch jämmerlich.
Gruß Klaus.
Mit dem Auszug aus dem Buch kamst Du mir zuvor Klaus. Wie gefällt es Dir übrigens?
Wie meinst Du das mit dem "entschärfen"?
Klar ist doch, daß jeder Mensch erstmal überlegt, ob bei einem Schaden eine Versicherung greift, um ihn so klein wie möglich zu halten. Kann mich nur noch dunkel an die Geschichte erinnern, wo wieder Wölfe angesiedelt wurden und angeblich durch diese jede Menge Schafe zu Tode kamen. Festgestellt wurde dann, daß keine Hütehunde eingesetzt wurde und viele Schafe abgestürzt waren ...
LG Andrea
Das Buch von Wolfgang Epple informiert auch sehr umfassend über 9 mitteleuropäische Rabenvogelarten
und alle wichtigen Themen die zu Mißverständnissen und Streitigkeiten geführt haben , oder immer noch führen..... wie zB. über die angeblich so großen Schäden bei Schafherden, für die Raben verantwortlich gemacht werden.
Über das Thema wird ausführlich berichtet und auch über Studien aus verschiedenen Ländern und die Ergebnisse.
In dem Buch werden viele Fragen beantwortet, die ein Laie haben kann - und mit Vorurteilen "aufgeräumt"
Wer sich mit dem Thema Rabenvögel noch mehr beschäftigen möchte, findet viele ausgewählte Literaturhinweise.
Super, daß es gerade hier erwähnt wurde - mir gefällt`s sehr gut.
LG Annette
Hatte das Buch Klaus als Einstieg empfohlen, zumal es auch nicht teuer ist wie ich finde und wie Du erwähnst Annette, alle Rabenvögel kurz erklärt.
LG Andrea
Branos
Das Buch Rabenvögel ist SUPER
Elstermama
Die Gefahr entscherfen - hier: die Scharfe bei der Geburt vor dem Zugriff durch Kolkraben mit entspechenden Maßnahmen schützen. z.B.: geschlossener Unterstand, Schutzhund, Stall, Schutzesel, ... einfach nicht sich selbst überlassen.Wie meinst Du das mit dem "entschärfen"?
Gruß Klaus.
Heute hab ich Kolki endlich mal wieder gesehen, er scheint doch recht standorttreu zu sein.
Heute war er auf einer Kuhkoppel, wieder alleine. Normal ist das doch nicht !
LG Sunny
„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“ Antoine de Saint-Exupery
Kann es sein das er noch nicht solange bei euch in der Gegend ist?
Vielleicht einer vom Vorjahr,der ein eigenes Revier brauchte.
LG gaby
"If men had wings and bore black feathers, few of them would be clever enough to be crows" Rev. Henry Beecher 1810
Dann schmeis mal ein halbes Lamm rüber, vielleicht frisst er dann
LG
Wichtig: Wenn ein Beitrag von mir auf 2 Arten verstanden werden kann und der Eine verletzt Dich, dann meine ich den Anderen
Nach dem Motto;
gestern standen wir am Abgrund - heute sind wir einen Schritt weiter.
Die Menschheit können wir in zwei Teile dividieren. 50% lieben die Tiere. Die andere Hälfte hat als einzige Beziehung zur Fauna die Milben in ihrer Matratze.
Erfahrung ist eine gute Sache. Leider macht man sie erst kurz nachdem man sie gebraucht hätte!
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