Hallo alle zusammen!
Meine Name ist Tim. Ich bin ein Kolkrabe, den seit einigen Monaten echt das Pech verfolgt.
Ich wohnte seit ca. 3 Jahren in einem staatlich geleitenen Tierpark mit meinen Freunden Tom und Jakob. Wir hatten eine schöne große Voliere, in der zumindest Tom und ich gut fliegen konnten. Jakob kam mit einer Verletzung in den Tierpark, der ihn aufgenommen hat, weil er in der freien Natur aufgrund des Verlusts seiner Flugkünste nicht mehr überlebt hätte. Und damit er nicht so allein war, kamen wir beide hinzu. Außerdem beherbergt der Park zwei weitere frei lebende Brutpaare, die uns ab und an auch mal besuchen kamen und uns ärgerten.
Eigentlich war es ein zufrieden stellendes Rabenleben für uns drei. Natürlich wäre das Leben als frei lebender Rabe noch schöner gewesen, aber ich weiß nicht, ob wir mittlerweile noch dazu fähig wären, weil wir uns schon zu sehr an die Menschen gewöhnt haben, die uns unser Futter und Spielzeug bringen.
Wie gesagt, eigentlich waren wir zufrieden.
Dann kam der Winter 2009. Eine FÖJlerin entdeckte, dass mit Toms Fuß etwas nicht stimmte und dass Tom und ich öfter mal "sabberten", was wir Raben eigentlich nicht machen.
Daher entschied man, uns einzufangen und von Nahem nach dem Rechten zu sehen.
Die Diagnose war verheerend: Tom und ich hatten Schnabelpilz! Bei Tom war er bereits auf den Fuß übergegangen.
Tom hatte bei weitem mehr Glück als ich: Wir verbrachten zusammen 3,5 Monate bei der Tierärztin, um zu genesen. Tom wohnt mittlerweile wieder bei Jakob, aber ich bin weiterhin in "Einzelhaft" bei der Tierärztin, weil der Pilz meinen Schnabel zu mehr als zwei Drittel zerstört hatte.
Mittlerweile ist das Horn wieder ganz gut nachgewachsen, aber es fehlt noch immer ein Stück, weshalb es bestimmt noch zwei Monate dauern wird, bis ich zu meinen Kumpanen zurück kann.
Die Tierärztin bezahlt mittlerweile meine Versorgung aus der eigenen Tasche, weil die Parkleitung mich anscheinend aufgegeben hat.
Sie versucht, mir meinen Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Mittlerweile hab ich eine fast blinde Krähe als Leidensgenosse bei mir. Wir verstehen uns recht gut.
Aber damit ist meine Pechsträhne noch nicht zu Ende!
So ein bösartiger Marder hat sich nämlich irgendwie in die Voliere Zutritt verschafft und mir am Flügel gerissen. Jetzt ist mein Flügel mal mindestens gezerrt und meine Laune endgültig am Boden. Wie soll ich denn mit der Tierärztin fangen spielen, wenn ich nicht mal mehr fliegen kann? Werde ich jetzt so enden wie Jakob? Ein Rabenleben am Boden? Das Essen will mir nicht mehr schmecken, sogar meine Mäuse lasse ich liegen und mit der Gesamtsituation bin ich mehr als unzufrieden. Ich will wieder nach Hause!
Ich weiß, die Verantwortlichen des Parks hätten früher mehr tun können. Aber mir geht es nicht um hätte, wäre, könnte.
Denn ich sitze JETZT in diesem Schlamassel und man kann davon nichts rückgängig machen.
Ich brauche JETZT Hilfe!
Wisst ihr vielleicht, wie man mich wieder aufmuntern könnte? Oder welches Futter mir schnell wieder zu Kräften helfen könnte?
Vielen Dank schonmal!
Liebe Grüße
Der Kolkrabe Tim



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