Ich habe eine traurige Geschichte hinter mir, vor zwei Monaten fand ich Amy eine kleine Rabenkrähe neben dem Kopf und ein paar Federn ihres Geschwisterchens. Sie hatte fast komplett weiße Flugfedern und eine Fehlstellung der Beine und eine Bissverletzung am Flügel. Anfangs erholte sie sich gut, wurde sehr zutraulich und anhänglich, ich nahm sie mit zur Arbeit, wo sie draußen in einer Voliere bleiben durfte, in der Mittagspause machten wir immer einen Spaziergang. Sie fraß kaum selbstständig, nur Lebendfutter jagte sie gerne. Irgendwann musste ich mit der Zwangsfütterung anfangen, da sie sonst einfach nicht genug zu sich nahm. Vor einer Woche wurde eine zweite Rabenkrähe (auch weiße Federn) bei mir abgegeben. Ich freute mich, dass Amy nun einen Artgenossen hatte mit dem sie aufwachsen konnte, doch sie baute plötzlich rasant ab, Atmete schwer und war sehr schlapp. Die nächste Kotprobe zeigte warum. Luftröhrenwürmer (Bei der ersten war nichts festzustellen) Auch Lio die zweite Krähe trug diese Bestien in sich. 3 Tage kämpften wir um ihr Leben. Wir verloren. Es war kein Futter mehr in sie hineinzubekommen, sie konnte nicht mehr Schlucken. Ich bin unsagbar traurig, noch nie hatte ich eine so innige Beziehung zu einem Tier. Es tut mir Leid, dass ich nicht genug Wissen hatte um ihr rechtzeitig zu helfen.
Bleibt Lio, die letzte Kotprobe besagt, er hat die Luftröhrenwürmer besiegt, doch wir hatten eine schwere Zeit, er wurde bis er zu mir kam durch drei Hände gereicht, hat dann einen Medikamentenmarathon hinter sich und die Gabe war nicht angenem. Er stellte das Fressen ein- Zwangsernährung. Dann war aus, er hasste mich, schrie wenn ich in seine Nähe kam als wolle ich ihn umbringen. Er hatte furchbare Angst vor mir. Nun machen wir langsam Fortschritte. Ich biete ihm alles mögliche an, damit er irgendetwas frisst, denn er hat abgenommen. Wir haben Eifutter, Fettfutter, Beo Insektenfutter, Beoperlen, Rindergulasch, Rindertartar, und Rabenrührei (Rezept Wildvogelhilfe. org) Heimchen Mehlwürmer Zophobas dazu Vogelgrit. Rabenrührei war bis gestern das einzige, was er angerührt hat. Endlich ist er dann an Lebendfutter ran, hat gestern sehr viele Zophobas verdrückt und ich habe den Eindruck, die haben ihm nicht gut getan. Lass sie nun weg und befolge Sunny's Tip ihn fettarm zu ernähren.
So ängstlich und agressiv er bis jetzt war, scheint es wie ein Wunder, dass er sich auf einen Schlag füttern lässt und mir überall hin folgt. Ich weiß er soll sich nicht so sehr an Menschen gewöhnen, aber da er mir nun Vertrauen schenkt, scheint er um einiges fitter und das wichtigste: er frisst!
So kann ich mit ihm auch raus in die Natur, haben heute unseren ersten Ausflug gemacht und er hatte sehr viel Spaß.
So wie sein Gefieder aussieht, wird er bis zur nächsten Mauser bleiben müssen, falls er bis dahin überlebt, denn Kokzidien und irgendwas, was ich mir nicht merken konnte haben wir noch nicht besiegt, daher kommt vorerst auch keine Vergesellschaftung in Frage, zumal wir noch eine Weile kontrollieren müssen, ob die Luftröhrenwürmer wirklich weg sind. Auch darum freut es mich, dass er nun Kontakt sucht, vielleicht ist er nicht ganz so einsam, wenn er wenigsten menschlichen Kontakt hat.
Liebe Grüße Miri



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