Hallo!
Habe mich zwar registriert, kann aber noch keine Beitraege schreiben, deshalb hier das Thema...
Die Geschichte ist paar Jahre alt, ich wurde aber deswegen jetzt angemeckert, so grabe ich es aus und bitte um Antwort/Aufklaerung. Habe ich mich falsch verhalten oder nicht? Ich glaube richtig gehandelt zu haben. Also die Story:
Eines morgens fand ich auf dem Balkon einen Vogel vor, es war eine Dohle. Erst hielt ich inne, dann rannte ich in die Küche, holte Brot (nicht aufschreien, ich hatte noch nie vorher mit so einem Vogel zu tun, das war eine erste Reaktion) und versuchte dem Vogel vorsichtig was zu geben. Zu meinem größten Erstaunen zeigte er keinen Scheu, er kam sofort zu mir und frass es auf. Ich sprach zu ihm, er "antworte", kurz und gut: nach paar Minuten saß er mir auf dem Schulter. Als ich dann spaeter wieder in die Küche ging, flog er mir durch die ganze Wohnung hinterher.
Seit dem Momen waren wir unzertrennlich. Den ganzen Tag verbrachte er bei mir (wegen meiner Beschaeftigung war ich praktisch immer zu Hause), wenn ich am Schreibtisch saß, rumorte er dort herum, wenn ich Zeitung las, pieckte er die Seiten.
Eine weitere Überraschung bereitete er mir 2 Tage spaeter. Die Garage lag neben dem Haus, direkt am Zaun. Das Verfahren: Garagentor aufmachen, Auto rausfahren, Garagentor zumachen, einsteigen, losfahren... nun, Pustekuchen! In dem Moment, wo ich ausstieg, um den Garagentor zu schließen, huschte meine Dohle ins Auto, hockte sich auf die Kopfstütze des Beifahrersitzes und wartete darauf, daß ich losfuhr. Und das jedes mal! Es war eine taktische Aufgabe unbemerkt loszufahren, sonst war sie im Nu im Auto. Ich nahm sie oft mit, sie wartete geduldig im Wagen auf mich, bis ich zurückkam. Oder sie kam auf dem Schulter mit zum Markt, in den Kindergarten um meine Tochter abzuholen, usw.
Abends als es graute, flog sie auf einen großen Wildkastanienbaum und verbrachte die Nacht dort. Morgens meldete sie sich wieder, in dem er um das Haus flog und alle Fenster nacheinander anklopfte, bis eine(r) sich gemeldet hat.
Ich habe sie nie eingesperrt, kein Kaefig, keine Voiliere, sie blieb frei. Der "traurige" Ende: einige Monate spaeter, als wir in den Urlaub fuhren, hielt sie noch fast 3 Wochen durch und wartete auf mich. Aber zwei Tage vor unserer Ankuft verschwand sie, wie es berichtet wurde. Ich vermisse sie natürlich auch heute noch, glaube aber richtig gehandelt zu haben, als ich sie für unsere Urlaubszeit nicht einsperrte.
Nun, weshalb ich die ganze Geschichte erzaehlt habe: vor einigen Tagen wurde ich in einem ungarischen Vogelforum (diese Geschichte ereignete sich in Budapest, hatte dort eine Firma, deshalb war ich da) angegriffen, als verantwortungsloser Mensch angeeckt, weil ich "meinen" Vogel im Stich gelassen haben soll, nicht auf in audgepasst haben soll, da ich die Dohle für die Nacht und für die Zeit, wo wir nicht da waren, nicht in eine Voiliere gesperrt habe.
Ich bin kein Vogelhalter, nur ein Tierfreund. Ich gaube, daß man das Vertrauen, die "Liebe" des Tieres nicht damit vergelten darf, daß man es hinter Gitter steckt, sondern ihm die Feriheit laesst.
Habe ich richtig gehandelt, oder waren die Vorwürfe berechtigt? Haette ich "meine" Dohle einsperren müßen? Auch "fachkundige" mögen bitte antworten, die wirklich WISSEN es, nicht nur Leute wie ich, die ihr Tun durch Zuneigugng leiten lassen. Danke im Voraus!



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