Als schon lange begeisterte Krähenfreunde, haben meine Freundin und ich uns 1996 dazu entschieden, unseren gemeinsamen Sohn Theo Corvus zu nennen. Einige Tage, oder Wochen nach der Geburt wollte meine Freundin den Namen beim Standesamt eintragen lassen. Ich war bei der Arbeit, sie rief mich an und erzählte mir, daß die Standesbeamtin den Namen nicht zulassen würde, worauf ich ein kurzes Telefonat mit eben dieser BEAMTIN führte in dem sie mir erklärte, daß Corvus kein gebräuchlicher Vorname wäre.
Auf meine Frage wie denn ein Name gebräuchlich werden würde konnte sie mir auch keine Auskunft geben.
Stattdessen fragte sie mich was der Name denn überhaupt zu bedeuten hätte. Ich erklärte ihr, daß er soviel wie Rabe bedeutet, woraufhin sie mit einem sehr robusten "KEINE TIERNAMEN" antwortete. Auch müsse der Name klar einem Geschlecht zuzuordnen sein, meine Vergleiche mit "Markus" und "Livius" ließ sie nicht gelten. Ich habe sie dann gefragt, wie es dann mit "Wolf", oder "Swantje" aussehen würde.........
Antwort:"Das sind ja gebräuchliche Vornamen!".........Womit wir wieder am Anfang unserer Dikusssion angekommen waren. Kurz und gut wir haben erstmal nicht darauf bestanden und der Eintrag in Theos erste Geburtsurkunde lautete:"Ein Knabe der noch keinen Vornamen erhalten hat mit dem Familiennamen H....."
Dann dachten wir uns, wir sitzen das in bewährter Altkanzlermanier aus und siehe da, nach ca. 6 Monaten meldete sich der Vorgesetzte unserer Standesbeamtin und erkundigte sich warum unser Junge denn noch keinen Namen erhalten hätte. Ich schilderte ihm die Situation und konnte die liebe Frau im Hintergrund energisch alles abstreiten hören.....Naja wie auch immer, eine Woche später hielten wir eine neue Geburtsurkunde in den Händen auf der nun unter Vorname "Theo Corvus" steht.
Und der kleine scheint tatsächlich etwas von einem Raben an sich zu haben, denn als er etwas über 4 Jahre alt war habe ich mit ihm zusammen den Berliner Zoo besucht und natürlich auch bei den Kolkraben vorbeigeschaut. Da hat er mich gefragt, ob der Rabe ihm wohl eine Feder schenken würde, ich antwortete ihm er solle ihn doch einfach fragen. Also ging der kleene hin und fragte. Was dann geschah werde ich wohl meinen Lebtag nicht vergessen. Der Rabe, der bei jedem der vorbeikam eilends seinen Kletterast aufsuchte kam ganz dicht an den Zaun heran und führte eine Art -ja ich würde beinahe sagen- Balztanz auf. Er hat sich aufgeplustert verschiedenste Laute von sich gegeben und mit den Flügeln seltsamste "Verrenkungen" veranstaltet. Als der nächste Zoobesucher vorbeilief verzog sich der Vogel rasch wieder auf seinen Ast und kehrte -als die Luft wieder rein war- zu Theo zurück um weiter zu "tanzen".
Das ganze ging so ungefähr 10-15 Minuten.
Heute ist Theo 13 und wir erinnern uns immer wieder gern an dieses Erlebnis!
Beste Grüße
René



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