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Flugkunst

Dies ist eine Diskussion über 'Flugkunst' im Geschichten vom Rabenvogel Forum. Teil der Rabenvögel Kategorie; Das erste Mal wurde ich auf Rabenvögel aufmerksam als ich sah, ich im Auto, wie nebenan über dem Feld zwei ...

  1. #1
    Benutzer Avatar von gehtnix
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    Flugkunst

    Das erste Mal wurde ich auf Rabenvögel aufmerksam als ich sah, ich im Auto, wie nebenan über dem Feld zwei Raben flogen und einer was wohl in den Klauen hielt. Dann lies er das los und der/die andere tauchte im Sturzflug ab und fing den Stock noch in der Luft!

    Dann, erst vorletztes Jahr im Herbst, sah ich in der Luft so an die 50-75 Krähen. Die Treffen sich ja nachmittags zum Kaffee Die flogen, kreisten alle ziemlich hoch. Wenn die dann eine bestimmte Höhe hatten, dann aber im Sturzflug runter bis kurz über die Häuser und dann wieder nach Oben. So wie sich das ansah, aus lauter Spaß an der Freud.

    Und jetzt noch der Kunstflug:
    Ich wohne im zweiten Stock mit Balkon. Winter mit Schnee und minus 10°, also schon ne Weile her. Für Krähen habe ich immer im Winter so ein zwei Wurstscheiben auf die Balkonbrüstung rausgelegt.

    Dann, eines Tages geh ich auf den Balkon raus. Eine Krähe hat sich ganz oben auf der Spitze einer Tanne niedergelassen. Höhe der Tanne so auf Balkonhöhe. Entfernung der Tanne so 50m und um ca. 30 Grad nach links versetzt. Von links ein strammer kalter Wind.
    Ich lege ein Scheibe Wurst auf die Brüstung und trete 1 Meter zurück und warte in der Kälte.
    Und dann:
    Die Krähe stürzt sich von der Tanne in den Wind, breitet die Flügel aus und gleitet fast bis zum Boden runter. Richtung, noch weiter nach links und so ca. zwischen Haus und Tanne. Kurz vor dem Boden lässt sie sich dann wieder vom Wind hochtreiben, flog da eigentlich rückwärts, und landet ohne einen einzigen (!) Flügelschlag akkurat vor der Wurstscheibe. Ich einen Meter weit weg. Schnapp die Scheibe und weg war sie wieder. Ich staune heute noch. Die war richtig hungrig und nahm mich auf dem Balkon in Kauf.


    gehtnix

  2. #2
    Supermoderatorin Avatar von Elstermama
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    Kann es ein Kolkrabe gewesen sein?

    Das Rückwärtsflugmanöver hört sich danach an.
    LG Andrea

  3. #3
    Benutzer Avatar von gehtnix
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    Soweit ich das beurteilen kann sind Kolkraben wohl deutlich größer als Krähen. Einen Kolkraben habe ich in freier Wildbahn noch nicht bewusst gesehen, nur im Zoo.
    Ich meine aber nicht Fliegen in Rückenlage, also umgedrehter Körper und Krallen nach oben gerichtet.
    Mal so simpel dargestellt, / Schnabel nach links unten vom Baum herab. Kurz vor dem Boden dann \ Schnabel jetzt links oben, so ließ er sich vom Wind rückwärts treiben und gewann wieder die ca. 8m Höhe auf den Balkon.

    gruß gehtnix

  4. #4
    Supermoderatorin Avatar von Elstermama
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    Aha, danke.
    Hatte mir den Rückwärtsflug vorgestellt und das können die Kolk´s.

    Die Wurst werden wir in diesem Jahr gegen leckeres Futter austauschen, ansonsten freuen wir uns auf Bilder der tollen Flugaktion.
    LG Andrea

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Avatar von Rabenherz
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    Hallo,
    wenn Du immer mal wieder Wurstscheiben (Nüsse sind besser für die Krähe) auf das Geländer gelegt hast, hat sie sich sicher oft vor Euerer Begegnung dieses Futter dort abgeholt und Dich auch genau beobacht

    LG Annette

  6. #6
    Benutzer Avatar von gehtnix
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    Hallo,

    ja sicher, die Beobachten sehr gut. Habe heute mal den Test, besser Versuch, gemacht. Auf´s Feld gefahren und stehen geblieben. Da wird schon geschaut was ich nun tue. Die Krähen waren so 100m weg. Eine Hand in die Jackentasche, aber nichts herausgeholt, und so getan als ob ich was verstreue. Null Reaktion. Dann bin ich 20m weiter mit dem Radl, wieder Hand in die Tasche nur mit ein paar schon geschälter Erdnüssen. Ein Tritt in die Pedale und schon starten sie zielsicher auf den Ort zu

    Danach saß dann eine oben im Baum, ich mit dem Radl untendurch. Und dann habe ich unter der Krähe eine Nuss samt Schale fallengelassen. Ich bin mir fast sicher dass sie dass nicht sehen konnte. Dennoch, keine 10cm weiter schon flog sie die Nuss an.

    Das mit der Wurstscheibe habe ich von meiner Tante, die war mal Tierärztin. Aber Nüsse mögen sie schon sehr gerne und besser mit als ohne Schale.

    Und dann war noch ein Krähen-Pärchen, die haben einen kleinen Park für sich. Da kam ich gerade vom Futterkaufen, eine Tüte mit Mais und eine mit Erdnussbruch. Eine Krähe ist immer mutiger und schaufelt sich den Kehlsack mit Mais voll. Dann kam die andere näher. Da dachte ich, ok du bekommst Erdnüsse. Die Maisgefütterte dreht sich um, leert den Kehlsack und schaufelt stattdessen Erdnüsse in den Kehlsack.

    Jetzt habe ich mal Bilder zu einem Clip zusammengefügt.
    Krähen bei der Futteraufnahmen on Vimeo
    Das letzte Bild, so was scharf zu bekommen, das wäre schon ein Glücksfall.

    gehtnix

  7. #7
    Moderator Avatar von Gaby
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    Super Aufnahmen.

    Beobachten konnte ich schon,das wenn größere Stücke Fleisch lagen,erstmal sortiert wird um so viel wie möglich aufzunehmen.

    LG gaby
    "If men had wings and bore black feathers, few of them would be clever enough to be crows" Rev. Henry Beecher 1810

  8. #8
    Kai
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    Hi gehtnix,

    prima Fotos und gut beobachtet, bzw. beobachten lassen.

    Wenn Du einzelne Krahs besser kennst, kannst Du mal versuchen, wie die Reaktion auf unterschiedliches Futter über einen längeren Zeitraum ist. Etwa Fleisch an eine Stelle legen und Nüsse etwas weg davon. Da gibt es längerfristig Änderungen bei den Prioritäten. Und bei hingelegtem Futter gegen geworfenes Futter ist meistens das geworfene interessanter.

    Ich spiele auch gerne "Krähenpoker", wenn eine im Baum sitzt, aber nicht runterkommt. Dazu einfach einzelne Futterstücke auf den Boden werfen. Anzahl, Hunger und Abstand zum Futter stehen in einem Zusammenhang, der bestimmt, wann die Krähe aus dem Baum kommt Nach einigen Tagen kann das wirklich zu einem Pokerspiel gegen die Krähe werden, wenn sie weiss, dass es bei Desinteresse etwas extra gibt. Ab dann ist auch Bluffen mit zum Beispiel einem angetäuschten Weggehen interessant.

    LG Kai

  9. #9
    Supermoderatorin Avatar von Elstermama
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    Klappte alles!

    Super tolle Foto´s, vielen Dank.

    Die Rabenkrähen sind flexibel genug, aufgenommenes Futter gegen "besseres" nochmal auszutauschen.
    LG Andrea

  10. #10
    Benutzer Avatar von gehtnix
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    Zitat Zitat von Elstermama Beitrag anzeigen
    Klappte alles!
    Was sollte klappen?

    Mit dem Bunkern vom Futter, da haben die alle Variationen drauf Auf dem Weg zur Brücke, da ist noch ein Pärchen und die scheinen zu wissen dass ich zur Brücke fahre und bei denen nur einen kurzen Zwischenstopp einlege. Die Brücke ist aber nicht in ihrem Revier. Also wenn Futter kommt, aufnehmen und "schlampig verstecken" und fix wieder zu mir um noch was zu bekommen.
    Wenn sie ungestört sind wird das Futter fast immer in der richtigen Reihenfolge aufgenommen. In der Hast passiert es aber schon mal das die große Nuß zuerst genommen, ah.., OK, große wieder weggelegt, kleine Nuss und dann die erst große Nuss. In dem Clip sieht man ja auch schön dass sie zuerst die Erdnüsse und dann den Mais nimmt. In der Hast geht es aber auch ungeordnet, kurzer Flug, alles wieder raus und neu geordnet alles wieder rein.

    Mit dem Krähenpoker....wenn die so in einer typische Haltung auf dem Ast sitzen, den Kopf so um 90° verdreht, dann heißt die Botschaft an uns doch nur "Ich hab Zeit! Solange kannst Du gar nicht warten, schon gar nicht bei den Temperaturen. Ich werde gewinnen, sicher!".
    Da braucht man das passende Gelände dazu. An der Brücke war heute zuviel los, Drachsteigen, im Park wurde das Gras gemäht, Hunde wurde ausgeführt. Die Krähen konnten ihr Futter gar nicht verstecken. Hab noch nie gesehen wie die hin und her flogen mit immer der gleichen Nuss im Schnabel.

    Auf der Brücke selber, da verläuft eine Reviergrenze. Das habe ich nun raus. Auf der anderen Seite sitzen fast immer 2 Krähen und beobachten was ich da auf dem Geländer ab im anderen Revier auslege. Bisher dachte ich die gehören zusammen.

    Nun habe ich heute mal die Straßenseite gewechselt. Die aus dem Baum trauen sich (noch) nicht runter, die auf der anderen Brückenseite schauten mich fragend "Was soll das denn nun?". Aber dann kamen die doch von der anderen Seite rüber.

    Dann bin ich auf die Wiese unter den Baum. Dort Nüsse geworfen, und jetzt kamen die aus dem Baum + eine mutige aus dem anderen Revier. Da die Revierfremde vertrauter zu mir näher her kam wurde die auch notgedrungen geduldet. Aber wehe wenn sie mit dem Futter von mir weg wollte. Da wurde sie attackiert. Dabei flog ein Angreifer sehr schnell und sehr nahe auf mich zu. Da dachte ich schon der will mir was. Bis ich sah dass der Angriff der Revierfremden hinter mir galt. Die hat mich als Deckung benutzt.

    Ja und wenn man zu den Krähen geht... vergiss die Knipse nicht. Da war vorhin ein toller Wind. Wie die das Geländer angeflogen haben, mei Liaber.
    Aber die Fotos werden auch noch gemacht werden.

    Und bevor ich es vergesse...
    Ein Paar Krähen sitzen schon seit Jahr und Tag abends auf dem Haus gegenüber und schauen sich das Treiben in Wohnungen oder auf der Straße an. Ich hatte bis heute auf den Tag immer das Gefühl, dass jedes Jahr ein neues Pärchen da oben sitzt, hatte aber keinerlei Beleg dafür. Und pfeilgrad, fliegt heute eine Krähe auf das Dach, die hat eine weiße Flugfeder. Die sehe ich heute zum ersten Mal hier. Kam auch schon heute auf den Balkon um Nüsse zu holen. Mal sehen wie lange die jetzt bleiben.


    Gibt es da Erkenntnisse wie sich das mit solchen Revieren regelt. Da ich nie Jungvögel sah war meine Annahme dass die Inhaber nach gewisser Zeit aufs Feld auswandern und das verwaiste Revier neu besetzt wird. Nix genaues woaß i aba net.


    Und eine Traum von Krähe ist noch auf dem großen Feld anzutreffen. Wenn die auf dem Boden sitzt schwarz. Breitet sie die Schwingen aus, eine Feder schwarz, eine weiß, völlig symetrisch. Wie ein Indianer. Foto wird schwierig werden, sehr schwierig. Man sieht das ja nur wenn man auf die Flügel blicken kann.



    gehtnix

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