Haustier-Abschuss: Jäger gehen in die Offensive
„Wildernde Katzen gefährden seltene Arten.“
Lübeck – Politiker von Grünen und Linken, Veterinäre und Tierschützer fordern eine Novellierung des Landesjagdgesetzes. Hunde und Katzen sollten grundsätzlich nicht mehr geschossen werden dürfen.
Der Landesjagdverband (LJV) geht in die Offensive. „Würden sich die Besitzer um ihre Haustiere kümmern, gäbe es die Probleme nicht“, sagt Präsident Klaus Baasch. Die Menschen müssten dafür Sorge tragen, dass ihre Vierbeiner nicht eigenmächtig auf die Pirsch gehen. „Die Bestände seltener Bodenbrüter wie dem Kiebitz gehen seit Jahren aufgrund der steigenden Katzen-Population dramatisch zurück“, argumentiert Baasch. Die Jäger hätten den Auftrag, das Ökosystem zu bewahren: „Niemand hat Spaß, Haustiere zu schießen, aber wenn es sein muss, gibt es dafür vernünftige Gründe.“So sehen es auch CDU und FDP. Ein Jäger erkenne, ob sich ein Haustier verlaufen habe oder verwildert sei, sagt Hartmut Hamerich, Forstpolitiker der CDU. „Wildernde Hunde und Katzen sind eine Bedrohung für den Wildbestand. Und können auch für den Menschen eine Bedrohung sein, wenn sie Spaziergänger angreifen oder Wildtiere über Straßen hetzen“, warnt Günther Hildebrand (FDP). Ein Argument, das der Landeschef des Tierschutzbundes, Holger Sauerzweig-Strey, nicht gelten lässt: „Die meisten Wildtiere sterben auf den Straßen. Dann sollte man auch Autos verbieten.“
Von Bastian Modrow
Haustier-Abschuss: Jäger gehen in die Offensive
Lübeck/Kiel – Grüne und Tierschützer: Tötung von wildernden Haustieren muss grundsätzlich untersagt werden. Schleswig-Holsteinischer Jagdverband wehrt sich.
Kieler Landespolitiker, Veterinäre und Tierschützer fordern eine Novellierung des Jagdgesetzes im Norden. Der Abschuss von Hunden und Katzen soll grundsätzlich verboten werden. Bislang dürfen Jäger zur Waffe greifen, um wildernde Vierbeiner in Feld und Wald zu töten.
Haustier-Abschuss: Jäger gehen in die Offensive
Die Grünen im Landtag wollen dem „barbarischen Treiben“ jetzt einen Riegel vorschieben, haben die Gesetzesänderung sogar in ihr Wahlprogramm aufgenommen.
Widerstand kommt vom Landesjagdverband (LJV). „Niemand hat Freude daran, Katzen oder Hunde zu erlegen, nur müssen wir Schäden für das sensible Ökosystem abwehren“, sagt LJV-Präsident Klaus Baasch. Die Besitzer müssten Sorge tragen, dass ihre Vierbeiner nicht eigenmächtig auf die Pirsch gehen, Rehe hetzen oder seltene Vögel töten. 6700 Katzen sind nach Angaben des Verbandes 2010 in Schleswig-Holstein von Jägern getötet worden. Eine Statistik, der Holger Sauerzweig-Strey, Landesvorsitzender des Tierschutzbundes, anzweifelt. „Pro Jahr verschwinden bis zu 20 000 Katzen sowie 200 bis 300 Hunde.“ Er kritisiert die Jägerschaft: „Viele greifen zu leichtfertig zur Waffe. Ein Verbot zum Schutz von Haustieren ist überfällig.“ Eine Meinung, die der Landesverband der Praktizierenden Tierärzte teilt. „Haustiere zu erschießen, ist tierschutzwidrig“, sagt Landes-Chef Thomas Meyer aus Kappeln. Ohnehin lasse sich die Katzenschwemme durch den Abschuss nicht regulieren. „Hier sind die Kommunen gefordert, eine Kastrationspflicht durchzusetzen“, so Meyer.
Die Tierschutz-Expertin der Grünen im Kieler Landtag, Marlies Fritzen, verlangt die Novellierung des Landesjagdgesetzes. „Wie will ein Jäger differenzieren, ob es sich um ein Haustier, eine verwilderte Hauskatze oder nicht sogar einen Luchs handelt?“, fragt Fritzen. Auch bei Hunden sieht sie Verwechslungsgefahr: „Schlimmstenfalls wird ein junger Wolf getötet“, so die Politikerin. Die Grünen fordern nun, den Abschuss von Hunden und Katzen grundsätzlich zu untersagen. Zustimmung kommt von den Linken. „Der Verlust von Haustieren bedeutet für die Besitzer großes Leid“, sagt die Fraktionsvorsitzende Antje Jansen. Auch sie spricht sich für die Prüfung eines Abschussverbots aus.
Die FDP ist dagegen. „Wildernde Hunde und Katzen sind eine Bedrohung für den Wildbestand“, warnt Günther Hildebrand. Auch die CDU spricht sich gegen ein grundsätzliches Abschussverbot aus: „Der Vorschlag der Grünen hat mit Tierschutz nicht das Geringste zu tun – er bewirkt das Gegenteil“, so Forstpolitiker Hartmut Hamerich.
Von Bastian Modrow
Politiker wollen Abschuss von Katzen und Hunden verbieten
Augenmerk auf den Satz....Die Bestände seltener Bodenbrüter wie dem Kiebitz gehen seit Jahren aufgrund der steigenden Katzen-Population dramatisch zurück...fällt euch etwas auf![]()



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