Aus unserer Lokalpresse von heute...
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Hühnerhalterin gibt sich enttäuscht von Behörden: Wer hilft wenn eine Wildkatze im Garten auftaucht?
Als ich vor rund drei Wochen eine Wildkatze in den Garten von E. Förster verirrt und zwei Ihrer Hühner angreift, hofft die Argenthalerin auf Hilfe seitens der Behörden - und wird enttäuscht. Im Stich gelassen fühlt sie sich vor allem von Polizei und Veterinäramt.
Argenthal (mb).
In Notfällen wird man von öffentlicher und wohl auch zuständiger Seite wirklich ganz schön allein gelassen, klagt Förster,....es kann nicht angehen, dass Wildtiere erst angesiedelt werden und wenn sie Schaden anrichten, fühlt sich keiner zuständig.
An einem Sonntagvormittag im Oktober bemerkte E. Förster, dass ihre Hühner ganz aufgeregt sind. Als sie und ihr Mann nachschauten, entdecken sie eine Wildkatze, die gerade zwei Tiere angegriffen hat. Zuerst bringt das Ehepaar seine Hühner in Sicherheit, der anschließende Versuch, die Wildkatze zu vertreiben, scheitert.
Die Katze hat sich mit einem Hahn unter dem Entenhäuschen versteckt und wollte nicht rauskommen, schildert E. Förster. Sie will professionelle Hilfe holen und versucht, einen Förster zu erreichen - ohne Erfolg. Der nächste Anruf sei bei der Polizei "lapidar mit" da sind wir nicht zuständig, abgetan worden, erzählt sie.
Eine Liste von Personen, an die man sich in solch einem Fall wenden könnte, habe die Polizei auch nicht. Dafür bemühte sich Bürgermeister H.O. Kretzschmar, einen Fachmann aufzutreiben, der Ahnung von Wildkatzen hat, so die Argenthalerin, doch auch das schlug fehl. Er stand uns aber durch mehrmalige Anwesenheit auf unserem Grundstück moralisch zur Seite, das fanden wir außerordentlich.
Nach zahlreichen Telefonaten erreicht die Familie schließlich den Argenthaler Jagdaufseher. Auch er schaffte es nicht, die Wildkatze einzufangen. Das scheue Tier flüchtete ins Hühnergehege, wo es vom Ehepaar Förster eingeschlossen wird. Auch ein Anruf bei der Auffangstation für Wildkatzen im Wildfreigehege Wildenburg bei Kempfeld bringt kein zufriedenstellendes Ergebnis: Man gab uns den Hinweis, sich erstmal an die Kreisverwaltung Simmern zu wenden.
Dort wurde angezweifelt, ob es sich tatsächlich um eine Wildkatze handelt und wir sollten das Gehege wieder öffnen, um die Katze freizulassen, sagte die 63-Jährige. Die Familie bestand jedoch darauf, dass sich jemand vor Ort ein Bild mache. Wir müssen die Katze doch in Schach halten und konnten nicht zulassen, dass sie noch mehr Hühner verletzt.
Darauf kamen zwei Herren vom Veterinäramt vorbei und bestätigten, dass es sich um eine Wildkatze handelt, sagte Förster, die sich selbst als Katzenfreundin bezeichnet.
Endlich eingefangen
Schließlich besorgte der Jagdaufseher eine Katzenfalle, in die das Tier letztendlich am Montag gelockt werden kann. Es wird wieder zurück in den Wald gebracht. Die Wildkatze hätte krank sein können. Diese ganze Vorgehensweise lässt für mich nur den Schluß zu, dass man von Polizei und Veterinäramt ganz schön im Stich gelassen wird, so das Fazit von Förster.
Auf WochenSpiegel-Nachfrage bestätigt uns die Simmerner Polizei, dass die Beamten für Wildtiere nicht zuständig sind. Ansprechpartner in dem Fall ist die Untere Jagdbehörde bzw. das Veterinäramt. Ein Anruf bei T. Schellen vom Veterinärdienst bei der Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück bringt Licht ins Dunkel: Es gibt in diesem Fall keine behördliche Zuständigkeit. Eine Wildkatze ist, wie der Name schon sagt, ein Wildtier.
Es darf aber nicht gejagt werden, daher kann der Jagdaufseher auch nichts ausrichten. Wenn sich eine Wildkatze auf ein Grundstück verirrt, sollte man sie einfach wegscheuchen. Auf keinen Fall dürfe man das Tier fangen oder ihm etwas antun, das sei strafbar.
Die Befürchtung von E. Förster, die Wildkatze könne an Tollwut erkrankt sein, ist für ihn unbegründet. Tollwut bedeutet Schlucklähmung. Solange das Tier frisst, kann es nicht tollwütig sein, erklärt der Veterinär.
Es ist nun mal nicht alles behördlich geregelt, sagte er, wir leben umgeben von Natur.
Wer Hühner im Garten hält, muss damit rechnen, dass Fuchs oder Wildkatze dadurch angelockt werden. Jeder Tierhalter hat eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Tieren und sollte sie so halten, dass sie sicher sind.
PS: Mein Fazit: Herzlich Willkommen Wildkatze
LG



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