Gar nichts, ich bin militanter Nichtraucher
Es ist doch nur eine einfache Frage, die ein wenig Fantasie erfordert und auch immer wieder bei philosophischen oder anthropologischen Studiengängen gestellt werden. Was wäre, wenn....nicht, was wir uns wünschen. Natürlich würde ich mir ein einträchtiges Leben mit all unseren Mitgeschöpfen wünschen, keine Frage. Aber darum geht es gar nicht.
Es ist ein bisschen wie ein Science Fiction Roman: man malt sich etwas aus, wie es sein könnte.
Der Mensch war doch auch mal den Tieren näher als heute. Es kannte da sicherlich noch keine Moral oder Ethik, die hat er erst entwickelt im Laufe der Jahrmillion. Bei ihm ging es, wie bei allen Geschöpfen, ums reine Überleben und um den Erhalt der eigenen Art.
Die Natur ist, nach heutigen menschlichen Maßstäben gemessen, grausam. Die Arten nutzen jede Schwäche einer anderen Art, um sich besser zu stellen oder wenigstens das überleben zu sichern, da gibt es normal keine Gnade. Die Gnade ist eine menschliche Erfindung, vielleicht eine der besten, nur wird sie kaum angewandt.
Alle Arten sind Opportunisten, nur wir Menschen haben den Opportunismus >kultiviert<. Ganz normale Werkzeuge des Überlebens hat der Mensch überspitzt. Z.B. aus der Notwendigkeit heraus, Nahrung zu sammeln, ist er gierig geworden. Jetzt reicht es nicht mehr, das Notwendige zum Überleben zu haben, es muss ja immer mehr sein, koste was es wolle. Die schwächeren werden überrannt.
Sein Zusammenleben hat der Mensch verändert durch eine hochentwickelte Sprache. Durch Worte hat der Mensch es geschafft, nicht nur sein Umfeld zu benennen, sondern auch sein Gefühlsleben zu erklären. Stellt euch mal folgende Beispiele vor: ein Räbchen kneift das andere, vielleicht um an das Futter heranzukommen. Das Opfer brummt oder kräht, die Tolle richtet sich auf. Entweder geht es zur Seite oder beißt zurück, je nach Rang.
So, ähnliches Szenario beim Menschen: der eine tritt dem anderen in den Hintern, warum auch immer. Neben dem Zurücktreten erfolgt meist auch eine verbale Reaktion, mit der dem Angreifer in vielen Worten klar gemacht wird, was das Treten für ihn wirklich bedeutet. Vielleicht urteilen dann auch andere Menschen über den Tritt und mischen sich ein, mit vielleicht weitreichenden Konsequenzen. Das alles ist erst durch die Sprache möglich.
Der Biss des Raben wiederum hat bestenfalls Konsequenzen für den Gebissenen.
Jetzt stellt Euch doch mal wirklich vor, was es bedeuten würde, wenn Tiere sprechen könnten. Sie würden dann ja auch eine gewisse Intelligenz haben, weil sie die Sprache anwenden müssten. Das wiederum bedeutet, dass sie auf kurz oder lang ihren Horizont erweitern würden, oder? Sie wären irgendwann nicht mehr mit ihrer angestammten Rolle zufrieden, sie würden ihr Leben hinterfragen, sie würden nach einem besseren Platz im Leben verlangen, sie würden Rechte verlangen und irgendwann auch versuchen, sie durchzusetzen. Ich denke, dass dann auch Tiere so negative Eigenschaften entwickeln werden, wie es der Mensch getan hat. Nicht sofort, aber stetig.
Nehmt doch mal den Hund: wie zufrieden wäre er mit seiner devoten Rolle als bester Freund des Menschen? Könnte er mit Worten seine Gefühle äußern, würde er sie auch anderen Artgenossen mitteilen. Und spätestens dann würden sie anfangen, darüber nachzudenken. Ob er dann eine weitere Allianz mit dem Menschen bevorzugen würde oder einen freien Hundestaat fordern würde - wer weiß.
LG
Angie



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