hallo,
da ich es in diesem jahr als besonders schlimm empfinde, eröffne ich diesen thread, welcher keineswegs ein angriff sein soll, sondern vielmehr ein gedankenaustausch.
das unnötige kindesentführungen gesunder ästlinge sch**** sind, ich denke, darüber sind sich hier alle einig.
was ich allerdings ähnlich besorgniserregend finde ist der pauschale tipp, den jungvogel einfach mal da zu lassen, so unter dem motto: wird schon gutgehen.
ich denke, in 70 - 80 % der fälle ist das auch so, es gibt aber auch die anderen... von denen sitzt im übrigen gerade einer hier, für einen anderen war es leider zu spät.
von beiden vögeln wurde in foren geschrieben und der "einfach sitzenlassen tipp" wurde gegeben, ohne sich nur einmal über den vogel und seinen gesundheitszustand zu erkundigen.
ein unbedarfter finder kennt den unterschied zwischen ästling und nestling nicht. ebensowenig wie er erkennen kann, dass der vogel dehydriert und völlig abgemagert ist, ihm die luftröhrenwürmer schon wortwörtlich bis zum hals stehen, etc.
der unbedarfte finder hält sich dann nur zu oft an den guten tipp und dann ist die verwunderung groß, wenn der jungvogel nach ein bis zwei tagen auf dem rücken liegt...
genau so ein fall ist bei mir aktuell "lenchen". die finder hatten keine ahnung, hielten sich erstmal an den tipp und liessen den abgemagerten nestling sitzen.
erst nach mehrfachen telefonaten wurde klar, dass der vogel dringend hilfe benötigt, der jungvogel kam zu mir, in letzter sekunde. auf der autofahrt lag er bereits mehr tot als lebendig auf der seite....
befund: schwerer befall mit luftröhrenwürmern und trichos, dazu hochgradige abmagerung, schwere rachitis, (daraus resultierend eitrige druckgeschwüre an den sprunggelenken)ein älterer bruch im mittelfuß und dazu eine schon längere mangelversorgung durch die eltern, sichtbar am schon vorhandenen gefieder.
ich habe einen tag und eine nacht um das leben dieses jungvogels gekämpft, glücklicherweise stabilisierte er sich durch infusionen mit * und *, er ist mittlerweile über den berg.
für einen anderen kandidaten kam die hilfe zu spät, der nestling war durch maden schon zerfressen, er lag 2 1/2 tage unter dem nistbaum...
mir stellt sich deshalb die frage, ob es nicht besser wäre, vielleicht erstmal herauszufinden, was mit dem vogel wirklich los ist. man kann auch unbedarfte menschen am telefon anleiten, z.B. das brustbein zu tasten, die schleimhäute zu betrachten, den gefiederzustand zu beschreiben, etc. oder eben, wie ich es tue, wenn`s in erreichbarer nähe ist, hinfahren und beurteilen und dann vor ort entscheiden.
vielen jungvögeln, die wirklich hilfe brauchen, bliebe so ein qualvoller und langsamer tod erspart.
nur mal so, als gedankenanstoss.
lg ida



1Danke
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