Dieses Zitat von Johannes Amos Comenius nehme ich mal zum Anlass mal meine Meinung über die immer schlimmer werdende Internethetze unter den Tier- und Naturinteressierten zu vertreten.
Seit dem ich jetzt geschätzte 2 Wochen wieder hier aktiv bin, fällt es mir wieder verstärkt auf. Die Kluft zwischen den guten udn den schlechten Tierfreunden (die schlechten sind natürlich immer die anderen).
Was vor Jahrzehnten relativ harmlos zwischen Greenpeace und Sea Shepherd begann, äußert sich heute in Verachtung, Missgunst und Hass zwischen Umweltschützern, Artenschützern, Tierschützern und Tierrechtlern.
Dabei verbindet uns mehr, als die meisten jemals bereit sind zuzugeben. Uns ist es schon mal nicht egal, was mit der Natur als Ganzes passiert. Wir könnten auch sitzen bleiben und uns einen feuchten Dreck kümmern, aber wir haben die andere Option gewählt.
Unsere Individualität ist ein Schatz und ein Quell gemeinschaftlicher Zusammenarbeit, sie kann uns aber auch entzweien, wenn wir auf unsere Meinung pochen. Richtig oder falsch sind Begriffe, die jeder einzelne für dich selbst definiert und hier beginnt das Problem. Wir rennen voreinander weg, anstatt einen Schritt auf einander zuzumachen. Nicht auf seine Meinung zu bestehen und eventuelles Unrecht, welches einen angetan wurde, zu vergessen, verlangt viel Mut! Aber das ist es wert!
Hätten sich beispielsweise die Umweltschützer und Artenschützer nicht den Rücken zugekehrt, hätte vielleicht viel früher einer gesagt: "Hey, lasst uns die Windkraftanlagen dort aufstellen wo möglichst wenig Vögel hinkommen!".
Es ist auch egal, ob ein lacto-Vegetarier es gewagt hat, Kuchen mit echten Eiern zu essen.
Ich streite mich auch nicht mehr mit Tierschützern, ob das Wohlbefinden einer Freigängerkatze wichtiger ist als das der Jungvögel. Es lässt sich IMMER eine gemeinsame Lösung finden, wenn beide Seiten bereit sind, eine zu finden. Der Mutige macht den Anfang.
Ich habe ebenso keine Lust mehr, wegen solchen belanglosen Konflikten in anti-vegan- und Jagdforen lächerlich gemacht zu werden.
Wir verlieren an Seriösität, wenn wir uns (und damit meine ich ALLE, die sich für Tier stark machen) gegenseitig aus dem Rennen schieben.
Die Petition gegen die Massentötung von Rabenvögeln hat sich auf unsere Sache letztendlich sogar noch negativ ausgewirkt. Denn sie hat Forenmitglieder entzweit und gemeinsamen Wissensaustausch zwischen den Betroffenen für immer zu Nichte gemacht. Es mag Leute geben, die das gerechtfertigt finden. Ich finde das einfach nur schade.
Auch streiten muss gelernt sein, denn gerade in unserem Hobby geht es oft genug um das Wohlbefinden von Lebewesen. Es macht Sinn, Leute zu kennen, gut vernetzt zu sein um Unterbringungsstellen für nicht auswilderbare Tiere zu finden, um Proteste und Öffentlichkeitsarbeit zu organisieren und Neuigkeiten auszutauschen.
Jeder arbeitet an einer Baustelle, der er gewachsen ist, und das ist okay so!
Und wer es schafft Jungtiere großzuziehen, seine Familie zum Veganismus zu bewegen oder Photovoltaikmodule auf's Dach zu kriegen, der schafft es auch, anderen zu verzeihen!
LG Felidae



2Danke
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