Aaaalso, zunächst muss man die Ausgangssituation kennen.
In Ascheberg lebt seit Urzeiten eine Kolonie, die einigermaßen stabil um 120 Brutpaare schwankt, im Wald am See. Unter der Kolonie hat man dann irgendwann einen Treppenweg zum See gebaut. Der wurde dann immer vom Dreck gereinigt, aber niemand hat etwas gesagt, auch die unmittelbaren Anwohner haben sich nie beschwert und die Kolonie auf Nachfrage als "unproblematisch" beurteilt.
Dann hat die Beschwerde eines(EINES!!) Neubürgers, den der Krähendreck störte, zu der erstmaligen Befassung mit dem Thema durch die Gemeinde geführt.
Irgendwann las ich im Ascheberger Käseblatt die Ankündigung des Geschäftsausschusses "Beratung über Schneisenschlag unter der Krähenkolonie.
Wir waren sofort alarmiert.
Neben dem Bürgermeister, der mir schnell geneigt war (nicht NUR aufgrund sachlicher Argumente, es gilt ja immer auch in gewisser Weise, sich "menschlich zu verkaufen"), galt es auch, die Gemeindeversammlung zu überzeugen. Ich habe, gleich, nachdem die Causa "Schneise contra Kolonie" erstmals im Geschäftsauschuss verhandelt werden sollte, mich an den zuständigen Gemeindevertreter gewandt, der ein sehr intelligenter Kerl ist und sich gleich interessiert zeigte. Er hat dann empfohlen, dass ich in der kommenden Gemeindeversammlung mein Konzept vorstelle. Dort habe ich dann einen Kurzvortrag über Saatkrähen als solche gehalten ("Saatkrähen als 'gute Bürger' " mit Saatrkähen-Infos für jede Klientel: "sozial" für die SPD, "familiär" für die CDU, "geschäftig" für die freien Wähler...
--> psychologisch durchkonzipiert das Ganze) und um Sympathie für die Tiere geworben. Dann habe ich mein Krähenpfad-Konzept dargelegt. Und mit angesetzten 400 Euro für Materialkosten + X Stunden ehrenamtlicher Arbeit war ich DEUTLICH günstiger als die Schneise. Wichtig war auch das Argument, dass durch Schlagen einer Schneise (die zudem total furchtbar ausgesehen hätte) sich das "Kotproblem"(um das es ja vordringlich ging) eher noch verschlimmert hätte. Außerdem habe ich mich des Zauberwortes "Tourismus" bedient und die EInrichtung eines Krähenpfades, deutschlandweit einmalig, als förderlich beschrieben (was sich jünst mehr und mehr bewahrheitet, jetzt haben wir es sogar in eine deutschlandweit veroffentlichte Tourismuszeitschrift mit Redaktionssitz in Berlin geschafft).
Was auch immer den Ausschlag gegeben hat, SICHER auch das Geld, auf der übernächsten Sitzung wurde das Ganze mit nur einer Enthaltung, keiner Gegenstimme beschlossen. Wie du sagst: wäre die Schneise schon beschlossen gewesen, hätten wir wohl wenig ausrichten können. Aber da wir in der ersten Minute präsent waren, hatten wir Glück.
Wie bereits geschildert, mussten wir uns einiger Gegenwehr aus der Bevölkerung stellen, aber die Gemeindevertreter waren von der Idee so hin und weg, dass die nichts mehr ausgemacht haben. Bei der Eröffnung, die wir groß aufgezogen haben (Krähenquiz mit großzügigsten Spenden aller Unternehmen vor Ort), kamen dann leider enttäuschend wenig Leute. Aber immerhin: auch keine Gegenwehr. Mag sich Schweigen um die Sache hüllen - uns ging es ja nicht um persönlichen RUhm, sondern um die Tiere.
Ja, wer sind "wir"? Meine Helfer waren in erster Linie meine Familienmitglieder. Meine Mutter hat ganz ganz viel gemacht (v.a. Promotion, Werbung bei den Unternehmung, Organisation von Preisen fürs "Krähenfest"... ), mein Vater hat beim Bauen der Schilder geholfen und seine "Beziehungen" für günstiges Material genutzt.
Außerdem wurden wir von einem Biologen unterstützt, der von unserem Projekt hörte und uns mit weiteren Informationen, Kontakten zu professionellen Photographen und Graphikern versorgt hat. Letztere haben dann über diese "Beziehungen" ihre Bilder weitaus günstiger abgegeben.
Dadurch aber, dass die Tafeln v.a. "in Heimarbeit" entstanden sind, sind sie nicht so schick und professionell gemacht, wie Informationstafeln in Naturschutzgebieten oder so. Aber für die Rennovierung der Schilder in ein paar Jahren haben wir schon Unterstützungszusagen z.B. von der Akademie für Umwelt und Naturschutz in Kiel, die auch auf uns aufmerksam geworden ist.
Wenn du mir deine eMail-Adresse schickst, schicke ich dir die pdf-Dateien der Tafeln.



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), galt es auch, die Gemeindeversammlung zu überzeugen. Ich habe, gleich, nachdem die Causa "Schneise contra Kolonie" erstmals im Geschäftsauschuss verhandelt werden sollte, mich an den zuständigen Gemeindevertreter gewandt, der ein sehr intelligenter Kerl ist und sich gleich interessiert zeigte. Er hat dann empfohlen, dass ich in der kommenden Gemeindeversammlung mein Konzept vorstelle. Dort habe ich dann einen Kurzvortrag über Saatkrähen als solche gehalten ("Saatkrähen als 'gute Bürger' " mit Saatrkähen-Infos für jede Klientel: "sozial" für die SPD, "familiär" für die CDU, "geschäftig" für die freien Wähler... 



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Blumensmiley ist aus. 
Drum hätt ich schon Verständnis, wenn sich Anwohner über den Lärm oder den Dreck beschweren. 

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