hallo liebe vogelfreunde
ich habe eine frage, die ich mit viel surfen nicht beantwortet bekommen habe, deshalb wende ich mich an euch. aber erst möchte ich ein bisschen aus dem vogelnestchen plaudern.
von vögeln hatte ich bis vor wenigen jahren überhaupt keine ahnung, konnte knapp ein paar spezies erkennen und unterscheiden. heute beobachte ich sie gerne und sie schaffen das, was die menschen heutzutage nicht mehr so gut und gerne können: sie bringen mich sehr oft zum lachen!
meine ganzjahresbesucher sind elstern, türkentauben, blau- und kohlmeisen und ganz viele spatzen. im winter gesellen sich amseln, rotkehlchen, buchfinken und staren dazu. im januar 2010 hatte ich auch erlenzeisige. für die möven habe ich kein futter, aber diese kreisen einfach täglich durchs quartier, bis das wasser im see wieder wärmer wird. und bald geht es wieder los mit den flugübungen der jungen milane. davor gilt es aber noch die alten davon abzubringen, das elsternnest zu plündern. leider sind uns ein paar gute alte hecken infolge bautätigkeiten „abhanden“ gekommen. glücklicherweise bleiben uns noch einige hochstämmer erhalten.
da sehe ich auch regelmässig zwei ringeltauben (später mit nachwuchs), ab und zu einen buntspecht , grünfink, bachstelze und in einem monat sollten wieder distelfinken vorbei kommen. im vorletzten winter hatten wir auch ein paar greifvögel. da verliere ich halt ab und zu mal ein spätzchen. das ist für mich natur. und die verlorenen federn dienen dann gleichentags den anderen zur posterung ihrer nester.
UND im nicht allzufernen wald hausen rabenkrähen. ihr schrei hat mich heute morgen schon um halb sechs aufgescheucht: sie wollten ans nest der elstern, diese haben es aber standhaft verteidigt. normalerweise überfliegen sie uns am morgen und kehren vor oder während dem einnachten heim. aber eben, jetzt ist brutsaison bei uns, da ändert sich vieles. tja, die elstern tun das gleiche mit allen anderen vögeln. seit dieser woche wird nicht nur verscheucht, es wird regelrecht verjagt! bald werden amseln, staren und rotkehlchen wegbleiben. ähnelt irgendwie der vertreibung aus dem paradies.
nun möchten bestimmt einige von euch noch wissen, was die amateurin ihren lieben zu futtern gibt, stimmt‘s? also ich habe festgestellt, dass die vorlieben ganz unterschiedlich sind. deshalb stelle ich auch verschiedenes futter hin. zum einen die körnermischung für die frei lebenden. dann erdnüsse, rosinen, haferflocken mit sonnenblumenöl und natürlich wasser. auch gibt es ein plantschbecken, was gerne benutzt wird. (grad kugle ich mich vor lachen, weil ich zum ersten mal die elstern baden sehe.)
so und jetzt zu meiner frage: ich habe ein amselmännchen (heisst merlino), das nun seit zwei wintern bei mir futtert. es hat am linken bein die kralle total nach hinten aufgestellt und steht auf dem gelenk. seit ankunft der staren habe ich mindestens zwei mit dem gleichen problem. eventuell ein dritter, der aber - so scheint es mir - erst vor kurzem verletzt wurde und das bein auch noch an den körper anzieht. schon letzten sommer habe ich zwei spatzen und eine blaumeise ankommen sehen, die ein verletztes bein nach aussen stellten und vor kurzem wieder einen spatz mit nach hinten „ausgerissenem“ bein. dieser kam nie wieder. die blaumeise war immer hier. im kalten winter sah sie recht ungelenk aus, inzwischen stützt sie sich aber wieder am netz ab, wenn sie fressen kommt. die kralle aber kann sie leider nicht mehr nutzen. ich denke mir immer, wie komisch wir menschen doch sind - bei der kleinsten fuss- oder beinverletzung brauchen wie eine stütze...
gibt es noch immer so quälgeister unter den menschen, denen die vögel buchstäblich auf den leim gehen, oder sind diese „krummfüsse“ eventuell eine laune der natur?
ich freue mich auf eure antworten.
sonnige grüsse vom lac léman
birdy (deren deutsch hoffentlich verständlich ist)



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