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Thema: Zahme Krähe verhält sich seltsam

  1. #1
    Thorsten2
    Gast

    Zahme Krähe verhält sich seltsam

    Guten Tag,

    leider konnte ich mich bisher nicht vorstellen, da ich noch nicht freigeschaltet wurde. Hier im Gästeforum kann ich vielleicht auch ohne die nötige Anmeldung einen Ratschlag von Fachleuten bekommen.

    Im Frühjahr hat mir ein befreundeter Jäger ein gehbehindertes, schlecht befiedertes, fast verhungertes und anscheinend verwaistes Krähenjunges vorbei gebracht. Ich habe schon Füchse, Marder und Rehe aufgezogen, allerdings noch keine Krähe.
    Wie bei allen Wildtieren achte ich darauf das diese trotz Aufzucht nicht zahm werden.
    Leider ist die Krähe trotz aller Vorsicht sehr zahm geworden und hat sich prächtig entwickelt. Anfangs hatte sie öfter Krampfanfälle. Laut Tierarzt wohl eine Mangelerscheinung oder ein Kollisionsschaden.
    Inzwischen ist das Tier sehr groß und kräftig geworden und sich dessen auch bewusst.

    Da die Krähe ausgewildert werden sollte, hatte ich sie anfangs im Garten in einer leeren Wachtelvoliere gehalten. Dort hat sie den ganzen Tag Lärm gemacht und sich die Schwanz- und Flügelfedern komplett zerstört, weil sie ständig gegen den Draht geflogen ist. Ich habe sie dann resigniert wieder mit ins Haus genommen, da ich keinen Ärger mit den Nachbarn und auch keine weiteren Verletzungen der Krähe riskieren wollte. Mit dem Ergebnis war sie sichtlich zufrieden, obwohl dies nicht in meinem Sinne war.
    Sie ist leider sehr anhänglich und möchte den ganzen Tag Aufmerksamkeit, was ich bei einem intelligenten Lebewesen durchaus verstehe.
    Momentan ist es jedoch so, dass ich sie zwar wie einen Hund kraulen kann, sie irgendwann einen merkwürdigen Blick bekommt und mich schwer in die Hand hackt. Gestern hat sie versucht mir mit aller Gewalt die Haut von der Hand zu ziehen und sich festgebissen. Je mehr ich versucht habe sie zu beschwichtigen, umso energischer wurde der Vogel.
    Warum verhält sich die Krähe so? Unzufriedenheit? Pubertät? Einsamkeit kann es nicht sein. Wir können zwar keinen Vogel ersetzen, doch es ist immer jemand da, obwohl sie nur auf mich geprägt ist. Inzwischen kann ich sie nicht mehr frei fliegen lassen, da sie zu unberechenbar geworden ist. Ist das vielleicht ein Hirnschaden durch einen früheren Unfall?
    Wann wachsen die zerstörten Federn wieder nach und wie entwöhne ich den Vogel von menschlicher Gesellschaft?

    Es wäre nett, wenn man mir in dieser Hinsicht helfen könnte.

    Vielen Dank und lieben Gruß
    Thorsten

  2. #2
    Thorsten2
    Gast
    Schade, über eine Antwort würde ich mich trotzdem freuen, aber ich habe Geduld.
    Um Missverständnissen vorzubeugen: Sie bettelt darum gestreichelt zu werden, sonst würde ich sie nicht anfassen, denn ein Wildtier ist kein Haustier und ein Krähe ist kein Hund, auch wenn man sie "wie einen Hund" streicheln kann. Allgemein bettelt sie sehr fordernd und teilweise lautstark um Zuneigung.
    Auf Artgenossen reagiert sie bisher unverträglich und sehr aggressiv.

    Die Fehlprägung bedauere ich sehr, auch wenn ich nicht weiß wie es dazu kommen konnte, da sich der Kontakt lange Zeit nur auf Futter, Wasser und kurze Zusprache erstreckt hat.

  3. #3
    Unregistrier
    Gast

    Issley

    Ich habe eine ähnliche Geschichte,allerdings wird mein Gast laut der Tierärzte, nie allein zurecht kommen,u konnte auch in keiner Gemeinschaft unter gebracht werden.
    Er o sie,verhält sich ähnlich,u wird oft wie aggressiv,hackt nach mir u die schwanzfedern gehen dann immer leicht auseinanderbu zucken
    Aber er will dann stets irgend etwas,Futter spielen,gekrault werden,manchmal geht's auch darum,daß ich die falsche Hand bei kraulen nutze
    Ich weiß oft o sogar meist nicht worum es grade geht,aber ich probiere dann einiges aus
    Außerdem erklärte mir der Arzt,daß sie auch Wetterfühlig sein können u dann schlecht drauf sind,so wie man selber auch,ob es stimmt,keine Ahnung
    Doch glaube ich es so erkannt zu haben,natürlich kann man sich das auch einreden
    Ich bin da nicht sonderlich hilfreich,aber es funktioniert bei mir oft,heraus zu finden worum es ihm geht,o ihm eine Aufgabe geben,wenn er zu tun hat wird er ruhiger

  4. #4
    einfach nicht mehr streicheln, Du bist der Elternvogel und der abgenabelte Sprößling bekäme jetzt in der Natur auch keine Krauleinheiten mehr. Bleib einfach mit der Hand (und auch Nase ) weg. Futter gibts in der Schale und angefasst wird nur, wenn es absolut notwendig ist. Daran kann sich Junior gewöhnen. Mach auch keine >komischen< Töne nach, das kann zu einer Kampfansage führen. Die zerstörten Federn wachsen im Sommer nach. Vielleicht kannst Du die Voliere aufrüsten: ca. 3-4m hoch, damit sich der Kerl wohlfühlt, und ca. 4x6m groß zum Bewegen. Solltest Du Geld zu Genüge haben, kannst Du engmaschige Stahlmattenzaunelemente (darauf achten dass Marder und Ratten nicht zwischen den Stäben reinkommen) nehmen als Gitter. Da sind die Stäbe senkrecht und der Vogel hat da kaum Möglichkeit sich festzuklammern. Halte weiterhin Abstand zum Vogel. Vermutlich ist das ein Männchen, der übt schonmal das Rumrüpeln. Ist ganz normales Verhalten und kann noch schmerzhafter werden. Achte auf Kopf und Augen! Ach ja, fächernder Schwanz bedeutet Nervosität und drückt leichte Aggression aus. Beschäftige den Vogel, baue Multiaccessboxen, damit sein Hirn trainiert wird. Drinnen im Haus ist wirklich auf Dauer kein optimaler Aufenthaltsort. Die Mobberei mit den freilebenden Krähen ist auch normal, er muss sich bei den Revierkrähen behaupten als Eindringling. Normalerweise würden die Revierkrähen ihm zeigen, wo der Ausgang des Reviers ist und ihn zum Abgang zwingen. Nun sitzt er in der Voliere fest und kann symbolisch nur an den Stäben rütteln und Gemeinheiten rausbrüllen. Eine doofe Position für ihn. Mit der Zeit gewöhnen sich alle Beteiligten an die Situation, dann wirds ruhiger. Setz ihn ruhig wieder in die Voliere raus, das ist besser für ihn, das Gefieder ist sowieso hin. Und dem Nachbarn erklärst Du halt die Situation.
    Geändert von Hexe Elstereule (18.12.17 um 19:53 Uhr)

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