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Thema: Rabenvogel als Haustier

  1. #1
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    Rabenvogel als Haustier

    Der Titel dürfte bei einigen erstmal einen Schluckauf verursachen, sind diese Intelligenten Geschöpfe absolut nichts für die private Einzelhaltung. In meinem Falle ist dies aber so und ich hoffe hier Hilfe, Tipps und Unterstützung bei der Haltung zu bekommen. Zunächst aber möchte ich euch erklären wie es zu dieser Ausnahmesituation kam.

    Meine Geschichte beginnt vor 10 Monaten, im Mai letzten Jahres, als die Abrissarbeiten im Obergeschoss meines Hauses dem Ende entgegen gingen (Ich hab mir ein Haus gekauft und überbrücke die Zeit im Erdgeschoss während ich die obere Etage einer Kernsanierung unterziehe). Nachdem der Bauschutt abtransportiert war blieb eine menge Holz überall verteilt. Mit einem Kumpel zusammen wollte ich alles verbrennbare auf den Dachboden bringen. Ich habe alles zusammen gesucht und bis zur Treppe gebracht während er es hochtragen sollte. Aber schon nach wenigen Minuten rief er mich durch ein kleines Loch in der Decke mit den Worten "Du hast hier einen Gast der keine Miete zahlt" zu sich hoch. Ich dachte zunächst an einen Waschbären.

    Oben angekommen zeigte er mir meinen Gast; ein kleines, schwarzes Vögelchen. Da ich mich nie wirklich mit diesen Wesen auseinandergesetzt habe wusste ich absolut nichts. Der erste Gedanke war "Ja ok der hat sich wohl verirrt" ich dachte er wäre durch eines der vielen aussparungen des angrenzenden, Mittelalterlichen Natursteinturms, welcher zum Grundstück gehört und mit dem Dachboden verbunden ist, geflogen und findet nicht mehr alleine hinaus. Vorsichtig habe ich mich ihm genähert. Er ließ sich ohne scheu auf den Finger nehmen. Das hat mich doch sehr gewundert hatte überlegt ob er irgendwo entwischt sein könnte und Menschen kennt.

    Auf dem Balkon angekommen sollte er eigentlich in die Freiheit fliegen. Er wollte aber nicht mehr vom Finger runter. Wir haben ihm etwas wasser hingestellt, Bananen und was auf den Sonntag spontan aufzutreiben war. Ab und zu hab ich ihn abgesetzt und wir haben innen ein paar Stunden weiter gearbeitet, gelegentlich Pause auf dem Balkon und der kleine gleich wieder auf den Finger. "Vielleicht der Schock, dann nehme ich ihn über Nacht mit rein, stelle ihm Nahrung und Wasser hin und wenn er nicht mehr unter Schock steht wird er wegfliegen." Aber er wollte auch am nächsten Tag nichts essen und immer noch nicht wegfliegen. Also habe ich bei der nächsten Vogelauffangstation angerufen und die erste Fachliche Meinung zu meinem Fund bekommen:

    Das das Tier weder fressen noch fliegen möchte hatte einen ganz einfachen Grund: Das kann er noch gar nicht.
    Es sei eine unterentwickelte Dohle, mit kahlen stellen im grad wachsenden Flaum. Vermutlich aus dem Nest gepickt welches wohl irgendwo auf dem Dachboden sein müsse. Er war ziemlich abgemagert und absolut desinteressiert. Die Fachfrau hatte etwas zu essen dabei und hielt ihm den Finger hin aber er drehte nur den Kopf weg. "Eigentlich müsste er vor Hunger schreien und den Schnabel weit aufmachen" ihr Fazit war leider sehr schlecht, nach ihren Erfahrungen ist das ein Exemplar welches wohl eingehen wird. Die Altvögel merken wenn etwas nicht mit den kleinen Stimmt und die Natur ist gnadenlos. Er muss zwangsernährt werden, bis er gelernt hat zu Picken. Manche müssen das wohl ihr leben lang, und lernen es nie selbständig zu fressen. Sie könne es mitnehmen und versuchen aber gibt ihm keine besonders hohe Überlebenschance.

    Wie von einer inneren Stimme getrieben fragte ich ob ich es denn selber versuchen könne irgendwie konnte ich das so nicht als das Ende der Geschichte stehen lassen, also bat ich die Expertin darum mir alles genau zu erklären. Ich hatte noch nie Kontakt zu einem Vogel, schon gar nicht zu einem Wilden und von Zwangsfütterung hatte ich auch noch nie gehört. Es dauerte etwa 1 Woche in der er die Nahrungsaufnahme verweigerte. Neben der überwindung einem so zerbrechlichen Geschöpf tatsächlich seine Fingerspitze in den Hals zu drücken waren natürlich die Ahnungslosigkeit und der Beginn des Aufbaus des Obergeschosses Hürden die es zu nehmen galt. Aber nach knapp einer Woche hat er gemerkt das Futter ja eine gute Sache ist und er begann alle paar Stunden nach mir bzw dem Finger zu rufen. Das sollte allerdings nicht das einzige Problem gewesen sein, denn wie der Tierarzt feststellte hat der kleine auch eine Behinderung am Flügel (Vielleicht der Grund ihn aus dem Nest zu sortieren?) und wäre dadurch einem Leben in Freiheit nicht gewachsen. Also nix mit auswilderung. Aber was nun?

    Der Versuch ihn mit einer anderen verletzten Dohle in einen Raum zu setzen war ein Disaster, erst hat er sich nicht interessiert und dann fing er an sie zu attackieren. Man könnte die beiden in einen Käfig setzen und in den meisten Fällen würden sie wohl zwangsläufig lernen zu kooperieren. Aber nach ein paar Wochen intensiver Pflege entstand eine Bindung zwischen mir und dem kleinen Piepmatz und diese Maßnahme klang für mich absolut nicht Sinnvoll. Nach ein paar suchanfragen über Google wusste ich was zu tun war. Ein leben in Gefangenschaft ist eine Sache. Aber ein Leben in Gefangenschaft ohne bezugsperson eine Andere. Vielleicht habe ich ihn in den Tagen der Zwangsernährung fehlgeprägt, vielleicht war er auch nicht fähig sich in das Sozialleben seiner Artgenossen enzufügen (Ein anderer möglicher Grund weswegen er von der Natur entsorgt wurde), schließlich war er bei fund laut expertenmeinung unterentwickelt. Vielleicht so, vielleicht so.


    Es sind nun über 10 Monate vergangen. Der kleine ist herangewachsen, und lebt nun mit dem Namen "Georgius" Seite an Seite mit dem Mensch. Der Landkreis hat mich aus dem Besitzverbot Befreit, mit einer Reihe von Anforderungen welche in die Sanierung eingeflochten werden mussten. Bis die Wohnung fertig ist, hat der kleine mein Schlafzimmer eingenommen und mich aufs Sofa verbannt. Da ich glücklicherweise viel von zu Hause aus arbeite hat er fast durchgehend Gesellschaft und die Tür zum Schlafzimmer ist einen großteil des Tages geöffnet so das er selber Entscheiden kann wann er zu mir kommen möchte und wann er seine Ruhe hat.

    Nun ist das aber alles Neuland für mich. Wenn ich darüber nachdenke welche Beurteilung fachkundige Menschen abgegeben haben und wie er sich gemacht hat schein ich es soweit ja richtig gemacht zu haben. Aber es stellen sich mir oft Fragen oder es gibt oft Situationen in denen ich das Internet fragen muss. Ich hoffe das sich hier der eine oder Andere finden lässt der mir in Problemsituationen helfen wird, der kleine soll es schließlich so gut wie irgendwie möglich haben.

    Nun wisst ihr wer wir sind, und wie es zu dieser ungewöhnliche Situation gekommen ist.

  2. #2
    Moderator Avatar von Gaby
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    Ja....so haben die meisten angefangen...wie die Jungfrau zum Kind,lach.

    Der nächste Schritt,da ja die Genehmigung steht....einen Partnervogel,da kann dir die Station sicher was bieten.

    Hier gibt es nix mit kleinem Finger,da ist der Arm ab.....aber schön ist es trotzdem

    LG Gaby
    "If men had wings and bore black feathers, few of them would be clever enough to be crows" Rev. Henry Beecher 1810

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