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Thema: Kleiner Elster Ästling

  1. #1
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    Kleiner Elster Ästling

    Hallo ihr Lieben,

    ich bräuchte etwas Rat und Hilfe von euch. Ich wohne im Hochtaunuskreis, in der Nähe von Frankfurt. Diesen Sommer hat erstmalig ein Elsterpaar in unserem Garten genistet. Leider haben sie sich mit unserer kleinen Korkenzieherweide keinen sehr stabilen Baum ausgesucht und das Nest auch eher schlecht als recht ausgebaut.

    Vor ein paar Tagen saß jedenfalls plötzlich ein noch sehr kleiner Vogel (scheinbar zu jung für einen Ästling, aber schon ein paar Federn) am Boden darunter gekauert. In unbeobachteter Minute haben wir ihn, da hier große Katzen- und auch Habichtgefahr herrscht, wieder ins Nest gesetzt und dann auch völlig in Ruhe gelassen. Dabei haben wir gesehen, dass es zwei Elsterjunge gibt. In der Nacht darauf folgte allerdings hier bei uns ein schlimmer Sturm mit ordentlich Wind, welcher wohl einen der beiden Jungvögel wieder aus dem Nest geworfen hat. Vermutlich ist es auf die ungemähte Nachbarwiese gefallen, jedenfalls haben wir dort die Elstereltern immer wieder herumhüpfen sehen, wir haben aber trotz Sorge um Katzen nicht mehr danach geschaut, weil wir davon ausgegangen sind, dass es drüben genug Versteckmöglichkeiten gibt und sich die Eltern ja offensichtlich gekümmert haben.

    Gestern früh dann lag jedoch auch das zweite wieder unterm Baum, diesmal in unserem Garten. Ob es freiwillig gehüpft oder unfreiwillig gefallen ist, können wir nicht sagen. Das Nest hängt seit dem Sturm jedenfalls sehr schief. Problematisch ist vor allem, dass die Eltern nicht mehr vorbei kommen. Diesmal sah das Tierchen auch schon deutlich größer aus, die Eltern müssen in der Zwischenzeit im Nest noch gefüttert haben, aber es hat weder Anstalten gemacht, herumzuhüpfen, nach den Eltern zu rufen, geschweige denn selbst auf Futtersuche zu gehen. Fliegen kann es sicher nicht, hat aber schon ganz gut Federn. Nach dem die Eltern den ganzen Tag nur laut schimpfend aber nicht fütternd in den Baumkronen in der Nähe verbracht haben, haben wir es schließlich abends mit einem Drahtkorb für die Nacht abgedeckt. Wir selbst haben uns so weit es eben geht, den ganzen Tag zurückgezogen gehabt und nur vom Fenster aus und mit Kamera nach dem kleinen geguckt. Leider ohne Erfolg. Heute bei Sonnenaufgang wurde der Korb von uns entfernt. Die Eltern sind auch heute nicht mehr vorbei gekommen.

    Wir vermuten, dass die Eltern sich zwar um das erste Junge, das raus fiel gekümmert haben, aber das dieses es nicht geschafft hat. Wahrscheinlich hat es eine Katze oder der Habicht, der hier täglich vorbei kommt, geholt. Jedenfalls haben wir heute die Nachbarwiese durchsucht und es ist nichts mehr da. Das Zweite scheinen sie gar nicht mehr auf dem Schirm zu haben.

    Heute am frühen Nachmittag haben wir jetzt selbst angefangen, das zweite Kleine mit Rühreimatsch zu füttern, weil es schon sehr schwach aussah und wir uns sicher sind, dass es seit mindestens gestern früh nichts hatte. Es hat sich daraufhin auch überraschend schnell erholt und bewegt sich auch mehr. Wir glauben nicht, dass es verletzt ist, auch wenn es noch sehr unbeholfen ist. Dennoch haben wir es außer zum Füttern allein draußen gelassen. Wir haben auch versucht es in einem Karton auf eine hohe, für Vögel gut sichtbare Stelle zu setzen, aber leider haben wir die Elstern nur aus Entfernung schreien gehört.

    Tja und jetzt haben wir den Salat. Wir wollen nur das Beste für den kleinen Schreihals und das sind sicher seine Eltern. Vielleicht haben wir ja morgen Glück und sie kommen durch ein Wunder doch noch zurück, aber ich glaube kaum noch dran. Aber was können wir tun, wenn sie nicht zurückkommen?

    Momentan können wir die kleine Elster zwar füttern (wir haben auch Rinder- und Hühnerherz im Haus, Kirschen und Beeren im Garten und morgen kaufen wir Mehlwürmer) aber wir können ihn nicht gut sozialisieren. Wir haben keine Voliere und auch leider kein Geschwisterchen mehr und machen uns große Sorgen, dass er als von Menschenhand aufgezogenes Tier in der Wildnis keine Chance hat. Gerne würden wir ihn an einen erfahrenen Aufzieher und Auswilderer abgeben, sind aber bisher in unserem Umkreis leider nicht fündig geworden.

    Jetzt meine Fragen an euch:
    Gibt es hier jemanden (der jemanden kennt usw.), der gerade andere Jungelstern aufzieht und unsere dazu nehmen könnte?
    Ist es besser für den Jungvogel, in seinem Elternrevier als an einem völlig fremden Ort groß zu werden?
    Werden die Eltern den Vogel angreifen, wenn er größer ist? Oder gibt es sogar eine Chance, dass wir den Vogel erst mal durchfüttern bis er fliegen kann und er dann wieder von seinen Eltern akzeptiert und sozialisiert wird, bevor sie ihn endgültig rauswerfen?
    Ernährungstechnisch habe ich heute viel gelesen und glaube, eine ganz gute Idee zu haben, was er braucht, um eigenständig fressen zu lernen. Gibt es dennoch anderes, was wir momentan beachten sollten?

    Ich hoffe ich konnte das Problem verständlich machen und ihr habt den ein oder anderen Ratschlag für uns. Ich freue mich über jeden Tipp!

    Hoffnungsvolle Grüße
    Minze

  2. #2
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    Noch mal ein Update:

    Der Elster geht es prächtig, sie ist sehr lebendig, aber die Eltern sind nicht mehr gekommen. Deshalb suchen wir weiter nach einem guten Auswilderungsplatz für sie. Sie ist noch wenig an uns gewöhnt, weshalb wir zuversichtlich sind, dass eine erfolgreiche Auswilderung noch gut möglich ist. Leider haben wir hier in der Umgebung bald alles erfolglos abtelefoniert. Da wir diese Woche noch Urlaub haben, könnten wir sie aber auch deutschlandweit bringen, wenn es bedeutet, sie in gute Hände geben zu können. Bitte meldet euch, wenn ihr etwas wisst, was uns helfen könnte.

    Nach wie vor für jeden Tipp dankbar
    Minze
    Geändert von Minze (09.07.18 um 14:11 Uhr)

  3. #3
    Moderator Avatar von Gaby
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    Hallo Minze,

    aktuell ist es wohl überall voll,die Stationen sowohl auch Privatleute die ehrenamlich arbeiten.Es gibt auf Facebook noch eine Gruppe,Wildvogelhilfe Notfälle.
    Vllt kappt es dort noch.

    LG gaby
    "If men had wings and bore black feathers, few of them would be clever enough to be crows" Rev. Henry Beecher 1810

  4. #4
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    Liebe Gaby,

    vielen lieben Dank für den Tipp. Wir hatten tatsächlich Glück und konnten unseren kleinen Pechvogel bei einer tollen Frau unterbringen, die ihn auswildern wird. Wir sind letztlich über die Auffangstationenliste von Wildvogelhilfe.org fündig geworden. Die scheint tatsächlich im Vergleich zu der Liste der Wildvogel Pflege Station Marburg sehr aktuell zu sein.

    Toll, dass es Leute gibt, die ihre Zeit für unsere Wildvögel opfern!

    Liebe Grüße
    Minze

    Ach übrigens... die Estereltern brüten schon wieder neu. Hoffentlich wird's diesmal was!

  5. #5
    Moderator Avatar von Gaby
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    das ist doch prima...vielen Dank für die Rückmeldung
    "If men had wings and bore black feathers, few of them would be clever enough to be crows" Rev. Henry Beecher 1810

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