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Thema: Nach Unfall wann wieder aussetzen?

  1. #1
    FriWi
    Gast

    Nach Unfall wann wieder aussetzen?

    Hallo!
    Wäre lieb, wenn Ihr mir helft. Gestern habe ich eine angefahrene junge Nebelkrähe (Gefieder voll ausgebildet, heisst jetzt Friedrich-Wilhelm) gefunden. Bis auf einen dicken Brummschädel (li. Auge zugekniffen) ist sie laut TA in Ordnung. Das Auge öffnet sie mittlerweile fast vollständig.
    Sie frisst, aber nicht besonders begeistert (hat gekochtes Eigelb und etwas gewolftes Rind genommen, eingeweichte Haferflocken, Apfel und Gurke waren nicht genehm), d.h. eigentlich sollte sie mehr essen. Und sie lässt sich beim Wasser- und Unterlagentausch immer noch einfach so wegdirigieren, ohne sich aufzuregen oder Widerstand zu leisten, wirkt aber schon wacher als gestern.
    Auf eine Email an eine Expertin habe ich keine Antwort bekommen, deshalb hier meine Fragen:
    1. Braucht die Krähe noch ihre "eigenen Leute", d.h muss ich sie zwingend am Fundort freilassen? Ist eigentlich doof (Windräder und Landstrasse) für eine Nachwuchskrähe.
    2. Wie gross sind Krähenreviere im Sommer?
    D.h. wann bin ich zu weit weg vom Fundort? Ich kann sie ja schlecht wieder am Strassenrand absetzen, zumal ich ja nicht sicher weiss, ob das Tier kräftig genug zum Wegfliegen ist.
    3. Woran erkenne ich, dass das Tier fit genug ist? Wegen der unzureichenden Nahrungsaufnahme (gibt's Tricks oder unwiderstehliche Futtermittel?) mache ich mir Sorgen, wobei ich halt nicht weiss, wie viel normal wäre.

    Danke Euch schon mal für Eure Hilfe!
    Rike

  2. #2
    FriWi
    Gast
    https://www.staff.uni-giessen.de/~gf...n/rabe1_01.htm
    Wenn ich richtig gerechnet habe, brauchen die ihre Eltern so ca. 100 Tage. Das wäre so Mitte April gewesen, was auch ein nicht unwahrscheinliches Legedatum wäre, da es hier bis Ende März gesäßkalt war und dann nahtlos der Sommer anfing und alles explodierte.

    Was tun, sprach Zeus... *ratlosindieRundeguck* ich habe bloss meine Hundebox, keine Voliere oder so, wo ich das Tier länger als über's Wochenende zum Erholen drinlassen könnte.

  3. #3
    FriWi
    Gast
    Update
    FW frisst. Nicht super viel (wie viel braucht er?), aber frisst. Wirkt auch halbwegs munter...

    Wenn jetzt irgendwer von Euch das hier nicht nur lesen, sondern bitte auch mal was schreiben könnte...?

  4. #4
    Benutzer
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    22.10.2016
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    Weiblich
    Beiträge
    51
    Hallo Rike,

    alles was Du machst ist eine Gratwanderung.
    "Halbwegs" fit reicht nicht zum Überleben in der Natur.
    Da gehört Wahrnehmung und Reaktionsschnelligket dazu.
    Kümmern sich die Eltern wieder und die Jungkrähe kann nicht schnell genug flüchten, bringen sich die Eltern noch in Gefahr.

    Brummschädel kann auch innere Blutungen nicht ausschließen, d.h. die Krähe kann auch bei Dir noch eingehen.

    Unfallvögel haben bei mir bis zu 2 Wochen gebraucht, bis sie wieder "ansprechbar" waren.
    Voll ausgefiedert bedeutet auch nicht, dass fliegen können. Wie lang sind denn die Schwanzfedern?

    Wäre der Vogel fit, würde er in der Hudnebox rebellieren.

    Hast Du in der Nähe kein Tierheim oder einen Vogelschutzverein zum Nachfragen?

    Unwiderstehlich sind Bienenlarven.

    Viele Grüße

  5. #5
    FriWi
    Gast
    Danke!
    Bin in der Nähe von Berlin und die hier Krähen auswildernde Almut Malone ist gerade in den USA. Sie hat mir aber mittlerweile geantwortet. Wieder aussetzen ist ja offensichtlich keine Option, also werde ich versuchen, den/die Kleine/n durchzubringen. Habe auch schon mit der Station in Elmshorn (da könnte ich das Tier zwar hinbringen, aber das schaff' ich im Moment einfach nicht... mit Glück wäre das vielleicht (aber eben nur vielleicht) am WE möglich. Ansonsten hab' ich hier in der Gegend noch niemanden für Krähen gefunden - und zum Nabu hätte ich das Tier auch ohne die hier im Forum geschilderten Berichte nicht gebracht. Dann lieber selbst machen. Gerne mit Eurer Hilfe! Also bitte: helft einer krähenunerfahrenen Biologin auf die Sprünge!

    Ich kann definitiv keine Voliere bauen, jetzt mal eben schnell. Was ich tun kann: mit Maschendraht, Windschutznetz und Ästen ein kleines (Grundfläche 1x1,5 m), etwas klappriges Gartenhäuschen zu einer katzen-/greifvogelsicheren Schutzhütte umbauen. Für Flugübungen reicht's nicht, dafür müssten wir den Garten nutzen (Loch mit Anflugstange?).

    SUPER DRINGEND:
    Wie animiere ich das Tier, mehr zu fressen bzw. wieviel Futter braucht es ungefähr (in Maßeinheit Gramm pro Tag oder Eier pro Tag oder wasauchimmer)?
    Ich kann im Angelshop Köderwürmer besorgen oder selber Regenwürmer ausgraben. Bienenlarven vielleicht, das dauert aber ggf. ein paar Tage, bis ich die rankriege.

    Und: bitte schreibt mir die absoluten DON'Ts auf. Also was darf ich AUF GAR KEINEN FALL tun (bitte laßt Diskussionen weg - das mit dem Katzenfutter habe ich schon registriert. Mir geht's eher so Sachen, auf die man ohne Ahnung von der Materie vielleicht nicht sofort kommt wie z. B. daß Hunde keine Macadamias fressen dürfen).

    Aber besser als all das wäre natürlich:
    Hat noch jemand einen Tip für eine Anlaufstelle rund um Berlin (alles bis 2 h Fahrtzeit pro Strecke wäre okay), wo das Kleine ggf. besser aufgehoben wäre (Artgenossen, erfahrene PflegerInnen)?

  6. #6
    Benutzer
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    51
    Regenwürmer würde ich nicht füttern.
    Die Tierfachmärkte und auch Baumärkte mit Tierabteilungen bieten Lebendfutter an: Zophobas sind gut (hier quetsche ich den Kopf vor dem Füttern), Grillen und Mehlwürmer (nicht zuviele auf einmal).

    Rührei wird auch ganz gerne angenommen.

    Frisst die Krähe von alleine?
    Oft wird eine Fresspause eingelegt und dann das Futter versteckt. Das merkt man, wenn das Futter in der Hautfalte unter dem Schnabel gesammelt wird und die Hautfalte prall wird. Das wird dann wieder im Versteck ausgewürgt.
    Abends vor dem Schlafen sollte der Kropf nicht leer sein, das kann man fühlen/sehen.
    Und die hier schon öfter genannten Beoperlen werden eingeweicht auch gut angenommen - die gibts im Tierfachmarkt.
    Ansonsten brauchen Jungvögel auch Sonnenlicht. Viel Glück.

  7. #7
    FriWi
    Gast
    Im lokalen Angelshop habe ich Pinkies bekommen. Eine überbrühte Portion steht jetzt in der Box

    Ansonsten: jein. Er pickt dran rum, nimmt auch ein bisschen Eigelb, aber sperrt auch nicht, wenn man ihm mit der Pinzette was anreicht. Zwangsfüttern? Wenn ja - wie? Ich hab jetzt ja schon alles mögliche an Futter probiert und mit x mehr oder weniger freundlichen Leuten telefoniert. Aber so echt hilfreich war das alles noch nicht.
    Mittlerweile würde ich sagen, es ist total egal WAS der Vogel erst mal frisst, hauptsache er bekommt Energie. Eingeweichte s gutes Hundetrockenfutter (70% Fleisch, 30% Gemüse) kann ich noch versuchen.

    Da ich hier durchaus ländlich lebe, habe ich auch nicht alles mal fix im Zugriff - für Lebendfutter (ausser Angelköder) müsste ich bis nach Berlin rein.

    - - - Aktualisiert - - -

    Nochmal: wie viel Futter braucht das Tier UNGEFÄHR am Tag? Ich habe keine Vorstellung, von welchen Mengen wir bei einem Vogel reden, denn ich habe bislang immer nur Säuger-haustiere gehabt.

  8. #8
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    Lebend-Weichinsekten sind unabdingbar.... ohne funktioniert der Stoffwechsel nicht, Verdauungsprobleme, so 7- 14 Zoofobas pro Tag zusätzlich zu Gemüse, Obst, Fleisch kann eine Erwachsene gut verdrücken. Bei Jungvögeln soll es gut funktionieren, Obst, Gemüse, Fleisch, usw. verkleinert unter 3,8%igen Hüttenkäse zu mischen.

  9. #9
    FriWi
    Gast
    Danke für Eure Hilfe - ich habe den Kleinen jetzt abgegeben an jemanden, der sich damit auskennt.

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