Die Sendung gestern Abend weckte in mir die Hoffnung, doch noch was erreichen zu können. Und ich habe am heutigen Tag Anzeige erstattet gegen ...
Akt 1:
Wie ich mal in einem anderen Beitrag erwähnte, hatte ich im letzten Jahr eine Elster aus einer norwegischen Fangfalle befreit. Und das verlief so: eine unmittelbare Nachbarin des Vogelmörders informierte die „Tierhilfe Lippe“, die wiederum informierte mich. Daraufhin fuhr ich mit meiner Frau am 12.5.2008 zu dieser besagten Adresse. Und tatsächlich, dort saß in einer norwegischen Falle eine Elster auf einem größeren Gartengrundstück als Lockvogel für Sperber oder andere Elstern. Ich erkundete und stellte auch fest, daß sich auf diesem Grundstück auch ein Taubenschlag befindet – aha. Es handelte sich um ein größeres Einfamilienhaus mit vielen Familienmitgliedern. Ich rief also die Informantin an, und die teilte mir mit, sie habe in Erfahrung gebracht, daß am Spätnachmittag die gesamte Familie auf dem Fußballfest im Dorf zum Feiern geht. Ich wartete mit meiner Frau im Auto ab – wir observierten das Haus. Als dann die Familie abfuhr schlich ich mich auf das Grundstück und meine Frau schoss die Beweisfotos.
Oh je das arme Tier – total irre, in der prallen Sonne, ohne Wasser und das werweiss wie lange schon. Ich holte das Tier dort heraus, es verschwand in der großen Handtasche meiner Frau und wir machten uns von dannen.
Akt 2:
Ich meldete den Vorfall unserem zuständigen Veterinär und schickte ihm auch die Beweisfotos.
Daraufhin passierte nichts...
Regelmäßig wurde die Falle von der Nachbarin kontrolliert. Da ich die Falle offen gelassen habe konnte der Tierquäler so seine eigenen Vermutungen anstellen. Wie sich herausstellte war die arme Elster komplett durch den Wind. Selbst im abgedeckten kleinen Käfig und Gabe von Baldriantropfen war dies Tier nicht zu beruhigen. Sie hatte tierische Angst – kein Wunder. Es war eine echt harte Nuss – fast zum verzweifeln. Nach einem Aufenthalt von 3 Wochen habe ich sie dann schweren Herzens in die Freiheit entlassen müssen.
Die Falle war mir immer ein Dorn im Auge, doch für mich blieb nur die Erkenntnis übrig: man kann nicht wirklich viel erreichen – außer das man jedesmal wenn wieder ein Vogel dort drinsitzen würde, ich ihn wieder retten müßte – damit hatte ich mich erstmal abgefunden. Vergessen war die Sache aber damit nicht. Für mich war klar, das Ding muß weg und wenn's sein muß mache ich das auch selbst.
Akt 3:
Durch den gestrigen Fernsehbeitrag bin ich ermutigt worden, dort nochmal anzusetzen und das Pferd von der anderen Seite aufzuzäumen. Der Fehler war es dem Veterinäramt zu melden und nicht direkt Anzeige zu erstatten. Genau das holte ich heute nach. Ich rief erst die ortsansässige Polizeistation an, die wußte wiederum nicht genau wie sie verfahren sollte. Ich solle doch die Leitstelle anrufen. Dort wurde ich mit dem Amtsleiter verbunden und dem schickte ich dann die Email und die DPA-Meldung über den Fang der Kollegen in Düsseldorf. Er schlug vor, daß ich zu meiner ortsansässigen Kripo gehe und dort Anzeige erstatte. Er würde sich die Paragraphen raussuchen, die nötig sind um eine Beschlagnahmung und eine Strafanzeige erstellen zu können. Diese Informationen würde er dann an die Kripo weiterleiten. Also fuhr ich zur Kripo und traf da einen Kripo-Beamten, der sich als echter Tierschützer herausstellte. Wir erstellten ein umfangreiches Protokoll – ca. 1 Stunde Arbeit. Er ließ mich sogar all seine Telefonate, für die Beschlagnahmung und das Vorgehen der Polizei jetzt in diesem Fall mithören. Und so läuft das.
Mit der Anzeige habe ich mich gleichzeitig strafbar gemacht, durch das illegale Betreten des Grundstückes. Ist auch klar – aber das nehme ich in Kauf.
Die Staatsanwaltschaft hat dann die ortsansässige Polizei des Vogelmörders informiert und eine Beschlagnahmung und Strafanzeige erwirkt. Wie das Verfahren weitergehen wird – wahrscheinlich kriegt er ein höheres Bußgeld aufgebrummt, das er einem gemeinnützigen Verein spenden mußVielleicht ja unserem Verein, aber da muß ich wohl nochmal mit dem Staatsanwalt telefonieren
Durch die Beweisfotos, die wir gemacht hatten ist eindeutig der Betrieb der Falle nachgewiesen. Und das wird höchstwahrscheinlich ein Gerichtsverfahren nach sich ziehen. Nach der Anzeigenerstattung unterhielt ich mich mit dem Kripobeamten bestimmt noch eine Stunde lang im Internet und ich erklärte ihm wie er die entsprechenden Artikel zu diesem Thema finden kann. Er besuchte auch unsere Internetseite und fand das richtig klasse was wir machen. Und ich dürfe doch bei meinem nächsten Fall bei ihnen nachfragen – sie würden gern eine Patenschaft von der Wache aus übernehmen.
Ihr habt mich ja jetzt ein bischen kennengelernt und so bin ich eben – impulsiv, lieb und nett, ... und Tierschutz heißt für mich nicht zuzuschauen, sondern die Dinge selbst in die Hand zu nehmen – auch wenn man sich dadurch Feinde macht. Man kann immer etwas erreichen wenn man es wirklich will.
LG
Roger
Und hier sind die Fotos von der Befreiungsaktion



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Oh je das arme Tier – total irre, in der prallen Sonne, ohne Wasser und das werweiss wie lange schon. Ich holte das Tier dort heraus, es verschwand in der großen Handtasche meiner Frau und wir machten uns von dannen.
Vielleicht ja unserem Verein, aber da muß ich wohl nochmal mit dem Staatsanwalt telefonieren 




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