Bei einer zufälligen Begegnung im Tierheim Detmold mit der Redakteurin H. Jaeckle von der Zeitschrift “Fell&Pfote” fragte sie mich nach einem Interview zum Thema “Rabenvater”. Ich willigte ein und am 5.3.2009 Tage besuchte sie mich hier in Blomberg, wobei ich ihr unseren Verein und auch die schwarzen Gesellen vorstellte. Ihre Frage lautete: Wie wird man Rabenvater? Sie wird in der kommenden Ausgabe darüber berichten.
Ich erzählte ihr:
„Alles beginnt mit einer verletzten Krähe. Eine passionierte „Vogelmutter” vertraut mir dieses Tier eines Tages zur Pflege und Auswilderung an. Sie kennt mich als Vogelfreund und weiß, der Vogel ist bei mir in guten Händen. Faszinierend jeden Tag die Entwicklung dieses Tieres zu beobachten. Beide lernen wir voneinander - welch umfangreiches Gebiet. Eine Menge Literatur und erfahrene Fachleute sind hilfreich. Die von mir gestaltete Rabenvoliere bildet einen artgerechten Rahmen und bietet die Möglichkeit weitere Tiere aufzunehmen. Meine Sensibilität und das Interesse für diese Wesen spricht sich herum und es gesellen sich schon bald 3 weitere Rabenvögel hinzu. Jungvögel werden mir zugetragen und nun gilt es auch diese aufzuziehen.
Nun zeigt es sich, was es heißt „Rabenvater” zu werden. Der ganze Tagesablauf ist bestimmt vom Wohl und Wehe der Tiere. Sauberhalten der Anlage, Fütterung der Jungvögel alle 2 Stunden, verletzte Tiere medizinisch versorgen und so geht es Tag für Tag. Es gilt sie richtig zu versorgen, sie sollen ja für die Auswilderung stark und kräftig werden.
Die Entwicklung der Tiere gilt es aufmerksam zu verfolgen. Mit zunehmenden Alter heißt es, die entstandene Beziehung zu lockern, mit dem Ziel, sie später für die Auswilderung ganz zu lösen. Eine besonders schwierige Aufgabe bei verletzten Tieren, die bis zu einem Jahr in meiner Obhut sind. Auch für mich persönlich nicht immer leicht. Habe ich doch in der langen Pflegezeit die Individualität und Intelligenz eines jeden Rabenvogels kennen und schätzen gelernt. Auch wenn ich manchmal meine, die Arbeit überwältigt mich, werde ich dann am Ende doch überreichlich belohnt. Den Einblick in diese faszinierende Rabengesellschaft mit all ihren Facetten, so hautnah erleben zu dürfen, ist ein ganz besonderes Geschenk und läßt mich Erfahrungen machen, die nur wenigen vorbehalten sind.
Habe ich ihre Seele berühren dürfen?“
Das ganze stammt aus einem Einleitungstext für meinen Rabenaufklärungsfilm.
Ich hoffe ihr könnt mir weiteres Feedback geben, denn es sollte auch eine gemeinsame Arbeit für diese Vögel werden, wo wir alle zu Wort kommen. Geschichten von Raben-Menschen...
LG
Roger und die schwarzen 6



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