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Biologiestudent Robin Schütz hat für seine Forschung mehrere Tage im Tierpark und Fossilium Bochum verbracht.
© Tierpark und Fossilium Bochum


Bedrohten Wildvögeln auf der Spur
Diese Methode, mit der Biologen seltene Tiere in der Natur aufspüren können, wird auch von Kriminalkommissaren bei der Verbrecherjagd benutzt.
Artenschützer möchten möglichst genau wissen, wie viele Tiere einer bedrohten Art in freier Wildbahn leben. Manche Exemplare sind jedoch so schwierig aufzufinden und zu beobachten, dass das Zählen der Individuen kaum möglich ist. Biologiestudent Robin Schütz hat nun im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit am Lehrstuhl für Evolutionsökologie und Biodiversität der Tiere eine Methode entwickelt, wie man Wasservögel identifizieren kann, ohne sie zu Gesicht zu bekommen.

Tiere hinterlassen genetische Spuren
„Wie jedes Tier hinterlassen auch Wasservögel ihre Spuren, indem sie Kot absetzen, der für einige Zeit im Wasser verbleibt. Darin ist ihre DNA enthalten, die jedes Individuum vom anderen unterscheidet“, erklärt Schütz. Der Student extrahierte das genetische Material – Umwelt-DNA genannt – aus Wasserproben, entwickelte eigens spezifische Biomarker und wandte anschließend verschiedene molekularbiologische Verfahren an. So konnte er jede Probe einem ihm bereits bekannten Vogel zuordnen.
Bei anderen Tierarten, vor allem Amphibien und Fischen, wird die DNA-Methode bereits erfolgreich angewandt. „Das Verfahren an sich ist also nicht vollständig neu“, erklärt Robin Schütz. „Mein Ziel war es, es nun auch für Wasservögel zu etablieren, um so seltene und gefährdete Populationen besser erfassen und somit nachhaltig schützen zu können.“

Zusammenarbeit mit dem Tierpark Bochum
Für seine Versuche arbeitete Robin Schütz mit dem Tierpark und Fossilium Bochum zusammen. Hier durfte er mehrere Tage in der Watvogel-Voliere verbringen und die hier lebenden Löffler, Säbelschnäbler, Rotschenkel und Kampfläufer beobachten und ihre Proben entnehmen. „Für uns als moderner Zoo gehört die Forschung zu einer unserer Kernaufgaben“, sagt Zoodirektor Ralf Slabik. „Viele Aspekte können bei Tieren in menschlicher Obhut viel leichter und besser erforscht werden als in der Wildbahn.“