29130

Dieser Mäusebussard wurde auf einer Autobahn angefahren und wird seit Februar 2019 in der Wildvogel-Auffangstation des Saarlandes (Wivo) in Püttlingen gesundgepflegt.
FOTO: Christoph Scherer


Püttlingen. Wildvogel-Auffangstation hat schon 33 Gäste, darunter eine viel zu früh geschlüpfte Amsel. Bald Tag der offenen Tür.
In der Wildvogel-Auffangstation des Saarlandes (Wivo), die in der ehemaligen Stadtgärtnerei an der Püttlinger Kläranlage untergebracht ist, gibt es derzeit viel zu tun: Schon 33 Vögel wurden seit dem 1. Januar aufgenommen, meist Greifvögel, die durch Futtermangel geschwächt sind. Daher versuchen sie, auf Straßen totgefahrene Tiere zu erbeuten und werden dabei manchmal selbst angefahren.

Auch der erste Jungvogel, eine Amsel, ist bereits in Pflege und wird täglich mehrmals gefüttert. „Die Amsel muss bereits im Februar gebrütet haben“, sagt Wivo-Mitarbeiter Christoph Scherer, der darin auch ein Indiz für den Klimawandel sieht.
Auch baulich hat sich das ehemalige Gewächshaus inzwischen weiterentwickelt: Durch Zuschüsse des Umweltministeriums und einer Spende konnten Betonteile saniert und große Teile der Anlage neu verglast werden.

Die ruhige Winterzeit wurde auch genutzt, um die Wivo digital weiterzuentwickeln. Uwe Freitag, Inhaber einer Saarbrücker Softwarefirma, entwickelt ein spezielles Programm, so dass die für die statistische Erfassung der gefiederten Gäste notwendigen Daten leicht eingegeben und ausgewertet werden können. Auch Fotos von verletzten Vögeln und Medikamentengaben können leicht erfasst und gegebenenfalls an die Kleintierklinik Köllertal weitergeleitet werden.

Gegenwärtig laufen schon die Vorbereitungen für den zweiten Tag der offenen Tür, der am Samstag, 13. April 2019 von 10 Uhr bis 18 Uhr in der Station in Püttlingen stattfinden wird. Wie im Vorjahr können die Besucher vieles über das Team der Wivo Saarland, über Wildvogelschutz und Wildvogelhilfe und über die Themen Tier- und Naturschutz erfahren. Informationen gibt es auch über naturnahes Gärtnern, vogel- und insektenfreundliche Pflanzen, Ganzjahresfütterung und Nisthilfen. Bei einer Führung lernen die Gäste außerdem die betreuten Vögel kennen.

(SCHM)