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Eine Saatkrähe mit einer Walnuss (Symbolbild)
Foto: dpa Picture-Alliance / K. Mühlmann / picture alliance / Arco Image


Die Mitglieder der Kreisjägerschaft Pinneberg verringern Bestand der Rabenvögel und schaffen so wieder Raum für Elstern.

Kreis Pinneberg. Wenn Krähen im Übermaß auftreten, sind sie immer wieder Anlass von Ärger oder zumindest heißen Debatten. Insbesondere in Städten können sie zum Problem werden. Aber während dort zumeist die geschützte Saatkrähe lebt, profitieren die auch Fleischreste und Abfälle fressenden Rabenkrähen von der Landwirtschaft, sodass die Population im Kreis Pinneberg laut der Kreisjägerschaft bis 2005 stark angestiegen ist. Konsequenz: Die Vögel zerhacken immer wieder Siloplanen, die Silage – das Tierfutter – verdirbt durch Lufteintritt. Krähen rauben die Gelege von Bodenbrütern, fressen Jungvögel und Junghasen – und verdrängen konkurrierende Elstern aus der Feldflur und den Wäldern.

Um regulierend einzugreifen, hat die Kreisjägerschaft jetzt nach Ablauf der Schonzeit am 31. Juli in den Jagdrevieren der Kommunen Pinneberg, Rellingen, Halstenbek, Schenefeld, Ellerbek, Tangstedt, Borstel-Hohenraden, Kummerfeld und Prisdorf eine Krähenjagd veranstaltet.

Dabei wurden noch im Dunkeln Tarnschirme und Lockbilder aufgebaut, denn Krähen sind extrem scharfäugig, misstrauisch und intelligent, daher ist eine optimale Tarnung notwendig. Die Tiere fliegen im ersten Licht die Lockvögel an und können so bejagt werden. Aktuell wurden 18 Krähen und zwei Nilgänse, eine invasive Art aus Nordafrika, zur Strecke gebracht. „Im Jahr 2005 verzeichneten wir im Kreis Pinneberg einen Bestand von 2162 Brutpaaren der Rabenkrähe“, so Hans-Albrecht Hewicker, Obmann für Wildtiererfassung der Kreisjägerschaft Pinneberg. Folge war, dass die Tiere sich oft bis in menschliche Siedlungsgebiete ausbreiteten und dort drohten, die Elstern noch stärker zurückzudrängen, von denen noch rund 310 Brutpaare im Kreis leben. Hewicker: „Durch die Bejagung der Rabenkrähen ging deren Bestand auf etwa 900 Paare zurück, und ihre Scheu vor Menschen wurde erhöht.“ Der direkte Konkurrent Elster habe es dadurch wieder leichter, hier zu leben und seine Jungen aufzuziehen. „Wir bejagen zwar Rabenkrähen, wollen aber natürlich keine Tierart ausrotten. Jetzt ist das Verhältnis etwa ausgeglichen.“
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