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Krähe mit Arthrose im Flügel (flugunfähig)

Kara82

Neues Mitglied
Hallo Zusammen,
Ich habe seit Anfang Juni eine flugunfähige Krähe vom Tierschutz. Sie hatte den linken Flügel und die gesamte linke Seite komplett nackt. Alle Federn ausgerissen. Der Finder war damals beim Tierarzt. Nichts gebrochen.
Nun sind die Federn nachgewachsen und mur fiel auf, das wieder neue Federn abgebrochen sind auf der linken Seite. Zudem nutzte sie den Flügel nicht.
Ich war heute nochmal beim Tierarzt. Sie hat Arthrose in beiden Gelenken des Flügels. Dieser ist bereits eingeschränkt beweglich. Sie wird wohl niemals fliegen können.
Ich halte sie zusammen mit einer Handaufzucht in einer 15x8m Voliere mit anderen Tieren (Pfauen u. Kaninchen). Das klappt sehr gut.
Sie kann auch gut auf die Sitzstangen klettern. Und fressen tut sie auch.
Sie ist nicht zahm aber auch nicht komplett scheu.
Jetzt ist die Frage: Einschläfern, behalten und in der Voliere halten oder sie raus lassen und draußen rumhüpfen lassen- wo sie wahrscheinlich glücklicher ist. Ich würde sie weiterhin füttern, die Handaufzucht hält sich auch viel auf dem Boden auf und sie wäre nicht allein. Es gibt viele Büsche wo sie nachts aufbaumen kann. Zudem halte ich schon einige Jahre Laufenten frei wo es noch nie Probleme gab mit mit freilaufenden Hunden, Füchsen oder ähnlichem. Wir wohnen 200m vorm Wald.
Was würdet ihr tun? Soweit scheint es ihr gut zu gehen.
Danke im Voraus.
LG Katrin
 

Hexe Elstereule

Bekanntes Mitglied
Moderator
freilassen: ganz schlechte Idee. In der Voliere halten, das ist die einzige Möglichkeit. Ein gehandicaptes Tier läßt man nicht draußen allein. Nur weil sich kein Fuchs hat blicken lassen, heißt es nicht, dass es ihn nicht gibt. Irgendwann ist immer das erste Mal. Der wartet nur auf die richtige Gelegenheit, glaub es mir. Dann gäbe es da auch noch den Habicht, der problemlos Krähen erbeutet. Das geht ganz schnell und bis man da angekommen ist, wo er zugeschlagen hat, ist er weg mit der Krähe. der Habicht hat ein Auge für die Krüppelchen und nicht ganz so fitten. Und was nachts an Beutegreifern herumgeistert, entzieht sich auch oft der menschlichen Wahrnehmung. Die Krähe hat draussen null Chancen.
 

WildHealth

Neues Mitglied
Hallo Kara

Ich glaube nicht an Arthrose als Ursache für die Flugunfähigkeit. War die Krähe bei einen vogelkundigen Tierarzt, wurde geröntgt? Arthrose oder auch ein unerkannter und unbehandelter Bruch wären auch kein Auslöser für Federbruch oder -verlust. Wird die angebliche Arthrose in irgendeiner Form behandelt?
 

Kara82

Neues Mitglied
  • Themenstarter Themenstarter
  • #5
Hallo WildHealth.
Ich bin selbst Physiotherapeutin für Tiere und habe die Rö gesehen. Kein Bruch. Es handelt sich um Arthrosen, wahrscheinlich ausgelöst durch eine Quetschung des Flügels, wobei er damals auch die Federn verloren hat. Erst entsteht eine Arthritis- eine Entzündung des Gelenkes (wurde wohl damals nicht erkannt). Darauf erfolgt eine Arthrose als Folge. Durch Arthrose wird das Gelenk unbeweglich- daher die abgebrochenen Federn, da er öfter beim Sprung auf diese Seite kippt und nicht gegensteuern kann mit dem Flügel. Das Problem ist, ich kann den Vogel nicht regelmäßig physiotherapeutisch behandeln da er nicht zahm ist. Er bekommt nun Schmerzmittel.
LG

- - - Aktualisiert - - -

Er war bei einem Vogelkundigen Tierarzt. Und die Arthrose sind knöcherne Zubildungen und deutlich sichtbar auf dem Röbtgenbild.
 

WildHealth

Neues Mitglied
Um präzise zu bleiben: Die Federn brechen nicht ab aufgrund der Arthrose, sondern weil die Krähe sich mit dem Flügel abstützt. Ich behandele Wildtiere physiotherapeutisch, zutraulich oder zahm ist keines. Das ist keine Voraussetzung, um zu therapieren. Raus kann die Krähe doch sowieso nicht, dann kannst Du sie Dir auch vertraut machen. Die Handaufzucht, von der Du schreibst, was ist das für eine Vogelart?
Ein Gelenk wird durch Arthrose nicht auf der Stelle steif und unbeweglich, Beweglichkeit kann erhalten bleiben und wenn durch Schonhaltung Beweglichkeit reduziert ist, wieder aufgebaut werden. Gib nicht so schnell auf.

Du kannst bei einer Krähe auch gut über antientzündliche Nahrung einwirken und damit zur Linderung beitragen, um steroidale Mittel so lange wie möglich nach hinten hinauszuschieben, zusätzlich zunächst phytotherapeutisch behandeln. Nicht steroidale Antiphlogistika sollten nicht dauerhaft, sondern vorübergehend, abhängig von akuter Schmerzhaftigkeit, gegeben werden.

Wie schätzt Du die Lebensqualität der Krähe, den Grad der Schmerzhaftigkeit, das Aktivitätsniveau ein? Letztlich kann man auch über eine Amputation nachdenken.

Wie ernährst Du die Krähe?
 

Hexe Elstereule

Bekanntes Mitglied
Moderator
man könnte versuchen, den Flügel abzupolstern, z.B. mit Snögg Verbandsmaterial. Haben wir schon oft gemacht, allerdings bei kleineren Vögeln. Das kann die Federn und Haut schonen und das Polster gibt guten Halt. Voraussetzung ist natürlich, dass das Tier das toleriert. Snögg ist ein sehr leichter Schaumverband, der nicht auf der Haut oder den Federn klebt. Entzündungshemmend wirken gequetschte Kohlblätter, die man mit in den Verband einpacken kann. Allerdings sollte der dann täglich gewechselt werden. Nur Schutzverband: der darf länger drauf bleiben.
 

Kara82

Neues Mitglied
  • Themenstarter Themenstarter
  • #8
Natürlich brechen die Federn nicht ab durch die Arthrose sondern durchs abstützen.
Fakt ist, ich werde kein scheues Wildtier welches Angst hat täglich zur Physiotherapie nötigen. Die Arthrose ist bereits fortgeschritten so das die Bewegung deutlich eingeschränkt ist. Es ist damals nicht rechtzeitig erkannt worden. Hier wirkt auch kein antientzündlicher Kohl mehr, da Arthrosen keine Entzündungen sind sondern Knochenzubildungen -hervorgerufen durch eine Gelenksentzündung, Deformierung, etc.
Die Krähe bleibt jetzt in der Voliere. Geht es ihr schlechter bekommt sie Schmerzmittel. Wirken diese nicht mehr, werde ich sie erlösen lassen. Von einer Amputation würde mir abgeraten da dies eine Gleichgewichtsstörung nach sich zieht.
Die Krähe bekommt Hühnerherzen, Hühnerklein, Eier, Obst, Beeren, Eintagsküken, Nüsse... Sie picken am Gemüse von den Kaninchen rum und im Fasanenfutter.. Und das was sie selber noch finden.
 

WildHealth

Neues Mitglied
Entzündungsvorbeugend und in akuten Schüben hemmend sind selenhaltige Paranüsse, Sesam und Hanfsamen; Blaubeeren und Hanföl.

Ich würde dieser Krähe 2 Paranüsse pro Woche füttern in Form von täglich 1/4 Nuss geraspelt übers Futter gegeben, in das zudem 1-2 Tropfen Hanföl kommen. Sesam- und Hanfsaaten kann sie im Wechsel mit den Paranüssen bekommen, dann eine Prise übers Futter. Blaubeeren kann sie so viele fressen, wie sie mag. Eier sollte sie max. 1 pro Woche bekommen.

Unabhängig von der Arthrose würde ich mehr Wert auf hochwertiges und leicht verdauliches Insektenprotein legen und Hühnerherzen und -klein nur als gelegentliches Leckerli geben.
 

Hexe Elstereule

Bekanntes Mitglied
Moderator
Kohlblätter werden in der Medizin mit gutem Erfolg bei Arthrose eingesetzt. In vielen Studien waren die Leute ebenso schmerzfrei wie die Referenzgruppe, die Medikamente bekommen hat. Gerade bei Abstürzen, wo dabei das Gefieder abbricht, helfen abpolsternde Verbände gut. Es verhindert auch Wunden und dadurch entstehende Knötchenbildung an den Flügeln. Bei ca. 900 Vögeln im Jahr in Pflege habe ich da ganz gute Erfahrungen gemacht. Ich würde es mal ausprobieren. Selbst die extrem scheuen und panischen Ringeltauben tolerieren diese Verbände. Das schöne dabei ist, man kann auch Heilmittel mit reinpacken.
 
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