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Schicksal ungewiss

gagak

Neues Mitglied
Hallo alle

http://www.rabenforum.de/album.php?albumid=495

Ein junges Nebelkrähenkind (Augen noch blau) lag heute Vormittag verletzt (blutend) und bewegungslos auf dem Boden zwischen Fußgängerweg und Restaurant-Eingang, neben der Strasse. Konnte nicht flüchten. Hätte ihn gerne dort gelassen, in der Hoffnung, dass die Eltern ihn finden.
ABER
Ich wusste nicht, wie schwer seine Verletzungen sind, UND
Da kommen sehr viele Leute, Hunde, auch streunende Katzen vorbei, und
Restaurant-Besitzer wollen vermutl auch kein fast-Tier-Leiche vor der Tür liegen haben, UND
Ich weiss definitiv, er befindet sich im falschen Revier, und ist sogar höchst wahrscheinlich von den Revier-Besitzern angegriffen worden. Die kenne ich nämlich seit Jahren sehr gut. Ich wohne in ihrem Revier, sie fressen mir schon seit Jahren aus der Hand, und haben mir sonst jedes Jahr ihre Kinder vorgestellt. Dieses Jahr sind alle Kinder entweder früh gestorben/geraubt oder ähnliches, denn sie haben nie welche dabei gehabt.


Diesen jungvogel habe ich also zur Tierärztin gebracht, die ihn untersucht hat, und keine allzu schwerwiegende Verletzungen finden konnte. Er ist in der Brust und unter dem Flügel angestochen, aber man weiß nicht, wie tief. Bewegen kann er noch, Beine sowie Flügel. Seine Wunden wurden versorgt, er kriegte Beruhigungs-spritze (sehr leicht, er bleibt wach) und Antibiotika.


Ich will ihn morgen sehr früh während die Strassen noch ruhig sind wieder aussetzen, in der Hoffnung, dass seine Eltern ihn finden. Dummerweise kenne ich zwei Nachbar-Reviere, die ein Kind haben. Womöglich gibt es auch andere. Wahrscheinlich lässt er sich kein zweites mal von mir wieder fangen, also sind wir auf den Zufall angewiesen, dass ich den richtigen Platz wähle.
Zum genauen Fundort kann ich ihn auf keinen Fall zurück bringen, denn alle o.g. Gründe gelten noch. Ich werde ihn so lange ich kann 'bewachen', und bestenfalls werden sich seine Eltern melden. Mich kennen sie als Futterspender, also vorbeischauen werden sie hoffentlich schon.
Wünscht uns bitte viel Glück!
Wenn s weiter was zu berichten gibt, melde ich mich wieder.


LG, an



 

gagak

Neues Mitglied
  • Themenstarter Themenstarter
  • #3
danke gaby der nachfrage, + hallo alle

leider hats der kleine nicht geschafft, obwohl er körperlich trotz (scheinbar) leichten verletzungen in guter verfassung war. hat bei mir übernachtet, auch evtl geschafft, ein paar brocken nahrung zu sich zu nehmen, obwohl er von mir direkt nix nahm. ich schätze, er befand sich genau in dieser äusserst verwundbaren zwischenzeit, wo babys vielleicht gerade schon das nest verlassen haben, aber eigentl noch nicht auf den boden sollen. werden noch weitgehendst von eltern gefüttert, lernen erst richtig was fliegen ist, haben noch null ahnung von alledem, was eine krähe unbedingt wissen soll. also halt noch total von den eltern abhängig, die denen in nächsten wochen/monaten VIIIIEL beibringen müssen.

es war auch der morgen nach dem grossen sturm, in berlin ist allerhand passiert. viel später sah ich, dass ein grosser baum in der nächsten strasse zu boden gegangen ist, mitten im revier von EDEKA-krähen, dem nachbar-revier. von denen ich auch wusste, dass das paar mindestens ein kind haben. ich hatte neulich gesehen wie edeka-papa mein morgendliches leckerli nach oben zu seinem kind gebracht hat, das auf dem dach wartete.

also war evtl meine ursprüngl vermutung, dass das baby daher kam, richtig. leider hatte ich am besagten morgen umgedacht, weil ich anhand von meinen bildern u aufzeichnungen von 2016 gesehen hatte, erst in den letzten 2-3 wochen kommen bei uns so manche krähenbabys auf den boden (später als in manchen anderen orten zB wien). Also wollte ich zuerst das näheste revier probieren, wo ich ihn gefunden habe, und wo 'meine' hauskrähen wohnen.

ich setzte das baby in den vorgarten unseres TA, sobald 'meine' zwei einige zeit nach sonnenaufgang auftauchten. seine anwesenheit haben sie sofort entdeckt. papa landete unweit von ihm und schaute genau. stakste dann aber 1-2 meter weiter, um sein frühstücksleckeri im garten zu verstecken. mama flog zu ihm mit einem essensbrocken im schnabel, und landete neben ihm, als wollte sie ihn füttern, hats aber dann doch nicht getan. beide flogen dann kurz weg, und kamen wieder um mehr frühstück von mir zu holen. das baby sass inzwischen sehr sichtbar auf dem kleinen gartenzaun. konnte also alein hochflattern. ich beobachtete eine zeitlang von der anderen strassenseite, aber sie haben ihn nicht weiter beachtet.

ich war unschlüssig, und dachte, vielleicht sollte ich ihn lieber gleich in das nahegelegene nachbarrevier tragen, bevor zuviele passanten kommen, in der hoffnung das er dahingehört. doch als ich nur ansatzweise das kleine aufheben wollte und wieder in seinen korb setzen, kam aus dem baum ein so entsetztes lautes gefluche von mama, wie ich aus ihrem schnabel noch nie vernommen habe. papa auch sofort mahnend zur stelle. das kind hätte ich nicht anzufassen!!! war das normale krähensolidarität oder elterliche fürsorge? - wusste ich nicht. stellte mit ungutem gefühl das ahnungslos glotzende kleine wieder in den TA-garten, und musste dann auch weg (bettlägeriger patient zu hause).

ein paar stunden später fand ich seine kleine leiche ca 50 meter entfernt am strassenrand liegen. ich hob sie auf, um sie mindestens tief im gebüsch wegzulegen. aus dem baum kam sofort ein sehr strenger ruf - es war papa, der dort anscheinend wache gehalten hat. ob es sein kind war oder nicht.

abgesehen von meiner verantwortung - gescheitert, weil meine (eine andere) TA das kind nicht aufnehmen konnte, und eine weitere wohl sehr fähige und krähenkundige TA, die ich auch angerufen hatte, keine Antwort und keine AB bat. überlebt hätte er wohl in einer aufnahmestation od ähnl, wäre dann später wohl kaum noch aussetzbar gewesen, denn er wusste noch nichts - nicht mal, sich zu verstecken. ich konnte nur hoffen, seine eltern würden ihn finden.

erst im nachhinen: meine hauptverdächtige für die ursprüngliche verletzung und spätere tötung ist eine sehr nette katze, die oft frei herumstreunt. das würde zu den verletzungen genau passen - zwei kleine 'stichwunden', die zu den fangzähnen einer katze passen würden. die leiche war dann leicht zerrüpft, aber nicht sichtbar weiter verletzt.

ob das kleine, auch wenn seine 'richtigen' eltern dabei waren/gewesen wären, grosse überlebenschancen gehabt hätte, bezweifele ich, aber es ist sehr schade, hier in den bezirken überleben nur ein kleiner anteil der krähenkinder, wohl viel weniger als im schnitt auf dem land (so weit eine halbwegs intakter umgebung vorhanden ist). seine eltern hatten ihn bis dahin mit viel mühe so perfekt versorgt - ein prachtkerl.

eins habe ich dabei über krähenverhalten dazu gelernt: hatte zuerst angenommen, das baby ist evtl sogar von 'meinen' beiden attakiert worden, weil es fremd im revier ist. das scheint aber überhaupt nicht zu stimmen; vielmehr haben sie mich wütend beschimpft, sobald ich es anzufassen wagte. einige tage haben sie sich sogar mir gegenüber merklich distanzierter als sonst benommen! besonders mama, die mir normalerweise am fenstersims jeden morgen ein kleines 'krähenlied' vorträgt (schnatter schnatter, huup), hat sogar noch einmal ein schimpfwort ausgesprochen, als wir uns am nächsten tag trafen. aber inzwischen sind diplomatischen beziehungen weitgehend wieder hergestellt ...

lg, an
 

Gaby

Bekanntes Mitglied
Moderator
Premium User
das tut mir sehr leid...das hört sich an als wäre es von der Katze totgespielt worden

Jungvögel haben da keine Chance ,wenn Katzen in der Gegend sind

manchmal ist es schwierig ,wie man sich entscheiden soll

LG gaby
 

gagak

Neues Mitglied
  • Themenstarter Themenstarter
  • #5
ja, wenn die 'krähen-tierärztin' erreichbar gewesen wäre, sässe er wahrscheinlich jetzt in einer voliere, und würde ein fehlgeprägtes aber halbwegs glückliches leben entgegensehen ...

manchmal überlege ich, so 'ne nette katze, so fern ich sie in dieser jahreszeit auf der strasse begegne, zu kidnappen und bei mir zu hause so lange gut gehen zu lassen, bis die brüt- und aufzuchtszeit draussen vorbei ist. dann erst die katzen'besitzer' ausfindig machen, zwecks rückgabe. aber das ist natürlich nur ein traum. ich habe allein in unserer ecke mindestens 4 verschiedene katzen öfter unterwegs gesehen, von denen nicht alle so zutraulich sind wie die oben erwähnte. effektiver vogelschutz würde bedeuten, ALLE einfangen ...

turmfalken, habicht, mäusebussard, marder, eichhörnchen, elster, eichelhäher und und und, die jungvögel und/oder eier erbeuten, sind alle hier im bezirk vorhanden, stellen aber, glaube ich, nur 'normale' bedrohungen dar, die den singvogelbestand nicht ernsthaft beeinträchtigen. miezen sind da eine ganz andere grössenordnung.

danke für anteilnahme!
lg, an
 
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