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Teilalbinotisch oder Mangelerscheinungen?

U

uros

Gast
Ich hab da mal ne Frage:
seit kürzerer Zeit kommt dieses Wort von Albinotisch,Teilalbinotisch :confused:
Bei Teilalbinotisch..kann ich mir nur Mangelerscheinungen ..vorstellen.
Mardi "Mardi" eine Rabenkrähe bei mir kann auch fliegen..20cm über dem Boden 2m weit.Aber sie kann vom Boden aus starten..zumindest etwas! ;-)
Teilalbinotisch ist für mich ein Wort,gibt mir ein Gefühl von :is so...kann nicht geändert,(meine: mit guter Fütterung verändert werden)
Mangelerscheinungen,sichtbar,Weisse Flugfedern,kurze Schwanzfedern usw.usw(.werden bei richtiger Fütterung ,in der Jahresmauser zum perfekten schwarzen Rabenvogel ,der fliegen kann).Wo ist der Unterschied...bei Wilden Vögeln hat man doch keine Ahnung ob es Mangelerscheinungen sind oder...Teilalbinotisch?
Sorry,aber ich steh echt auf dem Schlauch.. :confused: (der eingefroren ist hihihi)
Zb.ich hab in "meinem Garten ne Spätzin,die hat eine weisse Flugfeder,
für mich eigentlich bis jetzt klar..Mangelerscheinung...
(schlechtes Gewissen..bei mir ,zu wenig gutes Futter gegeben)
aber wenn sie teilalbinotisch ist ...kann ich,weiss ich nicht was tun? :redface:
Hab ich jetzt den totalen Vogel?
Ich blick nicht mehr durch..Sorry,vermutlich hab ich was verpasst oder
Hilfe :redface:
 

Hexe Elstereule

Bekanntes Mitglied
Moderator
Mangelernährung kann man daran erkennen: sind die weißen Federanteile brüchig oder die Federfahnen dünn und zeigen Querstreifen (grimale, Hungerstreifen), handelt es sich um eine Mangelerscheinung. Meist sind die Vögel nicht in der Lage, wegen der abgebrochenen Schwungfedern zu fliegen. Ursachen gibt es viele: verschiedene Erkrankungen, Mangel an Nährstoffen.
Echter Albinismus, also genetisch bedingt, sind die Federn ok, haben nur keinen Farbstoffanteil. Der Vogel entwickelt sich ganz normal, kann fliegen, die Federn bleiben stabil.
Mit Teilalbinismus meint man Tiere, deren Federkleid weiße Stellen aufweisen, die ansonsten unüblich sind.
Echter Albinismus zeigt sich darin, dass das Gefieder keinerlei Farbstoffe hat, die Haut (bei Vögeln oft grau) rosa ist und die Augen rot wegen fehlendem Iriosfarbstoff.
Echter Albinismus, also auch echter Teilalbinismus ist eine Mutation der Gene, alles andere ist eine krankhafter Erscheinung.
LG
Angie
 
A

Astrid

Gast
  • Themenstarter Themenstarter
  • #3
Uros, schau Dir mal im Vogelforum in der Rubrik Wildvögel, Sonstige Vogelarten den Thread "Weiße junge Krähe" vom 24.06.07 an. Dort kannst Du viel lernen über Albinismus und Leukismus und auch Fotos einer fast völlig weißen Krähe sehen.

LG astrid
 
R

Rabenvater

Gast
  • Themenstarter Themenstarter
  • #4
Bei diesem Thema muß ich mich einmal mit meinen eigenen langjährigen Beobachtungen einmischen. Hierbei beziehe ich mich auf drei Rabenkrähen, die ich sehr gut kenne.

a) Die Krähe „Sofie“: Es war im Mai 2001, als ein kleiner Hund eine noch nicht flügge Rabenkrähe in einer Wiese aufstöberte. Der Hund „Bobby“ tat ihr nichts und wollte nur mit ihr spielen. Bobby und sein Herrchen Claudio waren zu Besuch bei unserer Nachbarin. Claudio nahm die junge Krähe mit und beriet mit unserer Nachbarin, was man mit dem Vogel tun kann. Sie hatten keinerlei Erfahrung und Ahnung, wie man einem Wildvogel helfen kann, wollten die Jungkrähe aber irgendwie versorgen. Sie setzten sie in eine Schachtel, gaben eine Handvoll Körnerfutter dazu und brachten die Schachtel samt Vogel wieder an die Stelle zurück, wo Bobby sie entdeckt hatte. Am nächsten Tag fuhr meine Frau in der Frühe mit dem Auto an dieser Stelle vorbei und sah, wie ein Schulkind eine Jungkrähe, die noch nicht fliegen konnte, auf einen Zaunpfahl am Straßenrand setzte. Meine Frau fuhr, nachdem sie schon daheim war, wieder zu der Stelle hin und sammelte den Vogel ein. Es stellte sich gleich heraus, daß die Jungkrähe in den Flügeln gleichmäßig verteilt schwarze und weiße Federn hatte. Die Schwanzfedern waren bräunlich-grau und hatten alle ungefähr auf gleicher Höhe eine Art Bruchstelle. Wir tauften die Jungkrähe „Sofie“, weil an dem Tag, als sie zu uns kam, die „Kalte Sofie“ war. Diese folgt im Kalender am 15. Mai den „Eisheiligen“ (Pankraz, Servaz und Bonifaz / 12. – 14. Mai). Sofie wuchs bei uns auf, aber ihr Gefieder war, soweit es die weißen Flügelfedern und die Schwanzfedern betraf, sehr brüchig und löste sich bis auf die Kiele auf. Sie konnte fliegen, mußte aber, um mit ihren Artgenossen mithalten zu können, viel schneller mit den Flügeln schlagen. Im Jahr 2002 mauserte sie dann und war fortan eine ganz normale schwarze Rabenkrähe. Der einzige Unterschied zu den wilden Krähen: Sofie war nicht so hochbeinig. Daran konnte man sie immer erkennen, wenn sie im Kreise ihrer Artgenossen war. Und sie besuchte uns auch immer, übernachtete gerne in unserer Küche oder ruhte dort ein Viertelstündchen aus und nutzte jede Gelegenheit, im Spülbecken ausgiebig zu baden. Am 28. Februar verließ uns dann Sofie für immer. Ich nehme an, daß sie einen Partner für’s Leben gefunden hatte. Jedenfalls könnte man bei Sofie annehmen, daß die weißen Federn in ihrem ersten Lebensjahr vielleicht auf Fehler bei der Ernährung während ihrer Nestlingszeit zurückzuführen sind.

b) Die Krähe „Herr Meyer“: Sie war uns im Juni 2003 von einer Frau Meyer gebracht worden, der sie vor die Füße gehüpft war. Die Jungkrähe war noch total unterentwickelt, konnte nur herumhopsen und hatte einen ganz verschrumpelten Schnabel, den sie nicht schließen konnte. Aus den Federkielen schimmerte es weiß und tatsächlich sprossen dann auch hauptsächlich Flügelfedern mit einem großen Weiß-Anteil (Spitze schwarz, dann weiß und Ende wieder schwarz) daraus hervor. Ich vermute, daß der Nestling aus dem Nest befördert worden ist, als seine Eltern bemerkten, einen wahrscheinlich nicht lebenstüchtigen Kümmerling als Junges zu haben. Zu Ehren der Finderin tauften wir die Jungkrähe „Frau Meyer“, was sich allerdings später als Fehler herausstellte. Denn Frau Meyer entpuppte sich im Frühjahr 2005 als ein Rabenkrähenmann und wurde dann folgerichtig in „Herr Meyer“ umgetauft. Das Gefieder von Herrn Meyer war so brüchig, daß er überhaupt nicht fliegen konnte. So mußten wir ihn gut 1 ¼ Jahr jede Nacht in unserer Küche holen und tagsüber in einer Voliere im Garten unterbringen, wo er immer Kontakt zu seinen wilden Artgenossen hatte. Ende September 2004 hatte er dann seine erste Mauser abgeschlossen und sah prächtig schwarz aus, wie eine normale Rabenkrähe. Er konnte auch sofort gut fliegen, als wir ihn in die Freiheit entließen, und schloß sich oft den wilden Rabenkrähen an. Wie Sofie hatte er aber auch im Vergleich zu den wilden Krähen kürzere Beine. Und noch ein Unterscheidungsmerkmal gibt es, woran ich ihn auch heute noch jederzeit erkennen kann. Bei einer Auseinandersetzung mit seinen Artgenossen ist er auf der Flucht einmal in ein senkrecht stehendes Baustahlgitter geflogen und hat sich dabei anscheinend eine so starke Zerrung zugezogen, daß er seit diesem Vorfall den rechten Flügel immer ein wenig herunterhängen läßt. Beim Fliegen ist er aber in keiner Weise beeinträchtigt. Herr Meyer ist Anfang Januar 2005 von einem Tag auf den anderen ohne Abschied spurlos verschwunden und kam erst Ende März 2005 mit einer flotten Krähenfrau zurück und baute mit ihr auf einem Baum in unserer Nachbarschaft sein erstes Nest. Inzwischen hat das Krähenpaar „Herr & Frau Meyer“ schon viermal jeweils 3 Junge großgezogen, die alle fehlerlos schwarz geraten sind. Also, auch bei Herrn Meyer könnte die Ursache für sein schlechtes schwarzweißes Jugendgefieder vielleicht eine schlechte Ernährungslage während seiner Kükenzeit im Nest gewesen sein.

c) Die Krähe „Fleckige“: Sie kenne ich schon seit ca. 10 Jahren und beobachte sie sehr genau seit dem Jahr 2002. Da stellte ich einmal bei einem Tiefflug der Krähe fest, daß sie auf der Oberseite eines jeden ihrer Flügel ganz symmetrisch angeordnet je einen kreisrunden weißen Fleck von ca. 8 cm Durchmesser hat. Deshalb habe ich sie damals schon „Die Fleckige“ getauft. Von unten und wenn sie die Flügel zusammengefaltet hatte, konnte man die weißen Flecke nicht sehen. Nur beim Tiefflug und damit möglicher Draufsicht auf den Krähenrücken konnte man sie erkennen. Die Fleckige ist eine ältere Krähe und seit ich sie kenne ein Brutvogel und die Gemahlin des „Dicken Max“. Unser Garten gehört schon immer ganz oder teilweise zum Revier des Pärchens. Das Nahrungsangebot ist für beide Vögel gleich und sie leiden nicht Hunger. Es gibt keine Müllhalde in der Nähe, wo sie sich eventuell falsch ernähren könnten. Und der Dicke Max ist immer ganz normal schwarz und die Fleckige jedes Jahr irgendwie schwarz-weiß gemustert. Sie hat keinerlei Probleme mit dem Fliegen. Die Jungen, die das Krähenpaar großzieht, sind ebenfalls makellos rabenschwarz gefärbt und auch sonst fehlerlos. Die Fleckige dagegen wechselt jedes Jahr mit der Mauser ihr Farbmuster.

Ich habe versucht, diese jährlich wechselnde Musterung der Fleckigen auf einem Krähenflugbild schematisch darzustellen:

2002/2003:

Ganz symmetrisch angeordnet!

2003/2004:

Ganz symmetrisch angeordnet!

2004/2005:

Ganz symmetrisch angeordnet!

2005/2006:

Die weißen Flecken waren ganz unregelmäßig, unsymmetrisch und in verschiedenen Größen auf den Flügeln, dem Rücken und dem Schwanz verteilt!

2006/2007:

Ganz symmetrisch angeordnet!

2007/2008:

Der weiße Punkt befand sich nicht genau in der Mitte, sondern ist nach rechts versetzt. Er wurde immer durchsichtiger und stellte sich schließlich wie ein kreisrundes Loch im Schwanzgefieder dar.

2008/2009:

Ganz symmetrisch angeordnet!

Mit Unterernährung oder falscher Ernährung haben die jährlich wechselnden weißen Fecken bestimmt nichts zu tun. Alle Krähenfamilien hier haben die gleichen Nahrungs- und Lebensbedingungen. Was mir auffällt, ist die Tatsache, daß die weißen Gefiederteile meistens ganz symmetrisch, aber in zwei Jahren auch ganz unsymmetrisch angeordnet waren. Die weiße Musterung ist leider kaum zu photographieren, weil man sie nur im Flug deutlich sieht. Wenn die Flügel zusammengeklappt sind, kann man die weißen Federn kaum erkennen. Nur der weiße Fleck im Schwanz und das weiß gesprenkelte Muster waren auch so gut zu sehen. Ich bin gespannt, für welches modisches Outfit sich die Fleckige in der Saison 2009/2010 entscheiden wird.
Noch eines: Die Krähe "Sofie" war womöglich auch ein Abkömmling der Fleckigen und des Dicken Max. Der Fundort lag damals im Revier des Pärchens. Alle anderen seit 2002 beobachteten Jungkrähen waren und blieben schwarz.

Gruß / Rabenvater
 

Gaby

Bekanntes Mitglied
Moderator
Premium User
Sehr anschaulich erklärt und dargestellt.Vielen Dank dafür.

LG gaby
 

Sven

Bekanntes Mitglied
Bei diesem Thema muß ich mich einmal mit meinen eigenen langjährigen Beobachtungen einmischen. Hierbei beziehe ich mich auf drei Rabenkrähen, die ich sehr gut kenne.
Es geht doch nichts über eigene Beobachtungen :zustimm:
Klasse, dass ist mal ne Aussage! ;-)

Ich bin nicht der Meinung dass Teilalbinos unter Rabenvögel nur auf Mangelernährung zurückzuführen ist!


LG Sven
 

Elstermama

Bekanntes Mitglied
Herzlichen Dank für diese ausführliche, sehr interessante
Berichterstattung. ;-)
Immer lassen sich die weißen Federn nicht durch Mangelernährung erklären.
Vögel mit völlig intaktem Gefieder, daß halt stellenweise weiß ist, treten heute scheinbar vermehrt auf.
In der Landwirtschaft wird immer mehr Chemie eingesetzt, die Insekten futtern es und die Vögel haben evtl. später "Gendefekte"?
Bin gespannt, ob eine Erklärung gefunden wird.
LG Andrea
 
U

uros

Gast
  • Themenstarter Themenstarter
  • #8
Super Beitrag Rabenvater!
Zumindest weiss ich jetzt,dass ich keine teilalbinotischen junge Rabenvögel
am aufziehen bin.
Denn nach der Jahresmauser ,schimmern sie Alle Blauschwarz.
Die brüchigen weissen Federn sind Restlos weg.
Ich krieg ja auch immer die ganz grossen Sorgenfälle,die Gefallenen,ausm
Nestgeworfenen ,Elenden kurz vor..Ende des kleinen Vogellebens.
Bei ihnen sind es also 100%Mangelerscheinungen!
Andrea:ich versuche mich zu erkundigen.."Gendefekte"
das find ich super interessant..
einen schönen Sonntag Ihr Lieben!
vlg uros
 
A

Astrid

Gast
  • Themenstarter Themenstarter
  • #9
Bei den von Rabenvater geschilderten Fällen 1 und 2 hat es sich um Gefiederstörungen (Grimale, Hungerstreifen) gehandelt, die durch eine akute Unterversorgung mit Nahrung überhaupt oder aufgrund von Nährstoffmangel durch mit Unweltgiften, Pestiziden etc. verseuchte Nahrung sowie Nahrung aus Zivilisationsmüll (Pommes etc.) hervorgerufen wurden. Diese werden „weg-gemausert“ und der Vogel kann, wenn sich seine Versorgungssituation verbessert, ein normales, gesundes und voll flugtaugliches Gefieder ausbilden.

Bei der Fleckigen handelt es sich um einen Rabenvogel mit partiellem Albinismus, dem ein Gendefekt zugrunde liegt, durch den ein Mangel am Enzym Tyrossinase entsteht, welches sich in mehreren Schritten zu körpereigenen Pigmenten (Melaninen) wandelt. Aus dem Enzym Tyrossinase wird die Aminosäure Tyrosin, aus Tyrosin wird Melanin aufgebaut.

Bei partiellem Albinismus ist nur das Gefieder betroffen, Organe, Haut, Hornschichten und Augen sind normal pigmentiert.
Dieser Gendefekt, die nicht ausreichende Produktion des Enzyms Tyrossinase bleibt bestehen und deshalb erscheinen die Farbabweichungen nach jeder Mauser auch wieder neu. An welchen Stellen des Gefieders sich der Defekt manifestiert ist aber zufällig, es können ganze Gefiederteile weiß sein oder es entsteht eine Sprenkelung. Deshalb hat die Fleckige nach jeder Mauser ein anderes Kleid. Struktur und Stabilität der Federn sind nicht beeinträchtigt, so ist das Flugvermögen normal. Der Defekt wird rezessiv vererbt.

LG astrid
 
U

uros

Gast
  • Themenstarter Themenstarter
  • #10
Puuaaahhh,
so schnell kommt ne Antwort.
Ich weiss ja das ist ein Forum der ganz Cleveren...
SSSuuuppeeerrrr
Dicksten Dank
vlg raija
 

BatDraco

Neues Mitglied
Ein Danke an den Rabenvater,-
für die grafische Darstellung und
ausführliche Beschreibung :cool:

Was den Teilalbinismus betrift ist dies eine Mutation der Gene,
seh das wie Astrid ;-) kommt im übrigen sehr viel in der Natur vor.
In der Zierpflanzenzucht konnte ich dies schon so manch mahl
beobachten, wird dieses Gendefekt auch rege genutzt!

Ich hab hier schon öffter von Teilalbinismus gelesen und noch
nie einen Raben gesehen der so ist, doch vorgestern auf dem
Weg zur arbeit, flog mir genau so einer 2Meter vorm Kopf vorbei.
Der hatte ne dicke Walnuss im Schnabel :biggrin: und war oder ist
etwas ganz besonderes! Für mich zumindest ;-)

Ganz weisse Raben könnten in der Natur nicht überleben und
wenn,- währ es ganz sicher kein Albinismus. Der bietet keinen
Schutz vor den UV strahlen und das Tier würde zu Grunde gehen.
Ist bei Schlangen und Pflanzen so,- darum auch beim Raben :rolleyes:

MFK ^v^
 

Marion

Neues Mitglied
Rabenkrähe Teilalbino

Liebe User,

ich habe eine kleine Auffangstation für Kleintiere, da meine beiden Töchter in einer Tierklinik arbeiten (diese Klinik behandelt eigentlich keine Vögel)... U.a. bekomme ich in letzter Zeit auch immer mehr Vögel. Zuletzt zog ich mehrere Drosselbabys groß und kurrierte ein Uhu mit gebrochenen Flügel aus. Danach kam immer die erfolgreiche Auswilderung.

Nun heute habe ich eine Rabenkrähe Teilalbino bekommen. Er scheint ein jugendlicher Vogel zu sein. Augenscheinlich ist er putz munter. Er frist viel und trinkt. Seine Schleimhäute sind schön rot. Nur sein Gefieder sieht furchtbar aus. Ziemlich zerzaust und ungepflegt. Zudem kann er keinen Meter fliegen obwohl die Flügel in Ordnung sind (Lt.Röntgenbild).

Nun meine Frage:Ich habe irgendwo gelesen das Teilalbinos nicht wirklich fliegen können und sich das nach ein zwei Mauser legen kann. Dann soll ihnen an diesen Weißen stellen schwarzes Gefieder nachwachsen und dann sollte es auch mit dem Fliegen klappen.

Hat jemand ein fundiertes Wissen über dieses Phänomen?

Und was füttere ich um in Artgerecht zu versorgen? Habe gehört dass Katzenfutter nicht das wahre sein soll. Momentan bekommt er Katzennassfutter, Waldvogelfutter, Araperlen, Salat getrocknet und Obst. Das alles mische ich und er verschlingt es als gäbe es kein Morgen. Kann mir bitte irgendjemand fundiert weiterhelfen??

Ganz lieben Dank im Vorraus.
Marion
 
A

Astrid

Gast
  • Themenstarter Themenstarter
  • #13
AW: Rabenkrähe Teilalbino

Hallo Marion

Dass das Tier nicht fliegt, liegt vielleicht daran, dass es noch nicht fliegen kann? Du sagst, es ist ein Jungvogel, wie alt schätzt Du ihn denn - ist es ein Ästling?

Albinismus oder Teilalbinismus wirkt sich nicht auf die Flugfähigkeit aus, und Albinismus mausert sich auch nicht heraus. Es handelt sich um einen Gendefekt, der ausschließlich die Farbe, die Pigmentierung des Gefieders betrifft und nach jeder Mauser wieder auftritt - die Ursache ist ein Mangel am Enzym Tyrosinase.

Wie kommst Du auf Teilalbinismus? Rabenvögel haben oft weiße Stellen im Gefieder, die Ursache liegt aber meist in einer Mangelernährung, die weißen Gefiederteile nennt man Grimale oder Hungerstreifen. Diese mausern sich in der Tat heraus, aber natürlich nur, wenn sich an der Ernährungssituation des Vogels etwas grundlegendes ändert. Aber auch Grimale beeinträchtigen die Flugfähigkeit nicht, wohl aber ein noch nicht vollständig entwickeltes Gefieder.

Die bisherige Ernährung Deines Schützlings ist - muss ich Dir leider sagen - völlig inadäquat und Du musst sie sehr schnell wie nachfolgend beschrieben umstellen:

Füttern mit:
Insekten, Insekten, Insekten, die Du selber fangen kannst. Aber: Nicht selber Würmer ausgraben, die sind Zwischenwirte für Luftröhrenwürmer. Im Angelladen gibt es gezüchtete Rotwürmer, die darfst Du in Maßen verfüttern.

Heimchen, Steppengrillen, Zophobas (alles auch online, google mal nach "Futterinsekten"), die müssen erst gefüttert werden z. B. mit Löwenzahnblüten, Äpfeln und Möhren, da sie im Laden oft nichts bekommen.

Mehlwürmer, die Du zunächst selber "päppeln" musst, also füttern mit z.B. Haferflocken, Möhren, damit sie gehaltvoll sind. Mehlwürmer nur in Maßen füttern, die weißen, frisch verpuppten, sind die Besten.

Rindermett kannst Du verfüttern, noch besser, da fettärmer, ist Rindertartar. Rinder- und Hühnerherzen pürriert, mit Haferflocken vermischt.

Rührei ohne Fett stocken lassen.

Heimisches Obst und Beeren, Sämereien und Walnüsse, zerkleinert, pürriert.

Das Tier braucht Wasser. Rabenvögel tunken, wenn sie selbstständig fressen, fast ihre gesamte Nahrung in Wasser ein, Du kannst es Grillen und Heimchen aus dem Wasser fischen lassen. Kann es noch nicht selber trinken, gibst Du mit einer Spritze (ohne Nadel) Wasser an den Schnabelrand.

Der Vogel brauchen ca. 1x wöchentlich 1 Msp. Korvimin und den Zusatz von Kalk. Du kannst getrocknete Eierschalen zu Puder vermörsern und übers Futter geben, aufpassen, dass keine spitzen, scharfkantigen Stücke mehr drin sind.

Vogelgritt zum Verdauen.

Versuche von einem Imker Drohenbrut zu bekommen, ist eine Proteinbombe.

Du kannst Eintagsküken und Futtermäuse zerkleinern, pürieren, später kann der Vogel die am Stück fressen.

Nicht Füttern:

Katzenfutter
Hundefutter
Taubenfutter
Schweinefleisch
Quark, Käse etc. keine Milchprodukte
Brot, Kuchen, Zwieback etc. keine Backwaren
Wurst
Gesalzene o. süße Speisen


Hast Du nicht Lust, Dich hier zu registrieren? Dann kannst Du Dich ausführlich informieren und belesen und wir können Dir mit Rat und Tat zur Seite stehen.


LG astrid
 

Marion

Neues Mitglied
AW: Rabenkrähe Teilalbino

Hallo Astrid,

ganz lieben dank für Deine schnelle Antwort.

Ich schließe deshalb auf einen Teilalbino: www.adikom.ch/corvus/corvus_frau_meyer.htm
meiner sieht exakt genauso aus. Und für seine Flugunfähigkeit gibt es keine erkennbare körperliche disposition.

Nee, das ist kein Jungvogel - kücken im eigendlichem Sinn. Ich schätze ihn mal so auf ein halbes Jahr bis Jahr von seiner Größe her. Ca. 30cm oder ist er dann doch noch ein Baby?

Wie gesagt ich hatte noch keinen Raben, bin absoluter Neuling.

Ich mache morgen Abend mal ein Foto und stelle es ein, nachdem ich mich angemeldet habe.

Dann schau ich morgen gleich mal nach Insektenfutter und den Rest den Du mir aufgeschrieben hast. Muss das denn leben? Rabenkrähen sind doch aasfresser oder nicht? Ich tu mich so schwer mit lebendfutter, da mir auch diese Tiere leid tuen...ich weiß ich bin schwierig. Sorry.

Meinen Uhu habe ich u.a. Grillen, Heimchen ect. tot aus der Dose gefüttert (aus der Zoohandlung). Geht das auch?
 
A

Astrid

Gast
  • Themenstarter Themenstarter
  • #16
AW: Rabenkrähe Teilalbino

Hallo Marion

"Frau Meyer" kennen wir hier auch sehr gut ;-). Ist ein sehr interessanter Fall, weil sie schon über Jahre beobachtet wird.

Nein, mit 6 - 12 Monaten handelt es sich bei der Krähe nicht mehr um ein so kleines Tier, dass es noch nicht fliegen kann. Die Schleimhäute sind schön rot, schreibst Du - meinst Du damit den Schnabel innen und den Rachenraum? Wie sehen die Mundwinkel aus, sind die auch rot?

Woher stammt denn das Tier? Ist es in der Natur aufgefunden worden oder beschlagnahmt? Könnte es möglich sein, dass das Tier bisher in einem kleinen Käfig gehalten worden ist, dafür spräche auch der Gefiederzustand, und daher noch nie die Möglichkeit hatte zu fliegen?
Das wäre noch die beste Option für das Vögelchen, denn dann könnten wir hoffen, dass es bei Dir im Laufe der Zeit durch Üben Flugmuskulatur aufbauen und dann auch Fliegen kann.

Vom Albinismus bin ich noch immer nicht überzeugt, für mich klingt das Ganze nach Folgen von grober Fehlernährung und Fehlhaltung. Auf Dein Foto bin ich gespannt, dann wissen wir mehr.

Wie ist das Tier denn untergebracht, hast Du eine Voliere?

Tja die Krabbeltierchen ... Ja leider wirst Du sie lebend verfüttern müssen bzw. frisch tot, also wenn Du sie mit der Pinzette am Kopf greifst und ihnen diesen dabei zerquetscht (ich weiß - furchtbar !), musst Du die Heimchen etc. gleich verfüttern.

In dem Alter, in dem die Krähe ist, sollte sie eigentlich schon alleine fressen können, Du schreibst ja, sie ist putzmunter und frißt viel. Dann kannst Du ihr einige Heimchen auch lebend anbieten, die sie sich selber fangen kann und musst ihr das Futter nicht mehr als Brei, sondern in schnabelgerechten Stücken anbieten.

Die Kopf-Rumpf-Länge einer adulten Rabenkrähe beträgt ca. 42 - 47 cm, abhängig vom Geschlecht. Hast Du Deine Krähe mal gewogen?

Bis morgen, lieben Gruß, astrid
 

Hexe Elstereule

Bekanntes Mitglied
Moderator
AW: Rabenkrähe Teilalbino

@ Astrid: Krähen mit weißem Gefiederanteil, hauptsächlich Jungvögel gibt es dieses Jahr in großen Mengen frisch aus der Natur :cool:, eine ursächliche Fehlernährung kann somit i.d.R. ausgeschlossen werden, es sei denn, die Eltern haben kein Futter gefunden (eher unwahrscheinlich). Hier liegt wohl eher eine Leberstörung vor, der Körper ist nicht in der Lage, die Pigmente im Großgefieder anzulegen. Das geht meist einher mit Grimmalen im Großgefieder, manchmal auch mit Rachitis. Da man nur vermutet, werden wohl Umweltgifte (Spritz-Düngemittel) daran schuld sein, genaues Wissen gibt es nicht, nur Leberwerte, die daneben sind.
In der Medizin, insbesonderes in der Tiermedizin spricht man sehr wohl von Teilalbinismus, auch wenn er durch Verletzung bzw. Erkrankung entstanden ist. Man unterscheidet genetisch bedingten und krankhaft entstandenen Albinismus, ich denke, wir brauchen hier das Wort Albinismus nicht so auf die Goldwaage zu legen. Meist haben wir es hier sowieso mit Vögeln zu tun, deren Gefieder krankhaft verändert ist. Ein echter (Teil)Albino hat gesundes Gefieder.
Guckt Ihr hier:
http://www.rabenforum.de/album.php?albumid=121
habe mittlerweile 4 Stück davon, alle aus der freien Natur
@ Marion
Krähen brüten hierzulande ab März, die Jungen sind durchschnittlich zwischen 4-12 Wochen alt, ab der 8. Woche hat der Vogel seine Körperlänge erreicht, wenn auch noch nicht sein Endgewicht (~450-650gr).
Einen Jungvogel kann man an seinem etwas helleren Schnabel erkennen (ein Altvogel hat einen tief-anthrazitfarbenen Schnabel)
Die Mundschleimhaut ist kräftig rosa bis rot, die Schnabelwinkel rosa.
Ältere Vögel, also die vom letzten Jahr haben schon einen großen Grauanteil im Schnabel, nur noch wenig rosa, adulte Tiere sind bis auf den Schlund dunkelgrau im Schnabel.
Wenn das Gefieder zerschlissen ist, kann der Vogel nicht fliegen, er wird bis zur nächsten Jahresmauser warten müssen und hoffen, dass sich das bei guter Ernährung legt. Neigt der Vogel dazu, vom Ast zu stürzen und sich dabei noch mehr Federn abzubrechen, sollte er in seine Voliere eine dicke Polsterung aus Stroh bekommen, die Äste dürfen nicht zu hoch sein, damit er nicht zu tief hinunterspringt und wegen der mangelnden Flugfähigkeit dumm aufkommt. Da das Tier sowieso nicht fliegen kann, sollten die Raumabmessungen seiner Voliere mindestens 2x3m betragen, größer ist natürlich sehr viel besser. Für einen flugfähigen bzw. bewegungsfähigen Vogel sind Kaninchenkäfige nicht ganz so toll, den kann man nur als Krankenkäfig (bei Flügelbrüchen z.B. oder bei Nestlingen gut benutzen)

Wenn er im nächsten Jahr neue Federn geschoben hat, sollte der Vogel in eine größere Voliere umgesetzt werden, je länger desto besser, damit er seine Flugfähigkeit trainieren kann. Es nützt nichts, einen untrainierten Vogel freizulassen, er wird im freien Leben Schwierigkeiten bekommen, bis er fit ist. Krähen müssen weite Strecken fliegen, um an Nahrung zu kommen, sie müssen in der Lage sein, Habicht und Co ausweichen zu können. (übrigens muss man Greifvögel auch sehr intensiv trainieren vor der Auswilderung, Du schreibst von einem Uhu mit Flügelbruch - ohne Flugtraining wird ein Greif kaum eine Beute machen können; Insekten für große Greife - eher nein, besser sind Kaninchen, Mäuse, Ratten, Tauben, Eintagsküken. Insekten bekommen als Leckerli bei uns nur Turmfalken, Steinkäuze und Merline, bei denen gehören Heuschrecken u.ä. zum Beutespektrum. Für große Greife sind Insekten eher Hungernahrung - wenn sie nichts anderes bekommen.)
Nun zurück zu Deiner Krähe: besorge ihr einen Kumpel, damit sie nicht so alleine ist, Einsamkeit vertragen sie nicht gut. Eine große Schüssel Wasser zum Baden braucht sie auch, wenn sie etwas älter sind, sind Mäuse und Eintagsküken eine willkommene Delikatesse; gibts als Tiefkühlware.
LG
Angie
 
C

Corax

Gast
  • Themenstarter Themenstarter
  • #18
AW: Rabenkrähe Teilalbino

Einen Kumpel kannst du von mir gegebenenfalls bekommen habe auch ein paar davon.
LG Roger
 
A

Astrid

Gast
  • Themenstarter Themenstarter
  • #19
AW: Rabenkrähe Teilalbino

@ Astrid: Krähen mit weißem Gefiederanteil, hauptsächlich Jungvögel gibt es dieses Jahr in großen Mengen frisch aus der Natur :cool:, eine ursächliche Fehlernährung kann somit i.d.R. ausgeschlossen werden, es sei denn, die Eltern haben kein Futter gefunden (eher unwahrscheinlich). Hier liegt wohl eher eine Leberstörung vor, der Körper ist nicht in der Lage, die Pigmente im Großgefieder anzulegen. Das geht meist einher mit Grimmalen im Großgefieder, manchmal auch mit Rachitis. Da man nur vermutet, werden wohl Umweltgifte (Spritz-Düngemittel) daran schuld sein, genaues Wissen gibt es nicht, nur Leberwerte, die daneben sind.
LG Angie
Ja, Angie, das ist doch Fehlernährung :wink:. Mit dem Wort ist doch nicht zwingend ausgedrückt, dass Menschen das Tier falsch ernährt haben, sondern dass die Gefiederstörung Folge von inadäquater Nahrung ist, inadäquat, also für den Jungtierkörper schädlich und schlecht verwertbar deshalb, weil sie z.B. durch Schwermetalle und Pestizide so verändert und z. B. Insekten so vergiftet sind, dass sie unter anderem Organveränderungen hervorrufen und in deren Folge Leber- und Nierenschäden.
Ersetzen wir das Wort Fehlernährung einfach durch Mangelernährung, dann kommen keine Missverständnisse auf. ;-)

Ich halte es für sehr wichtig mit Begriffen präzise umzugehen und auch meine Veterinäre verwechseln da nichts und legen Wert darauf mit solch grundlegenden Dingen nicht leichtfertig umzugehen.
An Albinismus/ Teilalbinismus kann man nichts ändern, es ist ein Gendefekt, er beeinträchtigt den Vogel in seiner Flugfähigkeit nicht. Die Folgen von Mangelernährung sind in den meisten Fällen korrigierbar.

Gehen Vogelfinder davon aus, dass ein durch Mangelernährung mit Grimalen durchzogenes Gefieder Albinismus ist, hätte ich die Sorge, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, dass die Ursache in der Nahrung liegt und folglich informieren sie sich gar nicht und bemühen sich nicht darum, die Ernährung artgerecht zu gestalten und so dem Tier wieder "auf die Flügel zu helfen".

Wenn Marion ein Foto einstellt, wissen wir mehr. Für mich klingt die Beschreibung nach Ästling.

LG astrid
 

Marion

Neues Mitglied
AW: Rabenkrähe Teilalbino

Hallo Ihr lieben,

ich werde heute Abend umgehend Bilder machen. Da ich ihn erst gestern Abend bekommen habe, wollte ich Ihm ersteinmal die Ruhe gönnen und nicht gleich Bilder machen.

Also, der Schnabel ist schwarz, an den Mundwinkeln weißlich /rosa. Im Mund ist alles schön Rot. Also nichts entzündet. Kapillarfüllzeit der Zunge sehr schnell, folglich kein Hinweis auf Kreislaufprobleme. Augen sind ganz klar.

Das Tier wurde von Spaziergänger in einem kleinen Park gefunden.

Jetzt die gute Nachricht. Ich habe soeben einen super Platz für den Schnuckel gefunden. Ist eine Auffangstation speziell für Raben/Krähenvögel mit großen Volis und mit dem Ziel der Auswilderung aber bei Bedarf, sollte der Vogel nie Fliegen können würde er auch da verbleiben dürfen. Die Station hat einen Tierarzt angebunden sowie die erforderliche Zulassungen für die Aufzucht und Haltung dieser Tiere. Somit werde ich den kleinen heute Abend in prof. Hände übergeben wenn nach Augenscheinnahme alles in Ordung ist.

Ich möchte mich nochmals ganz lieb bei allen von Euch bedanken. Ihr habt mir schnell und kompetent geholfen und ich habe wieder einiges gelernt. Bilder stelle ich trotzdem noch ein wenns Recht ist.

Glg Marion
 
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