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Verletzte Rabenkrähe

cwf

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Premium User
Leider hat sich ein Kind der beiden Rabenkräheneltern, die schon seit Jahren in dem Revier residieren, in dem ich wohne, schwer am Bein verletzt. Es muss vor ungefähr zehn Tagen passiert sein. Wie, weiß man nicht. Sie hatte sich mit "Kronprinz" befreundet, einem stattlichen Krähenmann, der auch Sohn dieser Eltern ist (aber aus einem anderen Jahrgang stammt). Sie kommt jeden Tag zur Futteraufnahme zu mir ans Fensterbrett, ohne diese Möglichkeit hätte sie es wohl sehr schwer, sich Nahrung zu beschaffen. Sie ist einigermaßen zutraulich geworden. Ihrer Freundschaft mit Kronprinz verdankt sie einen gewissen Respekt in der Gruppe der Rabenkrähen, die im Augeblick aus zehn Individuen besteht (bei einigen handelt es sich um Vorjahreskinder der beiden Eltern). Aus diesem Grund wird sie von den anderen kaum vom Fensterbrett verdrängt.

Meine Fragen: Wie hoch ist die Überlebenschance einer Krähe, die nur einen Fuß benutzen kann? Hat sie Schmerzen? Lohnt es sich über eine Aktion nachzudenken, mit der es gelingen könnte sie zu fangen, um sie zum Tierarzt zu bringen? Wie hoch könnten die Heilungschancen sein?

Ich danke Euch für Ratschläge und Antworten.

LG Christian

Ich füge hier ein paar Bilder ein. Das erste zeigt die beiden vor der Verletzung. Dann vier Bilder von ihr mit der Verletzung, sie kann nur auf dem linken Fuß balancieren.








 

gagak

Neues Mitglied
Generell scheinen mir Krähen nicht besonders gut auf ihre Füße aufpassen. Von den Individuen, die ich in meiner Nachbarschaft gut kenne, sind mehrere in den letzten paar Jahren schon von relativ schlimmen Verletzungen betroffen gewesen - wobei eine vogelkundige Freundin mir erklärt hat, es sind überwiegend Muskel- oder Sehnenverletzungen; ein gebrochener Knochen - oder gar ein veletzges Flügel - wäre meistens noch viel lebensbedrohlicher.

In drei Fällen musste ich wochenlang beobachten (an Einfangen war nicht zu denken), wie meine Nebli-Freunde mit Schmerzen und Behinderung kämpften. 'Papa' verlor 2 Krallen, die über mehr als 2 Jahren ganz langsam zurückwuchsen und noch kurz und stumpf bleiben. 'Mama' verletzte sich irgendwie und hinkt seitdem etwas. Und der ehrwürdige 'Monsieur S' konnte viele Wochen lang nur auf einem Bein stehen (das war vor 2 Jahren); sein Machohaftes Wesen ist seitdem merklich gedämpft, er hinkt leicht und ist zurückhaltender als früher.

Aber alle haben irgendwie überlebt, und nehmen mir weiterhin ihre Ration aus der Hand.

Hier ist ein sehr kleines Video von Monsieur S, wie er sein ganzes Gewicht immerzu auf dem rechten Bein hält.

https://1drv.ms/v/s!ApHchO7HUmu5qBhWANjUcZ75Vhr0

Ich hoffe, Deine Rabendame erholt sich auch so gut wie meine Neblis!

lg, An
 

Hexe Elstereule

Bekanntes Mitglied
Moderator
da das Tier das Bein schont, hat es dadurch die Möglichkeit zu heilen. Selbst ein Knochenbruch kommt so wieder in Ordnung. Ich bekomme öfters Wildvögel hinein, wo man eine alte, längst verheilte Fraktur feststellen kann. Wunden hingegen können manchmal zum Problem werden, besonders wenn sie von einem Beutegreifer stammen (Pasteurellen) oder im Sommer von Fliegenmaden besiedelt werden. Bindegarne und Plastikfäden werden auch zum großen Problem, da ist das Leid sehr groß, wenn solch ein umwickeltes Beinchen oder Zehe nach und nach abstirbt und irgendwann abfällt. Kann man gerne an Stadttauben und Wasservögeln beobachten, erwischt aber auch andere Vogelarten. Du kannst dem Vogel mit Futter und Wasser helfen, sich möglichst nicht so viel zu bewegen.
Das erste Bild ist wunderschön, danke!!!!
 

cwf

Mitglied
Premium User
  • Themenstarter Themenstarter
  • #4
Liebe An, liebe Angie, vielen Dank für Eure Einschätzungen, die doch beruhigen. Es gibt also Hoffnung, dass sie das Bein irgendwann wieder benutzen kann. Vor knapp drei Jahren hatte Raffi einen Nagel an seinem rechten Fuß verloren, da sah man das blanke rote Nagelbett. Nach einigen Tagen konnte er aber wieder auftreten. Selbst der Vater hatte im letzten Jahr zwei Tage lang sein Bein eingezogen, aber alles halb so schlimm. Diesmal scheint es eine richtige Verletzung zu sein, seit bald zwei Wochen hält die junge Krähendame den Fuß so. Ob offene Wunde oder gebrochenes Bein, kann ich nicht sehen. Beutegreifer gibt es hier eigentlich im Zentrum der Stadt nicht (es gibt nur Turmfalken). Die Krähen picken aber oft mitten im Straßenverkehr irgendwas vom Asphalt auf, starten aber in der Regel rechtzeitig in die Luft. Tauben erwischt es leider manchmal, eine angefahrene Krähe habe ich aber noch keinmal gesehen. Hoffen wir das Beste. Ich werde das Krähenmädchen weiter mit Nahrung und Wasser versorgen, sie scheint auch volles Vertrauen zu haben. Sie nimmt das Futter, schlingt es runter und verschwindet. Am Gerangel auf dem Blumenacker, wo der Rest der Rasselbande oft mit den versteckten Sachen spielt, nimmt sie nicht teil. Sie zieht sich zurück und scheint ihre Bewegungen auf das Nötigste einzuschränken. Drücken wir die Daumen, dass das Bein heilt.

Ich mag das erste Bild auch sehr gern. Aber "Nebli" Monsieur S ist auch wunderschön!

LG Christian
 

cwf

Mitglied
Premium User
  • Themenstarter Themenstarter
  • #5
Der jungen Krähendame scheint es etwas besser zu gehen, sie fliegt sogar auf die Fensterstange, dreht mir der Rücken zu, schüttelt ihr Gefieder und plustert sich kurz auf, ein Zeichen von ansatzweisem Wohlbefinden. Sie isst sich satt und versteckt das überzählige Futter. Sie kann ihr Bein aber noch nicht belasten, immerhin versucht sie darauf zu stehen, was aber nicht funktioniert.

Ich kopiere nachfolgend nochmal drei Bilder von heute ein, man sieht ganz deutlich, was passiert ist: der Knochen ihres linkes Beines ist oberhalb des Fußes gebrochen. Der Fuß ist geschwollen. Die Nerven sind wahrscheinlich nicht durchtrennt, weil sie die Zehen bewegen kann.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr eine Prognose geben könnt: der Fuß wird freilich nie mehr so, wie war, aber kann sie ihn irgendwann wieder benutzen, zumindest so, dass sie darauf stehen kann?

Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage!

LG Christian





 

Alala

Neues Mitglied
Hallo Christian,
wie ein Bruch sieht das für mich nicht aus. Eher wie eine Infektion (aufgrund Veletzung), also ob Eiter oder Lymphe sich unter den Schuppen stauen würde. Vögel haben eine sehr gute Wundheilung.
Ich würde einfach beobachten und falls die Schwellung stärker wird und der Vogel apathisch wirkt (Fieber) dann fangen und sofort zum Tierarzt. Jetzt sieht es so aus, als wäre die Dame auf dem Weg der Besserung, da bringt Fangen mehr Stress als Hilfe. Sofern sie Futter findet, das verzehrfähig ist, also nicht festgehalten und mit Kraft zerkleinert werden muss, sollte sie überleben können.
 

Krächzilein

Bekanntes Mitglied
Moderator
Premium User
....Christian versorgt sie bestimmt sehr gut mit solchem Futter. Sie von ihrem Verlobten Kronprinz (dem Sohn der Revier-Krahs) vorübergehend zu trennen würde das Sozialgefüge der Krahs eher durcheinander bringen, und für das Krähen-Mädchen Stress bedeuten, denke ich. Jetzt hat sie einen privilegierten Status in der Krähen-Gemeinschaft. Wenn die Verlobten länger getrennt wären, würde er sich ne andere Braut suchen, und sie musste erst wieder um ihren Rang kämpfen, was für alle Vögel Stress und weitere Verletzungsgefahr bedeuten würde. Hoffen wir, dass sie Silvester gut übersteht, das ist ein weiterer Stressfaktor.
 

cwf

Mitglied
Premium User
  • Themenstarter Themenstarter
  • #8
Hallo Alala, hallo Krächzilein, vielen Dank für Eure Überlegungen! Ja, die Krähendame bekommt zerkleinerte Nahrung in schluckgerechter Größe, damit sie nicht rupfen muss, was ohne zwei Füße kaum geht (auf einem stehen, mit dem anderen festhalten). Ihr Freund Kronprinz vergisst zwischendurch sogar sein Machogehabe und steckt ihr mal was in den Schnabel.

Ich kopiere unten nochmal ein Foto ein, es stammt von heute Nachmittag. Leider ist das hintere Bein unscharf, aber ich meine zu sehen, dass ihr Bein nicht in einer geraden Linie fortläuft, sondern einen deutlichen Knick oberhalb des Fußes hat. Der untere Teil des Knochens steht sogar heraus. Oder kann das Bild doch mit einer Infektion infolge einer Verletzung erklärt werden?

Immerhin scheint sie mehr und mehr ihr Bein belasten zu können. Ja, hoffen wir, dass sie für die Schreckensnacht am 31.12. gerüstet ist. Da ähnelt die Innenstadt einem Kriegsschauplatz.

 

cwf

Mitglied
Premium User
  • Themenstarter Themenstarter
  • #9
Hier noch zwei aktuelle Bilder von heute. Könnte es sein, dass aus der "Bruchstelle" oben Eiter austritt? Oder was ist das Helle? Zumindest ist der ganze Fuß geschwollen. Die Kralle links auf dem ersten Bild gehört zu Kronprinz, der neben ihr stand. Sie bekommt u.a. gestocktes Eigelb mit Korvimin.



 

Hexe Elstereule

Bekanntes Mitglied
Moderator
die Zehen sind glücklicherweise nicht geschwollen, das ist schon mal gut. Die Wunde sieht übel aus und ja, das könnte etwas Eiter sein. Vermutlich liegt unter der Schuppe ein fetter Abzess, eventuell eine Fraktur, da auf dem Foto von gestern in #8 ein leichter rückwärtiger Knick festzustellen ist, wo keiner hingehört, da dort kein Gelenk ist; das ist etwas tiefer. Das habe ich so schon oft bei einfachen Frakturen in diesem Bereich gesehen. Da sollte aber mittlerweile die Callusbildung im Gange sein, es sei denn, die Fraktur wäre offen. Dazu kann ich aber nichts sagen, denn man muss das Vogelbein untersuchen, um eine Diagnose zustellen. Schneller würde es mit Antibiotika heilen, aber die Verabreichung ist schwierig, wenn immer beide Vögel am Fensterbrett anlanden. Sonst könnte man Medikamente in ein Leckerchen verstecken; wir benutzen immer Wachsmottenlarven, wo man schön Medizin reinspritzen kann. Aber das geht eigentlich nur bei Tieren in Käfig und Voliere. Wenn der Vogel alleine käme, könnte man ihm täglich eine Portion mit abgemessenen Medikamenten reichen, aber da er mit Partner kommt, ist das kontraproduktiv. Auch bräuchte man einen Tierarzt, der das Experiment mitträgt, denn ohne den Patienten persönlich in der Praxis vorzustellen, darf er keine verschreibungspflichtigen Medis rausrücken.
Du könntest aber Traumeel für Tiere nehmen, da ist es nicht schlimm, wenn es jemand anderes frißt. Hilft bei Schmerzen und Entzündungen. Eine Tablette kann man z.B. in Hackfleisch verpacken.
 
Zuletzt bearbeitet:

Krächzilein

Bekanntes Mitglied
Moderator
Premium User
Es gibt da ein interessantes Video eines Hamburger Arztes, der schon so manche Entzündung geheilt hat. Müsste auch mit Krahs gehen, nur die Dosierung wäre das Problem. Aber vielleicht könnte man diesen Arzt fragen. Das Video ist in jedem Fall interessant. Wenn man ernsthaft etwas damit machen möchte, müsste man ihn fragen. : https://www.youtube.com/watch?v=Vc81DDtQTxE

- - - Aktualisiert - - -

.....nachdem der Kronprinz gefressen hat, könnte er ihr vielleicht ein Medikament verabreichen. Kronprinz hätte dann nichts dagegen. Sie müsste es nur wirklich fressen und nicht bunkern.

- - - Aktualisiert - - -

hier noch eins: [FONT=var ytd-video-primary-info-renderer-title-font-family, inherit]AlternativeBehandlung in der Tierheilkunde - Dirk Schrader // Spirit of Health2015[/FONT]


[FONT=var ytd-video-primary-info-renderer-title-font-family, inherit]https://www.youtube.com/watch?v=y9td-3HW5Hg[/FONT]


[FONT=var ytd-video-primary-info-renderer-title-font-family, inherit]erhat auch ein Buch geschrieben, das er in diesem Vortrag nennt.[/FONT]
 

cwf

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Premium User
  • Themenstarter Themenstarter
  • #12
Die Krähe wird sich nicht fangen lassen, da wäre auch das Risiko, dass etwas schiefgeht, viel zu hoch. Leider scheidet die Option, sie zu einem Tierarzt zu bringen, damit aus. Niedergelassene, vogelkundige Tierärzte werden vor Mittwoch kaum erreichbar sein und die Vogelklinik würde mit einer so verletzten Krähe vielleicht lieber kurzen Prozess machen.

Die einzige Möglichkeit, ihr zu helfen, wäre tatsächlich die Verabreichung von Medikamenten am Fensterbrett. Hier wäre ein Antibiotikum sicher die beste Wahl. Es wäre auch leicht, sicherzustellen, dass nur sie das Medikament bekommt. Es fliegen nicht nur ihr Freund zum Fenster, sondern auch die Mitglieder der ganzen Rasselbande, aber da sind die meisten scheu. Sie und ihr Freund "Kronprinz" sind die einzigen der Jüngeren, die Futter aus der Hand nehmen, bzw. die nicht wegfliegen, wenn ich Futter auslege. Den Kronprinz kann ich einfach mit der Hand abhalten, das Futter zu nehmen, so dass nur die Krähendame das Futter nehmen kann. Die erste Portion verschlingt sie gleich, erst die dritte wird versteckt. Es wäre also machbar.

Könnte man denn nicht ein Antibiotikum, das für Menschen geeignet ist, auch für Krähen einsetzen, entsprechend niedrig dosiert? Ein Problem wäre allerdings die Silvesternacht, die die Krähen in der Vergangenheit so verschreckt hat, dass sie sich ein bis drei Tage nicht hatten sehen lassen.
Traumeel scheint homöopathisch zu sein. Hilft das denn wirklich?

Bei Dirk Schrader sprechen leider alle Anzeichen dafür, dass er ein Scharlatan ist, der über eine große Begabung zum Plaudern verfügt. Die Behauptung, dass "gesunde Bakterien einen Proteinschutzschild um sich haben, die kranken dagegen nicht, und da können die Sauerstoffatome dann rein" ist wirklich irre und zeigt auch, dass er gar keine Ahnung hat. Man muss wirklich höllisch aufpassen, wem man im Netz trauen kann und wem nicht. Chlordioxid ist eine industriell hergestellte Chemikalie, die zum Bleichen von Textilien eingesetzt wird. Sie wirkt extrem oxidativ und damit auch desinfizierend. Deswegen wird sie auch zum Reinigen von Toiletten benutzt. Sicher würde, äußerlich angewendet, der Fuß der Krähe oberflächlich desinfiziert werden, aber dafür gäbe es weniger gefährliche Mittel. Die Infektion würde dadurch aber in keinem Fall verschwinden. Und der Krähe ClO2 systemisch zu verabreichen würde nur bedeuten, sie umzubringen. Auch ein Mensch, der das schluckt, um gesund zu werden, weil irgendein Plauderer im Internet dazu rät, hätte nicht alle Tassen im Schrank. Wer die Chlorbleiche trinkt, ruiniert sich die Mundschleimhäute, den Magen, den Darm. Die Sauerstoffradikale, die laut Schrader nur die "kranken Bakterien" töten, schädigen alle Körperzellen, mit denen das Bleichmittel in Berührung kommt. Und bei der von Dirk Schrader empfohlenen Herstellung von "MMS" aus Kochsalzlösung und Salzsäure entsteht auch Chlorgas (Giftgas der Deutschen, eingesetzt im ersten Weltkrieg) und das toxische Chlorat (Unkrautvernichter!), das die Schilddrüse angreift und das Blut zersetzt. Also, die arme Krähe zum Chlorhühnchen zu machen, scheidet aus.

Vielen, vielen Dank an Euch für all die wertvollen Hinweise! Für einen Tipp, wie man unter den gegebenen Umständen an ein wirksames Medikament kommt, wäre ich sehr dankbar.

Liebe Grüße, Christian
 

Krächzilein

Bekanntes Mitglied
Moderator
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Der Schrader ist immerhin Tierarzt und rät keinem, das selber zu machen. Man müsste es schon genau dosieren. Aber okay, was anderes was ihr hilft ist ja auch gut. Hautsache das Krähenmädchen wird gesund.
Ja, Traumeel ist homöopathisch. Es ist genau genommen aus der "Bach-BlütenTherapie", die mit der Homöopathie vergleichbar ist. Es besteht aus mehreren Blüten-Essenzen, die bei Traumata helfen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bach-Blütentherapie
Wird ihr auf keinen Fall schaden.

Vielleicht gibt Dir ja auch Frau Reball am Telefon einen Tipp.
Wird sich der Kronprinz einfach so mit der Hand hindern lassen, es zuerst zu fressen? Beißt er Dir dann nicht in den Finger?
 
Zuletzt bearbeitet:

Alala

Neues Mitglied
Hallo Christian, mit Fangen meinte ich den Zeitpunkt, ab wann der Vogel apathisch wirkt, dann ist es kurz vor knapp, dann ist der Reststress auch egal.
Kannst Du denn sehen, wo die Truppe sich aufhält, wenn sie nicht auf der Fensterbank sitzt? Falls die Krähe auf dem Boden sitzen/liegen sollte?
Antibiotika für Menschen sehe ich als Risiko, Vögel haben einen anderen Stoffwechsel, da nutzt die Gewichtsumrechnung nicht viel. Was hat denn die Krähe? 400 g?
Aber die Idee, sich Medikamente zu besorgen und versuchen zu füttern ist gut.
Kennst Du denn eine Praxis, die aufgrund der Bilder Medikamente auswählen könnte?
Hier gibt es einen Praxis-Notdienst auch für Tiere. Auf Wildtierdiskussionen würde ich mich nicht einlassen, sprich: ich will, ich zahle und ihr macht!
Evtl kann auch eine gute Apotheke helfen, dort gibt es auch Vet-Medikamente.
Wir kurierten einen Eichelhäher mit Beinbruch. Er bekam Antibiotika (3 Tage), Schmerzmittel (5 Tage) und Traumel (2 Wochen).
Die Dosierung wurde in der Praxis auf mini-Spritzen aufgezogen, Traumel als Tablette.
Die Tabletten gabs im Hackfleisch, die Tropfen auf geweichten Beoperlen oder im Rumpf großer Grillen.
Hier konnte der Vogel über Monate das Bein nicht belasten, deswegen wundert mich, dass bei der Krähe die Krallen gehen und die Infektion nur unterhalb der Schadenstelle verläuft. Der Häher war deutlich schlechter dran und hats überlebt.
Die offenen Schupen sehen zwar schlimm aus, ist aber gut, wenn das Sekret einen Ausgang hat.

Du kannst höchstens noch überlegen, wie Du den Vogel unterbringen kannst, falls es sich dramatisch verschlechtert.

Viel Glück!
 

Krächzilein

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Die Krahs verschwinden nach der Silvesterknallerei aber doch immer für ca. 3 Tage. Ein Antibiotikum müsste aber regelmäßig verabreicht werden, sonst schadet es mehr und es bilden sich resistente Keime. Deshalb könntest Du damit erst nach Silvester anfangen, wenn sie wieder da sind. Vorher wäre Traumeel besser, damit kannst Du nichts verkehrt machen, und müsstest noch nicht mal den Kronprinz davon abhalten, es zu fressen. Es muss halt für Tiere sein. Im Netz kann ich nur was für Hunde und Katzen finden, aber Hexi weiß sicher, wie es für Krähen dosiert werden kann. Es darf halt nicht auf Alkohol-Basis sein, damit das Krah nicht besoffen wird. Schlimmstenfalls - wenn Du nicht dran glaubst - wäre es nach Meinung der Schul-Mediziner halt einfach nur "unwirksam".
 

cwf

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  • Themenstarter Themenstarter
  • #17
Ihr Lieben, vielen Dank für Eure guten Ratschläge!
Während alle Krähen heute der Reihe nach hier waren, auch Kronprinz als "Platzhirsch" sehr ausgiebig, fehlt von der verletzten Krähendame bis jetzt jede Spur. Evtl. ist es schon zu spät, aber ich glaub das nicht, sie konnte ja gestern sogar etwas auftreten. Aber vielleicht hat sich ihr Zustand verschlimmert, und sie wartet irgendwo.
Wenn die Bande unten im Blumenacker mit ihren Verstecken rummacht, würde ich sie erkennen und könnte sie, falls es ihr richtig schlecht geht, einfangen. Das wäre die ultima ratio. Ja, Alala, guter Hinweis, ich werde Ausschau halten. Eine provisorische "Voliere", bestehend aus zwei Umzugskartons, ist sogar noch im Keller (die wurde vor drei Jahren für zwei abgestürzte Krähenästlinge derselben Familie gebraucht, wie hier in einem früheren Thread beschrieben).
Ich werde versuchen, die sehr gute Praxis "Dr. Reball" zu kontaktieren, die schon einmal geholfen hat.
Ja, Krächzilein, ich sehe das genauso wie Du: Antibiotikum müsste man täglich verabreichen, und da macht uns Silvester höchstwahrscheinlich einen Strich durch die Rechnung.
Die ursprünglich bei Traumeel verwendeten Blütenessenzen enthielten bestimmt sehr gute Wirkstoffe. In der Homöopathie ist es halt so, dass die Wirkstoffe so stark verdünnt sind, dass sich kein einziges Molekül dieses Wirkstoffs mehr in der Arznei befindet. Es gibt keinen wissenschaftlich nachvollziehbaren Mechanismus, der erklären könnte, dass sich die Wirkung trotzdem irgendwie in die Lösung "hinüber rettet". Für mich ist das Hokuspokus, aber ich weiß, das ist eine Riesendiskussion, und ich will die hier gar nicht anfangen. Wie Du richtig sagst, Krächzilein, im schlimmsten Fall ist die Arznei wirkungslos, insofern schadet es nicht, sie anzuwenden.
Vielen Dank, Alala, für die Tipps!

LG Christian
 

Krächzilein

Bekanntes Mitglied
Moderator
Premium User
Vielleicht kannst Du sie mit Hilfe des Kronprinz finden? Wo der hin fliegt? Und ob er sie irgendwo füttert - vielleicht war er deshalb so ausgiebig anwesend und hat so viel gefressen? Partner, die sich gebunden haben, sind sich ja sehr treu. Aber das hast Du sicher schon versucht. Ist auch schwierig, weil es ist ja noch das Revier der Eltern und es schwirren viele Krahs rum. Da kann man den Kronprinz schon aus den Augen verlieren.
 

cwf

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Premium User
  • Themenstarter Themenstarter
  • #19
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kam sie doch noch, allein, in aller Eile. Sie hat ihr Eigelb-Omelette nicht verzehrt, sondern hastig in ihrer Unterzungentasche doponiert und ist damit auf den Wetterhahn am Haus gegenüber geflogen. Eine Krähe wollte zu ihr hoch, sie flog weg, zwei hinterher. Sie verschwand dann mit ihren Verfolgern hinter den Hausgiebeln. Dazu Reviergeschrei. Ich hoffe, die anderen Mitglieder der Bande nutzen ihre Lage nicht aus, um sie aus dem Revier zu vertreiben. Nachdem alles am Fensterbrett so schnell ging, konnte ich nicht sehen, wie der Zustand ihres Beines ist.
 

Krächzilein

Bekanntes Mitglied
Moderator
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Immerhin lebt sie noch. Vielleicht sind die Eltern nicht mit der Heirat einverstanden, weil Kronprinz und Freundin sich zu breit gemacht haben im Revier und am Fensterbrett. Dem könnte man ja durchaus zutrauen, dass er seinen Vater vom Thron stürzt. Hoffen wir das Beste für das Mädchen.
 
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