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Jungvogel, Futterfrage

Branca

Neues Mitglied
Hallo!


Kleiner Hilferuf von mir. Habe im Wald einen Jungvogel aufgelesen, apathisch, ein Auge verletzt - so konnte ich ihn da nicht liegen lassen. Der Hund eines Spaziergängers hatte es schon auf ihn abgesehen (nicht angeleint, natürlich... )

Es ist auf jeden Fall ein Körnerfresser, aber ich tue mich mit der genauen Bestimmung schwer, außer Sperlingen hatte ich noch nichts in der Art. Beim Tierarzt war ich schon, da habe ich zwar Tropfen für das Auge bekommen, aber bei der genauen Artbestimmung konnte mir da leider niemand helfen.

Notfallmäßig habe ich erstmal Heimchen etc. und Brei (kann leider erst morgen Handaufzuchtpulver holen, habs jetzt aus paar Haferflocken, gequollenen Körnern, Beoperlen sowie Wildkräutersamen gemixt und püriert) gegeben. Mittlerweile ist er fitter und hüpft rum, sperrt gut, Häufchen sehen auch ok aus.


Kann mir jemand weiterhelfen was genau es ist, damit ich die Fütterung entsprechend anpassen kann? Ich habe erst auf Buchfink getippt, aber das stark gesperberte Brustgefieder hat mich davon abgebracht. Könnte es ein Kernbeißer sein?





Ich hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen. Das Forum hier war mir letztes Jahr mit meinem Krabat Dohlchen so eine große Hilfe!
 

Stefan

Mitglied
Für den Moment sollte das eigentlich egal sein. Auf die schnelle fällt mir keine Kleinvogelart ein, die so jungen Nachwuchs NICHT mit Insekten füttert - damit solltest Du für den Moment also gut fahren.
 

Branca

Neues Mitglied
  • Themenstarter Themenstarter
  • #3
Danke für Deine Antwort, Stefan, das beruhigt mich schonmal etwas. Das ist in etwa das was ich dachte und was auch meine Tierärztin meinte, aber ich hatte da im Hinterkopf dass es ja doch den ein oder anderen Futterspezialisten gibt, nicht dass ich gerade so einen erwischt habe und ihn mit den Insekten um die Ecke bringe...
 

Hexe Elstereule

Bekanntes Mitglied
Moderator
auf jeden Fall Insekten, Foto ist leider unscharf, daher keine Bestimmung möglich - Buchfink, Bachstelze ...?
Insekten dürfen nur Girlitze und Grünfinken nicht fressen, sowie Stieglitze und Gimpel nur moderat, die brauchen gekeimte und unreife Körner. Alle anderen haben "Frischfleisch" für den Nachwuchs im Programm.
 

Branca

Neues Mitglied
  • Themenstarter Themenstarter
  • #5
Dankeschön!!!

Ich mache gleich nochmal Fotos. Auf jeden Fall interessieren sich die Buchfinken hier bei uns im Garten sehr für ihn, die hüpfen um die Voliere rum und gucken und rufen. Er zirpst auch zurück. Gefunden habe ich ihn in einem Buchenwald mit wenig Untergehölz, Felder und Obstwiesen nicht weit entfernt, See ein Stückchen weg davon. Falls das hilft die Bestimmung einzugrenzen.

Es geht ihm auf jeden Fall schon viel besser, er versucht sogar ein wenig zu flattern, allerdings sehr unbeholfen. Nur das Auge sieht mies aus. Ich fürchte das wird nicht wieder, aber man kann ja hoffen...
 

Branca

Neues Mitglied
  • Themenstarter Themenstarter
  • #6
Nächster Photoversuch:

gestreckt...


hungrig...

geplustert


Keine Ahnung warum die Photo-Upload-Seite das immer dreht? Bitte um Entschuldigung dafür!
 
Zuletzt bearbeitet:

Hexe Elstereule

Bekanntes Mitglied
Moderator
ok, Kernbeisser: bekommt Heimchen, Wachsmottenlarven und andere Insekten. Erst wenn sich sein Schnabel verfärbt und härter wird und schon selber mampft, kann man ihm eine Kernbeisserspezialsamenmischung anbieten. Unbedingt auf Kokzidien (Sammelkotprobe) untersuchen lassen und ggf. behandeln. Ich habe noch keinen Kernbeisser- auch juvenile- erlebt, die keine Kokzidien hatten.
Das Auge mit Floxaltropfen- oder besser Salbe 4-5x täglich behandeln, das über einen Zeitraum von 14 Tagen bis 3 Wochen. Es gibt noch Tropfen, die das Auge nähren um Eintrübungen zu vermeiden und die Blasenbildung auf der Hornhaut abheilen, habe jetzt gerade den Namen nicht parat, die sollten auch abwechselnd gegeben werden. Geh mal zu einem wildvogelkundigen Spezialisten.
LG
 

Stefan

Mitglied
Auf jeden Fall interessieren sich die Buchfinken hier bei uns im Garten sehr für ihn, die hüpfen um die Voliere rum und gucken und rufen. Er zirpst auch zurück.
Wie weit von zuhause hast Du den denn gefunden? Nicht, daß das die Eltern sind, die da um Deine Voliere rumhüpfen... Wenn Du einen kleineren Käfig hast, steck ihn doch mal da rein, stell ihn raus und beobachte, was passiert.

Wenn er die Buchfinken anbettelt und die versuchen, ihn zu füttern, solltest Du evtl. drüber nachdenken, wie man die zusammenbekommt?
 

Branca

Neues Mitglied
  • Themenstarter Themenstarter
  • #9
Nochmals danke für Eure Antworten!


Floxaltropfen hatte mir meine Tierärztin schon mitgegeben, die tropfe ich bereits fleißig rein. Wegen der anderen Salbe frage ich nochmal. Es ist auch bereits minimal besser, (Auge bleibt zumindest offen, vorher war es komplett zu) aber es sieht so aus als wäre das Auge durch ein Verletzung beschädigt, ist wesentlich kleiner als das andere, die Tierärztin vermutete, es könnte Flüssigkeit aus dem Augeninneren ausgetreten sein (war auch ein kleiner Riss im Lid zu sehen). Sie hat mir wenig Hoffnung gemacht, dass es funktionstüchtig wird, aber versuchen wollten wir es trotzdem. Meine Tierärztin ist nicht unbedingt Vogelexpertin, zieht aber jedes Jahr selber Vögel auf und hat mir letztes Jahr mit dem Krabat-Dohlchen sehr geholfen, der vertraue ich schon, was sie dazu sagt. Nächster Vogelexperte ist die Taubenklinik Essen, die wollten Krabat ohne Behandlungsversuch direkt einschläfern, da habe ich ehrlich gesagt meine Bedenken nochmal hinzufahren außer zum Röntgen oder für eine OP.

Und danke für den Tipp mit den Kokzidien, da werde ich auf jeden Fall eine Probe wegschicken.

Stefan, das ist eigentlich eine gute Idee, aber der Fundort ist ganz woanders, können also nicht die Eltern sein. Wenn es wirklich ein Kernbeißer ist und kein Buchfink, ist die Chance, dass die ein fremdes Junges, zudem anderer Art, mitfüttern, vermutlich gering? Ich hatte schon drüber nachgedacht, mal die Volierentür aufstehen zu lassen und zu schauen, was passiert, es schien mir, als wollte die Buchfinkdame gerne näher kommen. Der Kleine ist momentan ohnehin die meiste Zeit in einem kleineren abgetrennten Bereich innerhalb der Voliere, weil er doch noch recht unkoordiniert flattert und ich Sorge habe dass er sich dabei noch mehr verletzt (im abgetrennten Bereich sind die Äste niedrig, da kann nichts passieren).

Und, wenn die Katzen der Nachbarn nicht wären, hätte ich ihn schon längst versuchsweise mal draußen in den Flieder gesetzt, in dem die Buchfinken momentan immer sitzen, und geschaut was passiert wenn er die anbettelt. Ich vermute nämlich, dass die momentan Junge im ähnlichen Alter irgendwo in den Hecken haben, die Alten machen nämlich einen Wahnsinnskrach sobald die Katzen im Garten auftauchen (unser eigenes sehr friedliches Exemplar war dadurch so genervt, dass er nach ein paar Minuten wieder reingegangen ist *g*). Aber die Nachbarskatzen sind da etwas anders als unser eigener Kater - als ich Vögelchen vorhin beim Füttern in der großen Voliere rumflattern ließ, versuchte die neue Nachbarskatze direkt ihn durch das Gitter hindurch zu erlegen *grummel* Na der hab ich was erzählt, die kommt so schnell nicht wieder... und gleich werd ich direkt mal den unteren Teil der Voliere katzensicher verkleiden. Das Problem hab ich nie gehabt, nicht in den zehn Jahren in denen da immer Viecher drinsaßen und immer Katzen drumschlichen...


Und noch was ganz anderes. Was mach ich, wenn das Auge nix wird? Kann der mit einem Auge ausgewildert werden?

das fiese Auge :frown:


Danke für Eure Hilfe!!!
 

Hexe Elstereule

Bekanntes Mitglied
Moderator
nicht raussetzen, mit den behandlungswürdigen Auge wäre der Vogel Katzenfutter, auch könnte er wegflattern und dann wäre er tatsächlich verloren.
Auch eine Auswilderung ist zweifelhaft, wenn er auf dem kranken Auge nix mehr sieht ist das der Tod in Dosen. Er wird von dieser Seite die Gefahr nicht erkennen. Meist überleben solche Vögel draußen nicht lange.
 

Branca

Neues Mitglied
  • Themenstarter Themenstarter
  • #11
Keine Sorge, ich setzte ihn nicht raus. Er flattert noch lange nicht so gut, dass er wegfliegen könnte, aber schon allein wegen der Katzengefahr würde ich das nicht machen. Bleibt nur Daumen drücken, dass das Äuglein besser wird. Ansonsten geht es ihm nämlich so viel besser, das ist die reine Freude!
 

Stefan

Mitglied
Eine meiner Stamm-Meisen hier ist aber auch sehbehindert. Die hatte nen fetten Abszeß im Gesicht (oder Vogelpocken?) und nachdem das verheilt ist, sieht das Auge ziemlich ramponiert aus. Die sieht entweder gar nix oder sehr wenig darauf. Ausgleichen tut sie das durch viel mehr Kopfbewegungen. Daran kann man sie auch sehr gut auf die Entfernung an der Futterstelle erkennen. Ich hatte sie mal gefangen und dem TA gezeigt und es war recht klar, daß das Auge stark funktionseingeschränkt ist. Tiere kommen mit sowas besser klar, als Mensch machmal denken mag, aber es hängt sicher auch vom Individuum ab. Erwähnte Meise kommt schon seit 2 Jahren regelmäßig an die Futterstelle,
 

Krächzilein

Bekanntes Mitglied
Moderator
Premium User
Erstaunlich. Aber wahrscheinlich war sie schon eine gewitzte und mit allen Wassern gewaschene Meise, als ihr das mit dem Auge passiert ist.
 

Hexe Elstereule

Bekanntes Mitglied
Moderator
es gibt Untersuchungen, die belegen, dass einäuge tagaktive Vögel keine so guten Chancen haben. Das zeigen mir auch immer die Fälle, bei denen ein verunglückter Vogel in der Station abgeliefert wird, der definitiv eine ältere Augengeschichte hat oder gar einäugig ist. Es mag in menschenleeren Räumen besser sein für Wildvögel, aber hierzulande gibts zuviel Straßen, Katzen und anderes. Die Gefahr, die sich von der blinden Seite nähert wird vielleicht dann zu spät bemerkt.

PS: Krabat gehts übrigens gut!
 

Branca

Neues Mitglied
  • Themenstarter Themenstarter
  • #15
Ich glaube auch, dass es vom Individuum abhängt wie groß die Überlebenschancen mit so einer Einschränkung sind. Einzelne sehr schlaue Exemplare kommen sicher besser damit zurecht, die meisten aber vermutlich eher nicht, würde ich vermuten. Schwierige Entscheidung, was man mit einem solchen Vogel dann macht.


Off topic:
Dass es Krabat gut geht, freut mich zu hören! Ich hab mich kaum getraut zu fragen. Vermisse ihn immer noch, erst letztens habe ich die Photos und Videos von ihm nochmal angeschaut.
 

Branca

Neues Mitglied
  • Themenstarter Themenstarter
  • #16
Vögelchen geht es immer besser, mittlerweile flattert er schon recht ordentlich in der Voliere umher und hat einen wahnsinns Appetit! Der frisst bald so viel wie Krabat, den musste man immer dreimal bitten noch ein Heimchen zu nehmen... nicht dieses kleine dicke Etwas. Der kräht ununterbrochen nach Essen! Heute war ich nochmal bei der Tierärztin, das Auge ist leider definitiv hin. Wenn das nochmal würde wäre eher ein Wunder, meinte sie... jetzt muss ich also überlegen was ich für seine Zukunft plane. Hat jemand eine Idee? Meinungen pro und contra Auswildern mit nur einem brauchbaren Auge? Ich bin mir echt nicht sicher was ich tun soll. Etwas Zeit bleibt ja noch, er frisst ja noch nichtmal selbstständig... aber ich mache mir da lieber rechtzeitig Gedanken drum.
 

Stefan

Mitglied
Ich würde den dann erstmal identifizieren und beim Amt nachfragen, was denn die Bedingungen für eine Dauerhaltegenehmigung für diese Art sind. Und das dann in die Entscheidung mit einfließen lassen. Wenn die Art z.B. gar nicht genehmigungsfähig ist oder die Auflagen absurd hoch sind, hat sich die Frage ja glaubich dann erledigt, oder? Als nächstes hängt ja auch von der Art ab, ob Einzelhaltung oder ob Du noch ein paar Kumpels organisieren mußt. Auch das sollte in die Entscheidung mit einfließen. Wenn's ein Schwarmvogel ist, wäre Einzelhaltung wohl nicht so toll...
 

Branca

Neues Mitglied
  • Themenstarter Themenstarter
  • #18
Kurzes Update. Vögelchen wächst und gedeiht, frisst aber immer noch nicht selbstständig. Ich hab ihn hin und wieder mal am Futter rumpicken sehen, aber wirklich gefressen hat er nichts. Heute werde ich nochmal zum Tierarzt, der Bruchpilot hat sich nämlich am Schnabel verletzt (oben zwischen den Nasenlöchern), vermutlich ist er in der Voliere irgendwo gegen geflogen... er hat ziemliche Schwierigkeiten sich mit dem einen Auge zu koordinieren, scheint mir, beim Füttern pickt er auch oft an der Pinzette vorbei. Davon abgesehen geht es ihm aber prima!

Wo genau muss ich denn nachfragen wegen einer Dauerhaltungsgenhemigung (für den Fall, dass ich niemanden finde, der ihn nimmt)? Unsere Voliere ist für größere Vögel definitiv viel zu klein, aber vielleicht wäre es für die Größe ausreichend, etwas kann ich sie auch noch erweitern.

Und noch eine kleine Anekdote, heute hatte Pippin (so heißt Vögelchen) Besuch in seiner Voliere. Ich hatte mich letztens schon gefreut weil Futter aus dem Napf fehlte und ich dachte, er hätte in meiner Abwesenheit selbstständig gefressen. Tja, gerade gehe ich raus zur Voliere - fliegt ein junger Zaunkönig darin herum!!! Ich hab mich ehrlich gefragt wie er da reingekommen ist :gruebel:, auf einmal quetscht er sich durch das Volierengitter!? Ich meine letztes Jahr war eine Heckenbraunelle öfter drin und hat Krabat Futter geklaut, aber da war auch die Volierentür offen... naja, zumindest weiß ich jetzt, wer die Heimchen aus dem Napf gefuttert hat! :wink:
 

Gaby

Bekanntes Mitglied
Moderator
Premium User
bei der unteren Landschaftsbehörde kannst du dir eine Genehmingung holen wenn die Auflagen stimmen

LG gaby
 

Branca

Neues Mitglied
  • Themenstarter Themenstarter
  • #20
Die Geschichte hat ein gutes Ende gefunden. Vögelchen hat in einer privaten Auffangstation einen tollen Dauerpflegeplatz in einer großen Voliere gefunden, wo er die Gesellschaft anderer leicht behinderter Kernbeißer genießen kann! Dort wird er es richtig gut haben.

Allen hier nochmal Danke für die ganzen Ratschläge!
 
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